Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Im Garten der Hesperiden von Hans Herrmann

Rezension von Christel Scheja

 

Der Titel des Buches mag zunächst wie der eines Fantasy-Romans klingen, er ist aber alles andere als das Hans Herrmann entführt in eine Zeit, in der die Welt gerade im Umbruch ist, und sich der Horizont der Menschen langsam zu erweitern beginnt.

 

Ein Mönch blickt mit Schaudern auf das Jahr zurück, das seinem Leben eine überraschende Wendung gegeben hat. Im Jahre 1415 ist Heinrich von Lohnsfeld noch ein tatkräftiger Ritter des Deutschen Ordens, der seinen Oberen und den Prinzipien der Gemeinschaft auf Wort gehorcht. Obwohl die Situation der Ritter längst nicht mehr so rosig ist wie noch vor ein paar Jahrzehnten hält er an den Idealen fest.

Dennoch wird er ausgewählt, eine geheime Mission zu übernehmen. Von Danzig aus, soll er an Bord der „Windsbraut“ um das Kap der guten Hoffnung nach Indien segeln. Allerdings nicht in seiner Funktion als Ritter, sondern in Verkleidung, als Abgesandter der Hanse.

Nur der Kapitän ist in seine wahre Identität eingeweiht. Aber auch er hat Geheimnisse vor dem Ordensritter, die dieser erst bemerkt, als die Windsbraut in tropischen Breiten nicht wie geplant Fahrt nach Süden aufnimmt, sondern immer weiter nach Westen - der untergehenden Sonne - entgegen segelt.

Erst jetzt erklärt der Mann, dass er einen Auftrag erhalten hat. Es geht nicht im Indien, sondern um ein Inselreich, das auf der anderen Seite des Atlantiks liegt und von dem einige wenige alte Chroniken zu berichten wissen. Der Ordensritter schaudert. Könnte es sich um die sagenhafte Insel Antilia handeln oder um die Reste des versunkenen Atlantis.

Zunächst entdecken die Männer eine paradiesische Insel mit freundlichen Eingeborenen, aber als sie deren Geschichten über einen zornigen Gott und seine Gier nach Menschenopfern folgen, machen sie eine grauenhafte Entdeckung.

 

Man glaubt zunächst einen historischen Abenteuerroman vor sich zu haben, dessen Ziel es vielleicht ist, eine fiktive Entdeckung Amerikas vorweg zu nehmen. Aber schon in der Hälfte des Romans mehren sich die Beweise, dass es um mehr als nur um eine Erkundung geht. Die Tempelritter kommen ins Spiel - zunächst nur beiläufig, dann werden immer deutlichere Hinweise auf das Grauen gegeben, dass Heinrich von Lohnfeld und seine Begleiter schließlich finden.

Wirklich gruslig ist das aber nicht. Genre-Fans werden sehr lange hingehalten, bis die Elemente auftauchen, die das Buch zu einem phantastischen Roman machen. Vorher nimmt der Autor sich sehr viel Zeit, um die Figuren und die Ausgangssituation zu beschreiben. Die meisten Schilderungen sind sehr atmosphärisch und lebendig, aber leider etwas in die Länge gezogen.

Das Buch ist gut geschrieben, aber etwas zu sehr in die Länge gezogen, und am Ende fragt man sich, ob man jetzt den Auftakt zu einem Zyklus gelesen hat, oder aber einen Roman, der genau da aufhört wo es erst wirklich spannend zu werden beginnt.

 

Das ist der größte Wermutstropfen in einer Geschichte die durchaus ihren Reiz aber nicht wirklich ein Ziel hat mit dem man als Leser zufrieden sein kann.

 

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Buch:

Im Garten der Hesperiden

Autor: Hans Hermann

broschiert, 168 Seiten

Atlantis, erschienen März 2008

Titelbild von Timo Kümmel

 

ISBN-10: 3936742960

ISBN-13: 978-3936742961

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 10.04.2008, zuletzt aktualisiert: 18.07.2017 18:11