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Im Herz der Schatten von Isobelle Carmody

Rezension von Stefan Sasse

 

Nathaniel kann einem schon leid tun. Seine Mutter ist eine rechthaberische Frau, die ständig umzieht und ihn natürlich immer mitnimmt, als Jugendlicher kann man sich gegen solche Allüren der Eltern ja nicht wehren. Vor kurzem ist sein Vater gestorben, doch da seine Eltern getrennt lebten und seine Mutter jegliche Erinnerungen an ihn ausgelöscht hat, sei es nun Fotos oder Erlebnisse, kann er mit ihr nicht einmal darüber sprechen, da sie in solchen Situationen immer behauptet, dass sie sich an nichts erinnern könnte. Das allerschlimmste jedoch ist, dass sie in dieses Kaff gezogen sind. Cheshunt. Laut seiner Mutter das sicherste und friedlichste Kleinstädtchen auf dem gesamten Kontinent wenn... ja, wenn nicht diese seltsamen Dinge geschehen würden.

 

Es beginnt schon mit dem kleinen Kind, dass Nathaniel beim Abendspaziergang trifft, es erzählt ihm etwas von einer Ausgangssperre und scheint ihn vor der Nacht warnen zu wollen, er hat einen Klassenkameraden, der aussieht, als ob er sich bei Vollmond immer in einen Werwolf verwandeln müsste und es gibt, wie in jeder Kleinstadt auch hier rüpelhafte Altersgenossen, die es auf Jungs wie ihn abgesehen haben. Indian Mahoney ist auch nicht ganz so ohne und seine Rolle in diesem ganzen Spiel ist noch nicht allzu klar, auch wenn er Nathaniel zur Hilfe eilt.

 

Als dann auch noch auf der Schulversammlung, die jeden zweiten Tag stattfindet erwähnt wird, dass es einen Einbruch in das Seefahrtsmuseum in Willington gegeben hat, ist sich Nathaniel sicher, dass hier irgendetwas nicht stimmen kann.

 

Die Stadt stinkt nach dem alten Schlachthof, der seinen Duft mit dem Wind weiterträgt und Nathaniel erfährt immer mehr Horrorgeschichten von Morden und Entführungen, die hier vor vielen Jahren, oder einigen Monaten passiert sein sollen.

 

In Geschichte bekommen die Schüler die Aufgabe eine Originalquelle zu finden und sie zur weiteren Informationsbeschaffung zu verwenden, im Zentrum dessen soll ein Interview mit einem Zeitzeugen stehen. Der Junge entschließt sich gerade ehemalige Schüler aufzutreiben und diese zu interviewen und beginnt zu recherchieren, als er zum Direktor gerufen wird. Dieser eiskalt lächelnde Mann rügt ihn, weil er am Vortag einem Lehrer widersprochen hat. Immerhin müssten Menschen zusammen arbeiten und fleißig wie die Ameisen sein. Als sich Nathaniel, völlig verunsichert, nicht sofort entscheiden kann einem Schulclub anzuschließen, lässt er ihn den gesamten Samstag nachsitzen.

 

Natürlich informiert der Direktor Nathaniels Mutter, die sich nicht einmal die Mühe macht Nathaniels Version anzuhören, sondern glaubt, dass dieser einen Lehrer angebrüllt hat und unhöflich, sowie unkooperativ dem Direktor gegenüber gewesen sein muss, aus welchem Grund wäre er denn sonst zum Nachsitzen verdonnert worden?

 

Beim Abendspaziergang entdeckt er Indian und einen Jungen, der auch auf dieselbe Schule geht, wie sie aus den zur Schule gehörenden Toilettencontainern klettern, natürlich wird er entdeckt, der Tag war ja noch nicht nervenaufreibend genug

 

Danny möchte Nathaniel liebend gern „abstechen“ und er verdankt es erneut Indian, dass er mit heiler Haut davon kommt, allerdings muss er das schwere Paket tragen, dass die beiden aus der Schulcafeteria gestohlen haben...

 

 

 

Die Geschichte zieht sich hin. Es passiert zu viel auf einmal, jedoch nichts konkretes, der Leser hängt die meiste Zeit in der Schwebe und wird an der kurzen Leine gehalten, damit er nicht sehen kann, was tatsächlich vor sich geht.

Der Autor benutzt dieses Buch um seine politischen oder philosophischen Ansichten hervorzuheben, jedoch wirkt es nicht interessant, sondern gezwungen, als ob er nur darauf gewartet hätte, dass er solche Szenen einbringen könnte, auch wenn sie unlogisch sind, oder nicht in den Zusammenhang passen.

Alle Erwachsenen sind auf irgendeine Art und Weise grässlich, entweder dumm und unbeholfen, oder böse, giftig, gefährlich, oder uneinsichtig, allen voran seine Mutter, die man einfach nicht mögen kann!

Die Spannung wird nicht gehalten, vielmehr scheint das Buch vor sich hin zu plätschern.

Es gibt eindeutig bessere Mystery- Thriller, als diesen, jedoch kann man beruhigt zu diesem Buch greifen, wenn man einen seichten Abend erleben möchte.

Das Taschenbuch ist von altbekannter guter Ravensburger Qualität, man kann es mehrmals lesen, ohne dass der Einband zu sehr leidet, oder mitgenommen aussieht. Die Schriftgröße ermöglicht ein problemloses und zügiges Lesetempo.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

anja
Sonntag, 13. Mai 2007 20:17 Uhr
Ich habe dieses Buch schon 3mal gelesen und mir hat es sehr gut gefallen, bis auf manche brutalen und ekeligen Stellen. (Wo Menschen oder Tiere am lebendigen Leibe verbannt werden!)

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Im Herz der Schatten

Autorin: Isobelle Carmody

Broschiert: 381 Seiten

Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (Februar 2006)

ISBN: 3473582328

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.09.2006, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54