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Im Labyrinth der alten Könige von Nina Blazon

Reihe: Die Woran Saga Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Nina Blazon gewannt mit dem Roman „Im Bann des Fluchträgers“ den Wolfgang-Hohlbein-Preis 2003. Inzwischen hat sie aus dem Einzelroman eine locker durch Orte, Völker oder Figuren verbundene Saga gemacht, denn jeder der bisher erschienen drei Romane kann problemlos für sich stehen. Im Fall von „Im Labyrinth der alten Könige“ ist der Zauberlehrling Darian das entscheidende Bindeglied.

 

Viele Jahre nach den Ereignissen um den „Fluchträger“ ist Darian selbst ein Meister der magischen Zunft und hat sich des jungen Julin angenommen, um ihn in der Zauberkunst auszubilden. Der Junge ist in einer Herberge groß geworden und ein geborener Sänger und Dichter, aber auch mit besonderen Kräften gesegnet. Er verehrt den älteren Magier glühend und sieht ihn fast schon als Vaterersatz.

Beide reisen aufgrund einer Einladung nach Lom. Dort sollen sie sich ein Wunder anzusehen: Jemandem ist es gelungen Stein in Gold zu verwandeln. Doch die Reise scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Nicht nur, dass sie miterleben, auf welch grausame Art und Weise sich die nahen Silberminen neue Arbeiter verschaffen – Eltern verkaufen ihre Kinder und die Strafe für die meisten Verbrechen ist die Zwangsarbeit – nein, es liegt auch eine seltsame Stimmung über der Gegend, als würde etwas Unheilvolles vor sich gehen. Man munkelt von einem Vermächtnis der alten Könige, die vor Urzeiten hier geherrscht hatten.

Darian und Julin sind wachsam. Trotzdem wird die Vorführung des neuen Zaubers zu einem Desaster, das der ältere Magier nicht überlebt.

Sein Lehrling ist entsetzt, doch anstatt mutlos aufzugeben, erwacht in ihm die Hoffnung, dass Darian vielleicht doch noch lebt. Denn einige Geschehnisse passen nicht zueinander. Zusammen mit der Woranhändlerin Haliz va Lagar und der ruppigen Kriegerin Fenja reist Julin zu den Minen, um die Wahrheit herauszufinden. Doch das Schicksal spielt ihm übel mit. Denn ehe er sich versieht steckt der junge Zauberlehrling selbst in Ketten und wird zur Zwangsarbeit verdammt in die Unterwelt gebracht. Und dort muss er hilflos mit ansehen, welches Unheil für die Menschen hier im Herzen der Erde zu erwachen droht...

 

Nina Blazon beweist, dass deutsche Fantasy auch ohne Elfen und Zwerge funktionieren kann. Im Vordergrund stehen bei ihr Menschen und ihre Abenteuer. Durch eigene Kraft mit all ihrem Wissen und ihrem Ideenreichtum müssen die Helden eine Lösung für ihr Dilemma finden, magische Wesen und die Zauberkunst selbst keine dominierende Rolle.

Sie erzählt eine spannende Geschichte, die Alt wie Jung in den Bann schlägt, denn einerseits ist die Handlung gut überschaubar, andererseits wartet sie mehrfach mit überraschenden Wendungen auf, die den Leser neugierig auf das kommende machen.

Die Charaktere machen eine Entwicklung durch und bleiben nicht auf dem Stand, mit dem sie beginnen. Sie haben Stärken und Schwächen, die ihre Entscheidungen beeinflussen und ihr Handeln manchmal entscheidend lenken. Der jungen Autorin gelingt es durch all diese Punkte, die üblichen Klischees der Fantasy zu umschiffen, ohne dabei belehrend oder moralisierend zu werden.

 

„Im Labyrinth der alten Könige“ ist ein unterhaltsamer, durchweg spannender Fantasy-Roman, der auch für Erwachsene nicht langweilig wird. Man kann das Buch ohne Vorbehalte genießen.

Durch die selbstbewussten Frauenfiguren werden Geschlechterklischees durchbrochen, die vor allem jungen Mädchen und Frauen gefallen dürften. Der Roman hat es durchaus verdient mehr beachtet zu werden – was vermutlich auch bei der kommenden Taschenbuchausgabe der Fall sein wird.

Eure Meinung:


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Im Labyrinth der alten Könige

Reihe: Die Woran-Saga

Autorin: Nina Blazon

gebunden – 360 Seiten

Ueberreuter , erschienen Juli 2004

ISBN 3-8000-5107-9

Titelbild von Peter Gric

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.07.2006, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06