Im Schatten der Giganten (Autor: David Tallerman)
 
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Im Schatten der Giganten von David Tallerman

Rezension von Christel Scheja

 

David Tallerman ist eigentlich IT-Techniker, liebt es aber schon seit Jahren, phantastische Kurzgeschichten, Gedichte und Comic-Texte zu verfassen und veröffentlichen. Nun hat sich der britische Autor erstmals an einen Roman gewagt. „Im Schatten der Giganten“ erscheint nun auch in Deutschland.

 

Easie Damasco ist Gauner, Dieb und Lebenskünstler in einer Welt, die gerade von den Eroberungszügen eines machthungrigen Warlords erschüttert wird. Als seine Glückssträhne endet, findet er sich auch unverhofft und kurze Zeit später am Strick wieder.

Doch sein Schicksal nimmt eine unerwartete Wendung, als er noch lebend abgeschnitten und für die Armee des Feindes zwangsrekrutiert wird. Zwar ist Easie zunächst dankbar, er ist aber auch nicht bereit dazu, sich schon in der nächsten Schlacht als Kanonenfutter verheizen zu lassen.

Immerhin lernt er aber so die Tricks und Geheimnisse kennen, derer sich Moaradrid bedient, um das Land zu verheeren. Eine wichtige Waffe scheinen die Riesen aus den Bergen zu sein, die ihm und seinen engsten Untergebenen aufs Wort gehorchen, so als stünden sie unter einem Bann.

Es kommt wie es kommen muss. Das Schlitzohr ergreift die erste Gelegenheit beim Schopf, um sich im Kampf davon zu machen. Das Schicksal spielt ihm den Riesen Salzleck in die Hände, der von nun an ein treuer und hilfreicher Begleiter wird. Das ist auch gut so, denn schon bald geht Damasco auf, dass der Beutel, den er Moaradrid zum Abschied noch gestohlen hat, vielleicht mehr enthält als nur Gold und Geld, denn er wird unerbittlich verfolgt, was auch die Stadt in Gefahr bringt, die ihm besonders am Herzen liegt...

 

Man sollte immer vorsichtig sein, all zu viel Lob auf dem Klappentext zu verteilen. Sicher „Im Schatten der Giganten“ ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Fantasy-Abenteuerroman mit einigen netten und überraschenden Wendungen, aber nicht mehr. Gerade die Figuren bleiben sehr oberflächlich, was vor allem bei Easie Damasco ins Gewicht fällt. Er mag zwar ein charmanter Gauner und pfiffiger Dieb sein und kann am Anfang durch seine launigen Kommentare punkten, aber ein Vergleich zu Captain Jack Sparrow ist dann doch arg hoch gegriffen. Dazu erfährt man zu wenig über den Ich-Erzähler, um wirklich Sympathie zu entwickeln und an seinem Schicksal Anteil zu nehmen.

Auch ist sein Handeln eher von Glück und Zufall bestimmt als von einem wachen, listigen Geist, der komplexe Pläne entwickelt und seinen Gegenspielern eigentlich immer einen Schritt voraus ist.

Auch die Nebenfiguren sind oft nur auf wenige Charakterzüge reduziert, allein der Riese Salzleck ist eine wirklich interessante Figur, die nach und nach immer plastischer wird, während die anderen Helden und Schurken in ihre archetypischen Rollen verharren.

Alles in allem ist die Geschichte zwar flüssig geschrieben und hat keine Längen, bleibt aber solides Mittelmaß, das man zwar ohne Abstriche lesen kann aber nicht kennen muss.

 

Alles in allem ist „Im Schatten der Giganten“ ein durchaus interessantes Debüt, verschenkt aber nicht wenige Ideen, weil der Autor es nicht schafft, seinen Figuren wirklich Leben einzuhauchen, insbesondere dem Hauptcharakter. Daran krankt die ansonsten durchaus spannende Geschichte, die doch viele Klischees vermeidet oder auf den Kopf zu stellen versucht.

 

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Buch:

Im Schatten der Giganten

Autor: David Tallerman

Taschenbuch, 398 Seiten

Übersetzer: Andreas Brandhorst

Titelbild: Elena Bespalova

Piper, April 2013

 

ISBN-10: 3492702880

ISBN-13: 978-3492702881

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00ADL5L96

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407141604437637384a
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Erstellt: 01.07.2013, zuletzt aktualisiert: 24.04.2024 09:34, 13145