Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel: Bronzezeit

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Im Wandel der Zeiten“ erschien vor gut einem Jahr ein Brettspiel, mit dem man wie in diversen Computerspiel Aufstieg und Fall einer Zivilisation von den Anfängen bis hin zur Industriellen Revolution nachempfinden konnte. Es stellte sehr hohe Anforderungen an das Geschick und die Strategien des Einzelnen und verlangte von den Spielern nicht nur Zeit sondern auch viel Aufmerksamkeit.

Doch warum kompliziert und aufwendig, wenn es auch einfacher und schneller geht und auch ein gewisser Zufallsfaktor – nämlich das Würfelglück dazu kommt, dachten sich findige Spielentwickler und sollten recht behalten.

So entstand, basierend auf der Grundidee „Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel“, das selbst Kritiker begeisterte, so dass es mehrere ausländische Preise erhielt und 2010 auch auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres steht.

 

 

Spielidee:

 

Wie kann man eine Zivilisation entwickeln, ohne gleich einen Wust an teilweise sehr komplizierten Regeln auswendig zu lernen? Und was, wenn Zufall und Würfelglück immer wieder dazu zwingen, umzudenken? Das sind die beiden Prämissen von „Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel“, das sich als Epoche die noch recht überschaubare Bronzezeit ausgesucht hat.

Die Spieler schlüpfen wieder in die Rollen der Herrscher, haben jedoch außer einem Steckbrett, einer Übersichtstafel und einem Blatt Papier nicht viel vor sich liegen und können sich ganz auf die wenigen Dinge konzentrieren, die sie beachten müssen. Das erleichtert auch Kindern den Zugang und man kann eher einmal eine Runde zwischendurch spielen, da das Spiel sehr schnell aufgebaut und durchgeführt ist.

Das Würfelglück sorgt dafür, dass man wie im richtigen Leben nicht besonders gut vorplanen kann und immer wieder umdenken muss.

 

 

Ausstattung:

 

Die Ausstattung ist sehr geschmackvoll gestaltet und überschaubar. Die Steckbretter sind sauber ausgearbeitet, wenn man auch bei der Auswahl der Farben mehrere Kontraste hätte einbauen sollen – gerade die Brauntöne sind schwer voneinander zu unterscheiden.

Die Marker passen sehr gut dazu, sind aber recht klein, so dass man gut auf sie aufpassen sollte, damit sie nicht verloren gehen.

Die Würfel sind dagegen etwas größer als gewohnt.

Spielanleitung und Übersichtstafeln sind übersichtlich, ebenso wie die Wertungsbögen, die sogar doppelseitig verwendbar sind. Es ist ratsam, sich gerade davon Kopien zuzulegen, da es fraglich ist, ob man den Block nachkaufen kann.

 

 

Spielregel

 

Ähnlich wie beim Brettspiel zu „Im Wandel der Zeiten“ erweist sich auch die Spieregel zur Würfelvariante als sehr komplex, so dass man sich am besten eines der Steckbretter nehmen und die einzelnen Punkte spielerisch durchgehen sollte. Denn nämlich erst durch die Beispiele werden einige der Erklärungen verständlich, da sie als Regel zu kompliziert formuliert sind und in ihrer Knappheit zu theoretisch wirken.

Alles in allem sind die einzelnen Punkte aber auch ausreichend erklärt und sehr leicht zu finden, da viele Bilder den Text auflockern und zusätzliche Hilfen bringen. Neben dem normalen Spielablauf werden auch noch die Variationen für ein Handelsspiel und das Solospiel erklärt.

Da es gerade möglich ist, auch erst einmal alleine zu spielen kann man sich so das Spiel nach und nach erst einmal selbst beibringen, um es später dem Rest der Gruppe mit eigenen Worten zu erklären.

 

 

Spielablauf

 

Wie im Brettspiel zu „Im Wandel der Zeiten“ ist es auch in der Würfelspiel-Variante das Ziel, eine Zivilisation aufzubauen und bis zum bronzezeitlichen Imperium zu führen. Dabei geht es allein um die Wirtschaft, Kriege sind völlig ausgeklammert.

Auch die Vorbereitungen sind schnell getroffen. Jeder Spieler erhält ein Steckbrett mit den entsprechenden Markern, eine Übersichtstafel und einen Wertungsbogen. Je nach dem, wie viele Spieler teilnehmen, müssen Monumente durchgestrichen werden.

Jede Spielrunde beginnt für den Spieler mit Würfeln, um festzulegen, welche Aktionen er in diesem Zug durchführen kann. Dabei darf er bis zu drei Mal würfeln, muss aber die Würfel mit dem Schädelsymbol liegen lassen. Er beginnt mit drei Würfeln, baut er Städte, erhält er für jede einen Würfel mehr.

Nach dieser Phase werden die Würfel ausgewertet. Zuerst werden „Waren“ eingesammelt, das heißt, man darf von unten nach oben aufsteigend seine Marker nach rechts verschieben, sammelt also zuerst Holz, dann Stein, Töpferware, Stoff und zuletzt Metall. Schädelsymbole stehen für zwei Waren, können aber auch, wenn mehrere erwürfelt wurden, Katastrophen wie Dürren und Seuchen auslösen. Ein Tonkrug steht für eine Ware.

Danach „sammelt man Nahrung“ ein, verkörpert durch das Ährensymbol und verschiebt den Marker um die entsprechende Zahl nach rechts. Im nächsten Schritt werden die „Städte versorgt“, das heißt für jede Stadt wird ein Punkt an Nahrung abgezogen. Sollte mehr als ein Schädelsymbol vorliegen muss auch die Katastrophe abgewickelt werden. Dann erst kann man dazu übergehen, weitere Städte und Monumente zu errichten, wenn man die Arbeiter dazu hat und natürlich auch Errungenschaften zu kaufen, die die Auswirkungen von Katastrophen abmildern können. Ganz zuletzt muss man die erwirtschafteten Waren, die man zu viel hat, abgeben.

Das Spiel endet, wenn einer der Spieler eine fünfte Errungenschaft erworben hat oder jedes Monument einmal vollendet wurde. Danach werden die erwirtschafteten Punkte zusammen gezählt.

Will man Waren nicht verfallen lassen sondern mehr damit anstellen, kann man auch ein Handelsspiel durchführen. Und nicht zuletzt ist es auch möglich für sich alleine zu spielen, wenn man Zeit überbrücken möchte, wobei man ein Spiel auf zehn Runden beschränken sollte.

 

 

Spielspaß

 

Im Gegensatz zur reinen Brettspielvariante lässt sich „Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel – Bronzezeit“ gut zwischendurch spielen, da es schnell vorbereitet ist und auch nicht so viele Regeln zu beachten sind.

Auch Kinder werden schnell damit zurecht kommen, da die Regeln nur am Anfang komplex erscheinen, sich beim Spiel aber als sehr logisch und einfach erweisen. Besonderen Spaß macht dabei wohl, dass das Würfelglück und damit der Zufall eine entscheidende Rolle spielt und man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen muss, die man so nicht vorausgeahnt hat. Genau genommen hat das ganze ein wenig von „Kniffel“, gerade weil man die Würfel noch einmal neu werfen kann, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Positiv fällt auch ins Gewicht, dass Katastrophen nicht nur fatale Nebenwirkungen haben, sondern auch Waren bescheren, so dass man vielleicht einmal seine Städte nicht versorgen kann, dafür aber vielleicht eine Eigenschaft kaufen kann.

Interaktion besteht zwischen den Spielern keine, wenn man einmal von dem Wettlauf um die Monumente und Eigenschaften absieht. Nur in der Handelsvariante kann man sich etwas mehr einbringen, diese ist aber erst zu empfehlen, wenn man sich ein wenig im Spiel eingelebt hat und mit den Regeln zurecht kommt.

Je nach dem welche Taktik die Mitspieler einschlagen, können die Runden sehr schnell zu Ende sein, sich aber auch in die Länge ziehen, aber sie dauern nicht wirklich mehr als eine Stunde.

Dadurch eignet sich das Würfelspiel sehr gut dazu, um Wartezeiten zu überbrücken und kann mit etwas Umsicht von der ganzen Familie auch auf Reisen oder im Urlaub gespielt werden.

 

 

Fazit

 

„Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel – Bronzezeit“ ist vielleicht die kleine und abgespeckte Variante von „Im Wandel der Zeiten – Das Brettspiel“, überzeugt aber durch die schöne Gestaltung der Steckbretter und Würfel und den so rasanten wie abwechslungsreichen Spielablauf.

Gerade weil man nicht viel vorbereiten muss, kann man schnell in das Spiel einsteigen. Auch wird höheres strategisches Geschick unter Umständen ein wenig durch das Würfelglück abgemildert, das letztendlich jede Partie unvorhersehbar macht.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Im Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel: Bronzezeit(Würfel & Brettspiel)

Autor: Matt Leacock

Übersetzung: Dr. Rainer Nagel

Illustration: Claus Stephan und Marko Fiedler

Verlag: Pegasus Spiele, Friedberg

Material: Karton/Papier & Holz

Spielerzahl: 1-4

Spielmotivation: Strategie, Taktik

Sprache Spielanleitung: DE

Altersempfehlung: 8 - 99 Jahre

Spieldauer: mindestens 30 Minuten

Modellnummer: 51785G

ASIN: B002I61PKS

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:

Inhalt:

Inhalt:

Spielanleitung

4 Steckbretter

7 Würfel

24 Marker

4 Übersichtstafeln

1 Block mit Wertungsbögen

 

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 15.07.2010, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50