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Impact Winter

Rezension von Cronn

 

Ich klettere aus der verschneiten Kirche heraus und stehe allein in der frostigen Kälte. Halt, nicht ganz allein. Um mich herum schwebt eine Drone und spendet mir etwas Licht. Dichtes Schneegestöber nimmt mir die Sicht, der Tag geht langsam in die Nacht über.

Eigentlich sollte ich um diese Zeit schon längst unter Tage sein und dort mich aufwärmen, aber das Essen geht zur Neige und auch Brennholz fehlt langsam, aber sicher. Also muss ich raus und Nachschub besorgen.

Ich stapfe los durch den tiefen Schnee, eine Spur hinterlassend. Bald gelange ich an ein Autowrack, das ich plündere. Dort finde ich eine Zange und Benzin. Gut, also weiter.

An einem einsamen Nomaden vorbei, der mir für Samen einige Dinge verkaufen würde, gelange ich zur Schneehöhle. In diese klettere ich hinab.

Und stehe vor dem Sunnyside-Hotel. Es ist schon lange verlassen, muss wohl gleich nach dem Einschlag des Meteoriten gewesen sein. Nun ist das ein Geisterhaus, in mir steigt ein beklemmendes Gefühl hoch.

Bald schon finde ich Medizin in einem Badezimmerschränkchen, wovor eine tiefgefrorene Leiche liegt. Unheimlich ist das hier.

Etwas rohes Fleisch aus einem Kühlschrank nehme ich ebenso mit wie etwas Wasser in einer Plastikflasche.

Dann steige ich wieder empor und begebe mich auf den Rückweg in die verschneite Kirche zu meinen Freunden.

 

Impact Winter heißt das jüngst erschienene Game von dem Entwicklerteam Mojo Bones. Nach einer missglückten Kickstarter-Kampagne griff der Publisher Namco Bandai dem Projekt unter die Arme. Nun ist es erschienen, doch wie gelungen ist das Roguelike-Game?

 

Hintergrund:

Nach einem Meteoriteneinschlag hat sich das Wetter auf der Erde schlagartig geändert. In Nordamerika herrscht der Winter und hat alles Leben unter einer meterdicken Schnee- und Eisschicht begraben.

In einer ehemaligen Kirche haben einige Bürger überlebt. Als Spieler übernimmt man die Rolle eines Überlebenden, der für die anderen 30 Tage bis zum Eintreffen des Rettungstrupps zu sorgen hat.

 

Gameplay:

Wie andere Roguelike-Games funktioniert auch »Impact Winter«. Man durchsucht die Umgebung nach Ressourcen und versucht die Zeit bis zum Eintreffen der Rettung zu überstehen. Diese kann man verkürzen, indem man die Drone aufrüstet oder Funktürme repariert.

Dabei muss man stets Mikromanagement betreiben, die Moral der Truppe aufrecht erhalten, für Essen sorgen, Rezeptbücher besorgen und anderes mehr.

Dieses Management ist recht umständlich geraten. Für ein Verschieben von Gegenständen braucht man drei Mausklicks. Warum kann man nicht per Drag-And-Drop verschieben? Das sorgt für viel unnötige Klickarbeit.

 

Auch andere Bugs sorgten zu Release für Probleme. So war die Maussteuerung nicht implementiert – was sie nun dank Hotfix-Patch ist.

 

Spaß macht die Untersuchung der Umgebung, da diese sehr atmosphärisch umgesetzt wurde. Das Durchstromern von Geisterhäusern und anderen Locations stellt eine große Motivation dar. Überall gibt es etwas zu entdecken und die postapokalyptische Szenerie bietet viel Abwechslung trotz des eintönig anmutenden Schnee-Szenarios.

 

Leider erklärt das Spiel einige Gameplay-Elemente nur halb oder gar nicht. So ist es beispielsweise verwunderlich, dass nicht erwähnt wird, dass Samen keinen Platz im Inventar einnehmen.

 

Auch muss man damit rechnen, das Spiel nicht in einem Rutsch durchspielen zu können. Der Tod der Spielerfigur ist vorausberechnet. Aber das gehört ja zu einem Roguelike dazu. Dennoch braucht man eine gewisse Frusttoleranz.

 

Grafik und Sound:

Die Grafik von »Impact Winter« ist gelungen. Gerade die schicken Beleuchtungseffekte der Drone schaffen viel Atmosphäre. Zudem veredeln kleine Details die Grafik von »Impact Winter«, beispielsweise die Schneeschneisen, die der Spieler hinterlässt oder die Spuren von Tieren rund um Bäume. Auch das Schneetreiben sorgt für Atmosphäre.

Die Animation der Spielfiguren ist hingegen lediglich ordentlich gelungen und zeichnet sich nicht durch allzu viel Animationsstufen aus.

 

Der Sound ist mit einem tollen Musik-Soundtrack ausgestattet, der in seinen besten Momenten an Filme wie The Thing erinnert. Leider gibt es keine Sprachausgabe und auch sonst ist der Sound kaum auffällig.

 

Fazit:

»Impact Winter« ist ein Roguelike, das sich im Survival-Bereich hinter Flame in the Flood und Konsorten positioniert. Das an sich interessante Szenario wird dabei aber durch einige Designmacken und Bugs torpediert.

Wer sich für postapokalyptische Schnee-Szenarien interessiert, dürfte an »Impact Winter« seine helle Freude haben. Alle anderen prüfen nochmals anhand von Rezensionen oder Let’s Plays, ob ihnen der Titel gefallen könnte – man braucht ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz, um bei »Impact Winter« voranzukommen.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Impact Winter

Mojo Bones / Namco Bandai, 23. Mai 2017

 

Erhältlich bei: steam

Systemanforderungen:

  • Betriebssystem: Windows 7, 8.1, 10 64-bit
  • Prozessor: Intel Core i3-2100, 3.10 GHz | AMD FX-4350, 4.2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Grafik: GeForce GTX 460 | Radeon HD 5850
  • DirectX: Version 9.0c
  • Speicherplatz: 5 GB verfügbarer Speicherplatz
  • Soundkarte: DirectX Compatible

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Erstellt: 05.06.2017, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50