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In den Armen der Finsternis von Majorie M. Liu

Rezension von Christel Scheja

 

Maxine Kiss ist von Geburt an dazu ausersehen, Dämonen zu bekämpfen. Sie hatte nie die Wahl einen anderen Weg einzuschlagen, genau so wie ihre Mutter und Großmutter, denn in einem bestimmten Alter haben sich Helfer zu ihr gesellt, die ebenfalls nicht irdischen Ursprungs sind. Am Tag zeigen diese sich auf ihrer Haut als Tätowierungen, die sie unverletzbar und vielleicht sogar unsterblich machen, in der Nacht lösen sich die Wesen, die sich dahinter verbergen aus ihrer Haut und beschützen sie in physischer Gestalt.

 

Bisher war die junge Frau dadurch eine Einzelgängerin, die zwischen den Welten stand und niemanden wirklich an sich heran ließ. Das aber hat sich geändert, als sie Grant kennen gelernt hat, einen ehemaligen Priester, der ebenfalls besondere Fähigkeiten besitzt, aber anders als sie daran glaubt, dass auch Dämonen eine „gute“ Seite haben.

Die Suche nach demjenigen, der Maxine einen Mord in die Schuhe schieben wollte, hat die beiden zusammen geschmiedet. Und nun kann sie auch nicht mehr ohne Grant leben, der mit seiner Musik alle lebenden Wesen und sogar Kinder der Dunkelheit beeinflussen kann. Die Angst durch das Zusammensein mit ihm schwanger zu werden, schwindet. Denn sie hat endlich einen Ort gefunden, an dem sie sich wohl fühlen kann – und nicht zuletzt eine Familie.

Doch der Frieden erweist sich als trügerisch, denn auch Grant hat eine Vergangenheit, die sich nicht verschweigen und noch weniger verdrängen lässt. Eines Tages erscheinen Männer bei Grant und Maxine – Ordensmitglieder, die eine Bitte an ihren ehemaligen Mitbruder haben. Sie wissen, dass der ehemalige Priester nicht „Nein“, sagen kann.

Die Jägerin ahnt allerdings, dass irgend etwas nicht stimmt und bleibt an der Seite ihres Geliebten. Denn im Gegensatz zu ihr hat er keinerlei Schutz vor Angriffen aus dem Hinterhalt.

Und ihr Instinkt soll recht behalten, denn schon bald stecken sie beide in einem Nest aus Intrigen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Nun kommen Dinge ans Licht, die auch Maxines Vermächtnis in einem ganz anderen Licht dastehen lassen und zudem von einem nahenden Verhängnis kündet, das bisher noch keinem Menschen wirklich bewusst geworden ist.

 

Diente der erste Band noch dazu, die wichtigen Figuren und ihre Umgebung vorzustellen, so taucht der zweite Band tiefer in den Hintergrund ein, der zuvor nur angedeutet wurde. Die Boten der Apokalypse erhalten ein Gesicht und ihre Pläne werden offengelegt. Auch Maxines Rolle in diesem Spiel wird ein wenig deutlicher.

Der Roman verzichtet diesmal darauf, auch normale Menschen in den Plot zu involvieren, tatsächlich beschränkt er sich auf die übernatürlichen Wesen, die die Helden bedrohen und jene Menschen, die über das, was hinter den Kulissen vor sich geht, Bescheid wissen.

Die Fronten klären sich, man erkennt, wer Freund und wer Feind in den Fortsetzungen werden dürfte – sofern er oder sie es überleben.

Somit stehen wieder Beziehungen im Mittelpunkt, aber die haben es in sich und sind längst nicht so harmlos und harmonisch wie in den üblichen paranormalen Romanzen. „In den Armen der Finsternis“ ist tatsächlich ein Mittelding, denn wo der Genrefan auf der einen Seite zu wenige Horrorelemente vorfindet, dürfte die normale Leserin von Liebesromanen viele Beschreibungen als zu brutal erachten und die Gefühlswelt der Protagonisten als zu kalt erachten.

Denn die Autorin springt nicht gerade sanft mit den Figuren um und verzichtet ganz auf schwülstige Liebesschwüre. Gerade Majorie hat einen ziemlichen Knacks, der sie oft sehr hart und zynisch wirken lässt.

Alles in allem ist die Handlung aber sehr ausgewogen und bietet eine gute Mischung aus Action und Beschreibung. Es passiert immer etwas, um die Handlung voranzutreiben, gleichzeitig erfährt man mehr über den Hintergrund, so dass auch trotz der abgeschlossenen Handlung genug Fragen für die Fortsetzung offen bleiben.

 

„In den Armen der Finsternis“ weist eine Steigerung in der Spannung gegenüber „Gefährtin der Dämonen“ auf, denn man merkt, dass die Autorin nun auf den großen Konflikt hinarbeitet und die Weichen stellt. Vor allem Leser, die mehr als nur das übliche Beziehungswirrwarr genießen wollen und auch gegenüber brutaleren Beschreibungen tolerant eingestellt sind, werden das Buch genießen können, dass sich angenehm aus der Masse der sonst so seichten paranormalen Romanzen heraus hebt.

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In den Armen der Finsternis

Reihe: Die Chroniken der Jägerin, Bd. 2

Autorin: Majorie M. Liu

broschiert, 415 Seiten

Blanvalet, erschienen September 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Wolfgang Thon

Titelbildgestaltung von Hildendesign

ISBN-10: 3442266475

ISBN-13: 978-3442266470

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.11.2010, zuletzt aktualisiert: 18.07.2017 18:11