Alessia Gold gehört zu den jungen deutschen Autorinnen, die mit ihren Geschichten junger Leserinnen zu erreichen und dem Trend folgen zu wissen. Sie bewegt sich deshalb in vielen Bereichen der Romantik, wie nun auch In the Shadows we wait beweist, dem Start der Redveil-Dilogie, in dem sie Lieben mit Dark Fantasy vermischt.
Seit sie weiß, dass sie von ihren amerikanischen Eltern nur adoptiert wurde und eigentlich aus Rumänien stammt, hat Xara massive Albträume. Deshalb reist sie auch in das abgelegene Dorf, aus dem sie eigentlich stammen soll und stellt schon bald fest, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht.
Denn Vampire und auch Werwölfe scheint es wirklich zu geben, und sie muss sich fragen, ob die Legende um eine verfluchte Fürstin nicht doch wahr ist, denn sowohl Dorian, der unsterbliche Herrscher der Gegend und sein Diener Juraj glauben, dass sie ihre wiedergeborene Geliebte ist.
Die Geschichte folgt einem bekannten und vertrauten Schema, denn die Heldin wird wie magisch von einem Ort angezogen, der trotz aller modernen Einflüsse von der Welt vergessen scheint. Das liegt vor allem an den Bewohnern einer über allem thronenden Burg, auch wenn die Vampire eher Beschützer als Monster zu sein scheinen.
Die Autorin nimmt sich allerdings Zeit, in das Szenario einzuführen und gleich aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, so dass man sich alles auch entsprechend plastisch vorstellen kann. Vor allem die Gesellschaft der Vampire, in die immerhin ein paar neue Ideen einfließen.
Dadurch lernt man die wichtigen Charakter auch recht gut kennen, vor allem Xara und die beiden Vampire, die sie mehr oder weniger ab der Hälfte der Geschichte umkreisen. Tatsächlich scheint einiges an der Legende zu sein, die sich die Menschen hinter vorgehaltener Hand erzählen und die auch Xara mehr zu berühren scheint als sie selbst dann zugeben will. Und das sorgt für die nötige Spannung.
Dennoch dürfte der Genrefan schnell merken, dass die Autorin zwar die phantastischen Elemente nett einzusetzen weiß, ihr Augenmerk aber doch lieber auf das Liebesdreieck konzentriert, das immer mehr Fahrt aufnimmt. Romantiker dürfte es freuen – das Abenteuer bleibt dabei allerdings im Hintertreffen. Heraus kommt eine solide dunkle Liebesgeschichte mit ein paar Intrigen, die für Spannung sorgen und damit auch das Vampir-Genre neu beleben wollen.