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Inspector Mathias - Mord in Wales, Staffel 1

Rezension von Christel Scheja

 

Schaut man sich englische Krimis an, wird man das Gefühl nicht los, dass gerade die Rate der Morde unendlich hoch zu sein scheint oder liegt es einfach nur an der Leidenschaft der Briten, gute Geschichten um Mord und Totschlag vor heimischer Kulisse serviert bekommen? Das Genre steht jedenfalls hoch im Kurs, und die Macher müssen sich schon einiges einfallen lassen, um ihre Zuschauer zu beeindrucken.

„Inspector Mathias – Mord in Wales“ spielt nicht nur in dem schönen Städchen Aberystwyth an der walisischen Südküste, die Serie wurde auch gleich zweisprachig gedreht – in englisch und walisisch - um dem Sende-Auftrag von BBC Cymru Wales gerecht zu werden.

 

Warum der wortkarge und immer ein wenig melancholisch wirkende Inspektor Mathias ausgerechnet aus einer Weltstadt wie London weggegangen ist, um ausgerechnet die Leitung der Mordkommission in Aberystwyth anzunehmen, ist seinen neuen Mitarbeitern nicht bekannt. Es gibt weder Gerüchte darüber, noch verrät er jemandem, was ihn in diese abgelegene Gegend getrieben hat. Sicher ist nur – er scheint schwerwiegende Gründe zu haben.

An seiner Seite stehen DI Marder Rhys, DC Lloyd Elis und DS San Owens, alles Kinder der Region, die ihre eigenen Vorbehalte gegenüber dem neuen Chef haben, weil sie auch nicht wissen, wie sie ihn neben sollen.

So bleiben sie alle einander zunächst auf Distanz und arbeiten eher wie Fremde zusammen, als es darum geht, den Verbrechen auf die Spur zu kommen. Als eine Frau aus ihrem Bungalow am Meer verschwindet, scheint es sich erst um eine Entführung zu handeln. Doch tatsächlich ist die ältere Dame ermordet worden, da ihre Leiche nur ein paar Tage später auftaucht. Die Suche nach dem Mörder wird zunehmend schwieriger, da sich bei den Ermittlungen Abgründe auftun, die auch das Leben der Toten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen und dem Mörder ein durchaus menschliches Motiv in die Hand geben.

Ähnlich gestalten sich auch die anderen Fälle, die Mathias und sein Team nach und nach zusammenschweißen. Denn sie merken, dass der zurückhaltende, grimmig wirkende Mann das Herz am rechten Fleck hat und genau zu wissen scheint, wann er seine warmherzige und menschliche Seite zeigen darf …

 

Der deutsche Titel der Serie ist wenig aussagekräftig, aber das liegt vermutlich auch daran, dass die beiden Originaltitel „hinterland“(sic!) und „Y Gwyll (Die Dämmerung)“ noch weniger von den Zuschauern verstanden würden als „Inspector Mathias – Mord in Wales“.

Die Serie setzt wie so viele andere englische Krimis erst einmal auf das Ambiente und die Eigenheiten der Menschen in einer bestimmten Region. Schon die ersten Bilder der Serie machen deutlich – die Melancholie und Kargheit der walisischen Südwestküste wird sich auch in den Gemütern und im Charakter der Menschen widerspiegeln.

Und das ist tatsächlich der Fall. Viel mehr als seine Kollegen scheint Inspector Mathias in die Landschaft zu passen. Er ist ruhig und verschlossen, ein stiller aber wachsamer Beobachter, der nur aus sich heraus kommt, wenn er es für richtig hält. Und dann trifft er meistens ins Schwarze und lockt die Zeugen und Verdächtigen aus der Reserve.

Einen guten Teil der Spannung bezieht die Serie vermutlich auch aus dem Geheimnis, das um seine Person gemacht erst einmal auch nicht aufgelöst wird. Ansonsten geht es eher behäbig zu. Die Serie nimmt sich Zeit, in den Fall einzuführen und schildert die Arbeit der Ermittler mit großer Sorgfalt. Dabei machen es sich die Drehbuchschreiber nicht immer einfach. Sie legen falsche Fährten und führen im Hintergrund doch den roten Faden weiter, der am Ende die Wahrheit enthüllt und den Fall am Ende in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Die Morde geschehen oft nicht grundlos, denn fast immer stecken menschliche Tragödien dahinter, durch die die Täter erst dazu getrieben wurden, ihr Verbrechen zu begehen. Alles in allem macht das die Serie tiefgründiger als andere, denn man lernt diejenigen zu verstehen, die das Leben ihres Opfers beendet haben.

Gewürzt wird das ganze mit ein paar recht menschlichen Problemen zwischen den Helden, den üblichen Originalen, wie man sie in jedem Regionalkrimi findet und schönen Aufnahmen der Landschaft. In den Extras erfährt man ein wenig mehr über die Charaktere und die Intention der Serie, die Landschaften und die Tatsache, dass die Geschichte in zwei Sprachen gedreht wird, was besondere Anforderungen an die Schauspieler stellt. Die walisische Fassung fehlt leider auf den deutschen DVD's. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, so dass es auch da nichts auszusetzen gibt.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem dürfte „Inspector Mathias – Mord in Wales“ all den Zuschauern gefallen, die britische Krimis im Stil von „Inspector Barnaby“ oder „Inspector Lewis“ mögen – beschauliche und ruhige Ermittlungen vor schönen Kulissen, in denen vor allem die Menschen und nicht die Action oder epische Geheimnisse im Vordergrund stehen – bei denen die Fälle oft tiefgründiger sind als man zunächst denkt, und die Motive komplexer als üblich. Stimmung und Ambiente ersetzen oftmals die Spannung in der behäbigen Handlung, in der es nur selten zu wirklichen Wutausbrüchen kommt.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Remedy – Eine Familie, zwei Welten, Staffel 1

Inspector Mathias - Mord in Wales, Staffel 1 (DVD; TV-Serie; FSK 12)

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 9. August 2015

Produktionsjahr: 2013

Spieldauer: 380 Minuten

ASIN: B00WYA9V68

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:/b>

Richard Harrington

Mali Harries

Hannah Daniel

Alex Harries

Aneirin Hughes

 

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Erstellt: 17.09.2015, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56