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7 Fragen - 7 Antworten : Ernst Wurdack - Wandeln auf dunklen Pfaden

Fantasyguide: Hallo Ernst. Stell dich und dein Verlag doch unseren Lesern mal vor!

 

Ernst Wurdack: : Bücher mache ich schon seit 10 Jahren, zunächst für die Storyolympiade, vor 5 Jahren habe ich dann den Verlag gegründet. Daneben erstelle ich Buchcover und erledige Satzarbeiten für befreundete Verleger. Aus dem Hobbyprojekt ist mit der Zeit ein ganz ansehnlicher Verlag geworden, der größte Teil der Bücher wird inzwischen über den Buchhandel verkauft, und der Tag, an dem ich den Verlag hauptberuflich betreiben muss, ist nicht mehr allzu ferne, denn 18 bis 20 Titel pro Jahr sind nebenher einfach nicht zu schaffen.

 

 

Fantasyguide: Vielleicht liege ich falsch, aber für mich scheint der Wurdack Verlag vor allem aus der SF Sparte zu bestehen.

 

Ernst Wurdack: : Nein, du liegst schon richtig. Ich musste lernen, dass sich ein kleiner Verlag auf seine Stärken konzentrieren muss, um zu überleben, und dass man nicht mehrere Sparten gleichzeitig aufbauen kann. Mehr als einmal stand der Verlag deshalb kurz vor dem Aus, aber inzwischen sind wir über den Berg und wir haben dazugelernt.

Nun, da die SF-Sparte gut läuft, was eindeutig den unermüdlichen und jahrelangen Aktivitäten von Armin Rößler und Heidrun Jänchen zu verdanken ist, gehen wir daran, die Sparten Krimi und Horror & Phantastik aufzubauen. Und wir nehmen uns die Zeit, die dazu nötig ist – schätzungsweise 4-5 Jahre.

 

 

Fantasyguide: Simon Clarks Vampyrrhic ist ja als Auftakt einer neuen Horrorsparte geplant. Worum geht es in dem Roman und warum hast du gerade diesen Roman als Auftakt gewählt?

 

Ernst Wurdack: : Das Thema Vampire fasziniert mich schon immer, allerdings nicht diese pseudoerotischen Biss-Variationen für Schulmädchen. Und Simon Clark geht in seinem Roman ganz anders an die Sache heran als das, was derzeit den Markt überschwemmt. Das war für mich ausschlaggebend. Darüber hinaus ist Simon ein Bestsellerautor (und nebenbei ein ganz netter Kerl), dessen Bücher in viele Sprachen übersetzt wurden, seltsamerweise aber nie auf Deutsch erschienen.

 

Zum Inhalt möchte ich möchte an dieser Stelle Torsten Scheib und seine Rezension zitieren:

 

Leppington, England. Ein kleiner, beschaulicher Ort, in dem scheinbar nichts Sonderbares passieren kann - scheinbar. Denn tief unter den Häusern der Stadt lauert das teuflische Böse; vampirähnliche Kreaturen, deren Hunger zu neuem, unheiligem Leben erwacht ist. Seit Jahrhunderten haben die Blutsauger auf ihre Rückkehr gewartet, die jetzt gekommen zu schein scheint - und niemand soll sie dabei aufhalten!

Mit "Vampyrrhic", seinem sechsten Roman, hat sich der britische Horror-Autor Simon Clark nun dem klassischen Vampirthema angenommen. Doch wer die Werke des Autors kennt, weiß, dass seine Romane stets auf erfrischende Art und Weise von der Norm abweichen. "Vampyrrhic" ist da keine Ausnahme. So sind Clarks Vampire nicht die typischen Vertreter der Nosferatu - von ihrer Gier nach warmem Blut mal abgesehen - sondern eine Mischung aus Parasiten und höllischen Geschöpfen, deren Ursprung tief in der nordischen Mythologie verwurzelt ist.

Doch es sind nicht nur die titelgebenden Monster, die nach Beendigung des Romanes in Erinnerung bleiben. So legt Clark erneut großen Wert auf Charakterisierung und blickt mehr als einmal hinter die Fassaden einer scheinbar normal wirkenden Gesellschaft. Als Resultat bleiben nicht selten menschliche Monster zurück, die denen aus den Tiefen der Erde stellenweise in Nichts nachstehen. Gleichzeitig entlarvt Clark mit einfachen, aber gelungenen Tricks den Leser oftmals als keinesfalls vorurteilsfrei. So wie er den Monstren oftmals menschliche Züge verleiht, lässt er so manchen sinister wirkenden Charakter schließlich als Held darstehen; als tapferen Kämpfer gegen die dunklen Mächte, die Lepington zu vernichten drohen.

 

 

Fantasyguide: Jetzt haben wir eine Vorstellung von dem ersten Roman. Was ist denn noch geplant und wie sieht die generelle Ausrichtung der Wurdack Horrorsparte aus?

 

Ernst Wurdack: : Wichtig sind mir interessante Texte, und es wird keine Schubladen geben. Was gut ist und mir bzw. der Horror-Redaktion gefällt, wird verlegt – vorerst 2 Titel pro Jahr.

Mit Marcus Richter, den ich über den Vincent Preis 2007 entdeckt habe und den ich für eines der großen Horror-Autoren-Talente Deutschlands halte, bin ich derzeit im Gespräch. Alles deutet auf einen Novellenband hin, aber es ist noch zu früh, um konkreter zu werden. Ein weiterer deutscher Autor, der in Horrorkreisen gut bekannt ist, hat mir signalisiert, dass er zur Horror-Reihe gerne einen Roman beisteuern würde. Ich hoffe, es klappt.

 

Fantasyguide: Du hast eine Sparte Vampire auf eurer HP. Was erwartet den geneigten Leser dort?

 

Ernst Wurdack: : Vampire, Vampire, Vampire!

In Kürze erscheint der zweite Vampir-Roman von Birgit Erwin – Der Vampir von Rom.

Danach Simon Clarcs Vampyrrhic (Vampire sind nur eine spezielle Untersparte von Horror) und möglicherweise (hoffentlich) ein weiterer Roman von Birgit Erwin, ein Roman, der ihre Vampirsaga fortführt.

 

Fantasyguide: Krimi/Thriller ist ebenfalls ein Bestandteil von Wurdack. Was dürfen wir da noch erwarten? Ich habe da was in Richtung Lokalkrimis klingeln gehört.

 

 

Ernst Wurdack: : Ich möchte nicht auf den Lokalkrimizug aufspringen, bei dem die Autoren oft mehr Wert auf die Beschreibung der Umgebung als auf den Fall legen, aber ich möchte Krimis, die im deutschsprachigen Raum spielen. Genau wie bei SF erfolgt die Auswahl der Manuskripte durch eine Redaktion, in diesem Fall Wolfgang Schröder und Berta Berger, einer Autorin u.a. des Piper Verlags. Diese Redaktionen arbeiten absolut selbstständig und sind allein für das Programm verantwortlich. Ich beschränke mich darauf, gelegentlich auf einen Autor hinzuweisen, der mir aufgefallen ist, rede den Redaktionen aber sonst nicht rein.

Momentan werden 3 Romanmanuskripte geprüft, was dabei herauskommt, wird sich zeigen.

 

Fantasyguide: Werfe doch mal einen kurzen Blick in die Zukunft und sag uns, was wir in nächster und auch ferner Zukunft noch aus dem Hause Wurdack zu erwarten haben?

 

Ernst Wurdack: : Bis 2011 steht das Programm so gut wie fest, nur welcher Roman wann genau erscheint hängt von so vielen Dingen ab, dass ich mich hier nicht monatsgenau festlegen kann und möchte. Der aktuelle Stand ist immer auf unserer Verlagsvorschau auf der Webseite zu finden. Beschlossene Sache ist, dass wir uns zunächst auf die Arbeit mit unseren Stammautoren konzentrieren werden und deshalb nur in Ausnahmefällen neue Autoren ins Programm nehmen können.

Irgendwann werde ich als vierte und letzte Sparte auch wieder Fantasyromane bringen, aber das ist Zukunftsmusik.

 

 

Fantasyguide: Wir bedanken uns für das interessante Gespräch und wünschen dir für die Zukunft alles Gute.

 

Eure Meinung:

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Ernst Wurdack

Ernst auf dem BuCon 2010
Ernst auf dem BuCon 2010

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Erstellt: 03.07.2009, zuletzt aktualisiert: 14.03.2019 17:53