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7 Fragen - 7 Antworten : Walter Diociaiuti - Eloy Edictions

Redakteur: Michael Schmidt

 

Fantasyguide: Lieber Walter Diociaiuti. Stell dich doch unseren Lesern mal kurz vor!

 

Walter Diociaiuti: Gerne. Ich heiße Walter Diociaiuti und wurde am 16. Dezember 1966 in Rieti, einer kleinen Stadt in der Nähe von Rom, geboren. Ich war eine lange Zeit (16 Jahre) Profi-Musiker und derzeit arbeite ich als Übersetzer (für Deutsch, Englisch und Italienisch) und Horrorautor.

Vor einem Jahr habe ich zusammen mit zwei Freunden den kleinen Verlag Eloy Edictions (www.eloyed.com) gegründet.

 

Fantasyguide: Du bist Italiener, gründest aber einen Verlag in deutscher Sprache. Das finde ich recht ungewöhnlich. Wie kam es dazu?

 

Walter Diociaiuti: Tatsache ist, dass ich schon seit 3 ½ Jahren in Deutschland (Augsburg) lebe und es dahingehend schon einmal Sinn macht, einen Verlag in deutscher Sprache zu gründen. Und es wäre noch ungewöhnlicher gewesen, wenn ich einen deutschen Verlag in Deutschland gegründet hätte, der nur Bücher in italienischer Sprache veröffentlichen würde, oder? Na ja, ich bin selbst auch Schriftsteller und meine Leidenschaft für Literatur im Allgemeinen und Phantastischer Literatur im Besonderen hat mich dazu gebracht, einen Verlag zu gründen.

 

Fantasyguide: Wird es auf Grund deiner Herkunft auch Romane aus der italienischen Phantastikszene geben?

 

Walter Diociaiuti: Ja, sicher. Ich werde einen Roman ( „La Stazione del Dio Suono“ ) von Danilo Arona, dem besten italienischen Horrorautor, veröffentlichen. Und wahrscheinlich werde ich im Laufe der Jahre noch andere Bücher von ihm und anderen italienischen Autoren verlegen. Schau mer mal...

 

Fantasyguide: Wie wir jetzt wissen, bist du Verleger, dein Verlag ist die Eloy Edictions. Daher die berühmte Frage, warum sollte ein Leser gerade ein Buch aus deinem Verlag kaufen? Was ist das besondere an Eloy Edictions?

 

Walter Diociaiuti: Prinzipiell verlege ich auch nichts Anderes als Bücher, so wie jeder andere Verlag. Ich könnte sogar behaupten, dass Eloy nur gute Bücher veröffentlicht, aber mir wäre es lieber, wenn die Leser und Kritiker so etwas schreiben würden. Eloy hat viele ausländische Autoren im Programm, Autoren, die (außer Tom Piccirilli) nie vorher in Deutschland erschienen sind. Und dazu kommen auch einige der Besten der deutsche Horrorszene (Boris Koch, Michael Siefener, Christian Von Aster, Markus K. Korb, Markus Kastenholz, Jörg Bartscher Kleudgen, Tobias Bachmann, Stefan Pinternagel, Kathleen Weise...). Ich versuche den Lesern Bücher von höchster Qualität zu bieten und mich und den Verlag stetig weiter zu entwickeln, auch Dank einiger Mitarbeiter, die mir viel geholfen haben (und immer noch helfen). Was die ausländischen Autoren anbelangt, zählt Eloy berühmte Schriftsteller wie T.M. Wright, Tom Piccirilli, Simon Clark, Brian Keene, Gary Braunbeck und noch viele Andere, die teilweise mit dem Bram Stoker Preis ausgezeichnet wurden, zu seinen besten Autoren. Gerade frisch aus der Druckerpresse sind zwei Bücher: Der Story-Band „Schattentänzer“ von Paul Kane, einem sehr interessanten Horrorautor aus England, außerdem die von Paul Kane und mir herausgegebene Anthologie „Albions Albträume: Zombies!“, an der die besten Schriftsteller der englischen Phantastikszene (Simon Clark, Tim Lebbon, Christopher Fowler, Paul Finch, Maynard & Sims...) teilgenommen haben. Die Cover beider Bücher wurden von dem exzellenten englischen Künstler, David J. Magitis realisiert.

 

Fantasyguide: Neben szenebekannten deutschen Autoren wie Michael Siefener, Boris Koch, Tobias Bachmann und Markus K. Korb hast du auch englische und amerikanische Autoren in deinem Programm. Soll dieser Mix beibehalten werden?

 

Walter Diociaiuti: Im Moment ist das so geplant! Ich möchte allerdings hinzufügen, dass ich beabsichtige, mehr und mehr deutsche Autoren zu veröffentlichen und den Anteil der ausländischen Autoren zu verringern. Klar, die deutschen Autoren müssen mir zuerst demonstrieren, dass sie auf dem gleichen Niveau oder sogar besser als die Amis sind. Und das wird kein Kinderspiel sein, aber doch nichts Unmögliches, wie Siefener, Koch, Korb, Kastenholz, von Aster und die Anderen mir schon gezeigt haben.

 

Fantasyguide: Die Planung für dein Programm ist laut deiner HP bis ins Jahr 2009 vorangeschritten. Muss man soweit vorausplanen? Und wie sind die Chancen, dass noch Bücher zusätzlich ins Programm kommen? Gerade in Bezug auf entwicklungsfähige deutsche Autoren?

 

Walter Diociaiuti: Nein, um Gottes Willen! Man muss das nicht tun. Aber man kann, auch wenn man damit ein großes Risiko eingeht. Nachdem meine zwei Geschäftspartner aus dem Verlag ausgestiegen sind, habe ich mir lange Zeit Gedanken über den Verlag gemacht. Na ja, ich habe eingesehen, dass es ein großer Fehler von mir war, so lange im Voraus zu planen. Deswegen habe ich mich entschieden, die Programme von 2007, 2008 und 2009 abzusagen und dass ich in Zukunft von Jahr zu Jahr planen werde. Dabei werde ich den Mix von deutschen und ausländischen Autoren beibehalten und ich werde den Schwerpunkt vor allem auf deutsche Autoren legen.

 

Fantasyguide: Und zuletzt: Eloy Ediction ist ja neu auf dem Markt. Mit welchen Schwierigkeiten hat ein Neuverleger zu kämpfen? Und wie schafft man es, auf sich aufmerksam zu machen?

 

Walter Diociaiuti: Man ist schon mit einer Menge Schwierigkeiten konfrontiert, besonders, wenn der Verleger selbst Ausländer ist und die Sprache noch nicht ganz beherrscht.

Ich musste und muss immer noch mit den verschiedensten Problemen kämpfen: Das Geld, das immer knapp ist, „bürokratische Dinge“ , der Verkauf der Bücher u.s.w.

Mein Vorteil ist, dass ich viele Autoren und Künstler sowohl in Deutschland als auch im Ausland kenne, die mich sehr unterstützen und mir immer wieder helfen.. Ich muss mich bei vielen Freunden wie Boris Koch, Kathleen Weise, Jörg Bartscher Kleudgen, Uwe Vöhl, Tobias Bachmann, Markus Kastenholz, Stefan Wagner, Martin Weber, Lars Menk, Timo Kümmel, Mark Freier, David Magitis, Pedro Petrongari bedanken, denn ich habe von ihnen großartige Unterstützung erfahren. Werner Placho und Martin Strasser helfen mir beim Lesen der vielen Manuskripte, die auf meinem Schreibtisch liegen. Und last but not least ist da natürlich auch noch mein ehemaliger Kompagnon Peter Patti, der sich immer noch um unsere Homepage kümmert.

Das größte Problem ist der Verkauf der Bücher. Sie nur über die Homepage zu verkaufen lohnt sich nicht, denn noch nicht viele Leute kennen unseren Verlag. Auf der anderen Seite ist auch der Verkauf über Händler und Buchhandlungen problematisch, weil sie eine hohe Provision verlangen und darum bleibt mir so gut wie nichts übrig. Es ist wirklich nicht so einfach.

Eloy produziert im Moment nur sehr kleine Auflagen und dazu muss ich auch Lektoren, Layout-Setzer, Künstler, Autoren und Übersetzer bezahlen... und das heißt, dass meine Taschen leer bleiben.

 

Fantasyguide: Wir bedanken uns für das interessante Gespräch und wünschen dir für die Zukunft alles Gute.

 

Walter Diociaiuti: Danke sehr! Auf jeden Fall bin ich es, der sich bei dir und den deutschen Lesern bedanken muss. Nochmals vielen Dank!

 

Eure Meinung:

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Homepage von Eloy Edictions


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Erstellt: 20.12.2005, zuletzt aktualisiert: 14.03.2019 18:57