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9 Fragen - 9 Antworten : Volker Krämer - skurrile Charaktere und überraschende Wendungen aus dem Hause Shayol

Redakteur: Michael Schmidt

 

Volker Krämer, geboren 1955 in Gelsenkirchen ist gelernter Buch- und Offset-Drucker. 1986 gründete er den Merkur-Verlag und gab dort die SF-Romanheftserie Star Gate – Tor zu den Sternen heraus, in der Nachfolge den Verlag Volker Krämer, in dem die Serie als Kleinverlagsprodukt fortgesetzt wurde. Mit der Buchausgabe der Serie, die er als Lektor betreute, hatte er Blut geleckt und im Wilbert Verlag sein erstes Paperback als Autor veröffentlicht.

Durch die Serie Star Gate lernte er auch Werner Kurt Giesa kennen und schätzen. Wen wundert es, dass irgendwann der Einstieg ins „Professor Zamorra“ Team kam. Aktuell schreibt Volker Krämer neben den Heftserien PZ und „Sternenfaust“ regelmäßig Hardcover zum dienstältesten Geisterjäger und gehört zu den beliebtesten Autoren der Serie. „ALTERA - Spiel um das Leben“ ist druckfrisch im Dezember erschienen, nicht der einzige Grund, dem Autor auf den Zahn zu fühlen.

 

 

Fantasyguide: Hallo Volker. Stell dich doch unseren Lesern mal vor!

 

Volker Krämer: Das hast Du oben doch bereits prima für mich erledigt. Aber gut – Zusatzinfos, die kein Mensch braucht: Ich bin Bartträger – mitten im Gesicht – übergewichtig, Raucher, trinke gerne Whisky und Whiskey – die zwei Varianten muss man extrem trennen. Ich liebe Tiere – habe aber kein Haustier. Hätte gerne, wie mein Großvater selig, einen niedlichen Affen ... etwa einen Gorilla ... als Kumpel. Die halten jeden Gerichtsvollzieher von der Tür fern. Ach ja – und Schlagzeug spiele ich auch in einer kleinen aber feinen Band.

 

 

Fantasyguide: „ALTERA - Spiel um das Leben“ ist das vierte PZ Buch aus deiner alleinigen Feder. Auf was darf sich der Leser in diesem Band freuen?

 

Volker Krämer: Auf viele Buchstaben – alle in schwarz. Ernsthaft: Es ist schon die Fortsetzung von Buch 16 „LAERTES“ – auch wenn das erst einmal nicht so scheint. Und ich schliese damit den eigentlich überhaupt nicht geplanten Zyklus um den Vampir im Hardcover ab. Am Ende erfährt der Leser ... ja, ich werde den Oberteufel tun hier etwas auszuplaudern! Es ist jedenfalls alles ganz anders – aber das ist es doch immer, oder? Und so ganz nebenbei geht es dem Dalius Laertes der Gegenwart wirklich heftig an Leder. Sein Leben – leben Vampire? – hängt am dünnsten aller Fäden. Und wenn ihm noch jemand helfen kann, dann eine Person, die ihn nicht so besonders mag.

 

 

Fantasyguide: Laertes, dein drittes Buch, klingt nach einer spannenden Mischung aus Grusel und SF. Was erwartet den Leser dort?

 

Volker Krämer: Es sind die ersten wirklich verwertbaren Erinnerungen für Laertes. Am Ende weiß er jedoch wieder nur, dass er vor noch einem viel größeren Rätsel steht. Aber da kommt ja ALTERA ins Spiele – siehe die vorherige Frage. Ich denke, LAERTES hat einige Leser ein wenig verblüfft ... und so soll das ja auch sein.

 

 

Fantasyguide: „Verdammte der Rattenwelt“ war dein erstes PZ Buch und handelte von der Spiegelwelt, brachte uns Lesern die Rattendame Nashua näher. Dhyarra-Jäger Jolina. Wie schaffst du es immer wieder, solch interessante und ungewöhnliche, trotzdem liebenswerte Charaktere zu erschaffen?

 

Volker Krämer: Also – fiese Bösewichte erster Klasse zu erdenken ist einfach. Du stellst Dich in Gelsenkirchen – meiner Heimatstadt – für zwei Stunden auf die Bahnhofstraße. Schau Dir an, was da so kraucht und krächzt ... das reicht für eine ganze Serie. Ernsthaft: Ich liebe es neue Figuren zu erdenken. Die haben nicht immer ein „lebendes Vorbild“ ... kommt allerdings auch vor. Frauenfiguren liegen mir besonders, so sagt man zumindest. Na, ich beschreibe doch lieber eine interessante Frau als einen Rüpelkerl. Vielleicht bin ich ein Frauenversteher ... wer weiß es schon. Außer meiner Frau hat das jedoch noch keine andere bemerkt. Muss ja auch nicht, denn ich bin jetzt bald sein 25 Jahren (!) glücklich mit Bärbel verheiratet. Lange Zeit, nicht wahr? Aber noch einmal zu den Figuren – die Jolina aus „Dhyarra-Jäger“ habe ich persönlich sehr gemocht. Das ging mir auch so mit den Romanheftfiguren Alwa Taraneh und Khira Stolt. Letztere fiel mir spontan ein, als ich einen TV-Bericht über eine kleinwüchsige Staatsanwältin gesehen habe. Die hat mir wahnsinnig imponiert. Hey, da sieht man doch, dass auch das Fernsehprogramm ab und an einen Sinn haben kann. Das war aber dann wohl eher eine Ausnahme.

 

 

Fantasyguide: Eigentlich kommst du ja aus der SF-Ecke. Juckt es dich da nicht in den Fingern?

 

Volker Krämer: Ja, logisch. Ich schreibe zur Zeit ja auch bei STERNENFAUST mit. Aber die SF ist natürlich meine große Liebe. Viele sagen heute, man könne bei SF nur noch abkupfern – alles war schon einmal da. Veto! Man kann schon andere, neue Wege gehen – man muss nur jemanden finden, der einen das auch machen lässt. Letzteres ist das größte Problem dabei.

 

Fantasyguide: Es gibt ja ziemlich viele PZ Autoren. Wie würdest du den PZ Autor Volker Krämer charakterisieren? Was genau erwartet den Leser bei einem Krämer?

 

 

Volker Krämer: Das, was ich selbst gerne lesen möchte. Anders kann ich eh nicht schreiben. Also Spannung, skurrile Charaktere, überraschende Wendungen ... einen Schuss Humor ... möglichst viel Lesespaß eben. Ganz sicher keinen „Blutmatsch-Roman“ – schon gar keinen, bei dem man einen Rechenschieber in der Hand halten muss. Auch kein Lexikon. Oder eine militärische Regelkunde.

 

 

Fantasyguide: In der Reihe „Schattenreich“ erschien deine bemerkenswerte Kurzgeschichte „Das dunkle Alphabet“, indem deine Wurzeln als Buch- und Offset-Drucker zum tragen kommen. Wie kam dir die Idee und wird es weitere Kurzgeschichten aus deiner Feder geben?

 

 

Volker Krämer: Kurzgeschichten sind im Grunde nicht so meine Sache, aber wenn es sich ergibt – gerne. Die Idee zum „Alphabet“ kam beim Exposé-Schreiben ... das geht oft so bei mir. Eine zweite Geschichte war für Schattenreich geplant, wurde aber nie geschrieben – aus bekannten Gründen. Die Reihe wurde ja leider nicht so sehr alt.

 

Fantasyguide: In den Achtzigern erschien aus deiner Feder die Serie „Brik Simon“. Ist mal für irgendwann eine Neuauflage oder Fortsetzung geplant

 

 

Volker Krämer: Grundgütiger ... das weißt Du noch? Okay, den Namen Brik Simon habe ich ja für den Zamorra „missbraucht“ – ansonsten sind das zwei extrem unterschiedliche Figuren. Neuauflage oder gar Fortsetzung? Gut, die Idee war vielleicht gar nicht so übel, aber da wird sicher nichts mehr kommen.

 

Fantasyguide: Als letzte Frage: Was darf der Leser von dir in der Zukunft erwarten?

 

 

Volker Krämer: Die Zukunft liegt ja nicht unbedingt immer in unseren Händen. Wenn Du meine Zukunft als Autor ansprichst – nun, das entscheiden Verlag, Redakteure, Editoren und Lektorat. Ich würde natürlich gerne einmal etwas schreiben, das ganz außerhalb von Phantastik oder SF liegt. Aber ... dazu gehören immer viele Menschen, die erst einmal alle heftig nicken müssen. Ich kann also keine definitive Prognose erstellen. Wer weiß ... vielleicht schreibe ich in einem Jahr überhaupt nichts mehr? Oder ein Verleger puscht mich nach oben. Okay, bei der letzten Variante gehen wir zwei ein schönes Glas Bier trinken. Einverstanden? Ich fürchte, da wirst du eher verdursten müssen ... J

 

Fantasyguide: Wir bedanken uns für das interessante Gespräch und wünschen dir für die Zukunft alles Gute.

 

Volker Krämer: War mir ein großes Vergnügen – speziell bei einem alten Freund als Fragesteller!

 

 

Hinweis der Redaktion: Volker Krämer starb am 03.09.2011

Eure Meinung:

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Volker Krämer


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Erstellt: 04.12.2006, zuletzt aktualisiert: 14.03.2019 19:03