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Interview mit Lars Peter Lueg

Redakteur: Ralf Steinberg


Fantasyguide: Hallo, Lars Peter, viele unserer Leser kennen Dich als Mastermind von LPL records. Was sollte man noch über Dich wissen, wer bist Du?

 

LPL: Ich bin Sternzeichen Waage, mittlerweile schon 34 Jahre alt, habe eine Frau und einen kleinen Sohn und jede Nacht skurrile Träume, die ich in meinen verschiedenen Hörspiel- und Hörbuchprojekten ausleben kann. Dabei habe ich nach wie vor eine große Affinität zu Horror und gut erzählten Geschichten. Ansonsten würde man mich nicht erkennen, wenn man bei Aldi vor oder hinter mir steht.

 

Fantasyguide: Mit der schrägen Hörspielserie „Jack Slaughter“ trittst du als Autor in Erscheinung. Erzähl uns doch etwas über die Entstehungsgeschichte zur „Tochter des Lichts“!

 

LPL: Jack Slaughter - Tochter des Lichts wird gemeinsam geschrieben. Die Dialogbücher werden von Devon Richter & Nikola Frey verfasst, die viele Drehbücher für Film und TV schreiben. Die Story ist allerdings von mir. Das ganze begann auf einer Heimreise von Berlin zurück in meine Heimat Hessen. Ich kam gerade von einem Termin mit Universal Music und hatte auf dem Weg zum ICE ganz plötzlich den Namen "Jack Slaughter" im Kopf. Ich habe dann mehrere Wochen an einem Konzept gearbeitet und die Serie dann nach einigen Monaten wirklich an Universal Music in Berlin verkauft, die sämtliche Hörspiele, die da mit Jack kommen werden, finanzieren. Jack Slaughter - Tochter des Lichts ist für mich die Erfüllung eines Traums, da ich darin alle Serien und Filme, die ich in den letzten Jahrzehnten inhaliert habe, verarbeiten kann. Und glaube mir: Ich habe wirklich ziemlich viel gesehen!

 

Fantasyguide: Die Serie spielt in Amerika und bemüht sich stark um die Wiedergabe eines authentischen Feelings. Ist Deutschland für Grusel zu bieder oder für Satire zu trocken?

 

LPL: Wen interessiert schon die Realität? Mich jedenfalls nicht! Für mich muss eine Geschichte nicht pseudo-authentisch sein, um gut zu funktionieren. Amerika macht es mir daher leichter, da es in unseren Köpfen zu den USA so viele Klischees gibt, mit denen man ganz wunderbar spielen kann. Wenn man sich den Ex-Präsi Schorsch W. Buschfeuerwerk mal ansieht, kann man ja auch kaum aufhören den Kopf zu schütteln oder laut zu lachen!

 

Fantasyguide: Der Humor kommt bei Jack Slaughter nicht zu kurz. Dabei ergibt er sich meist aus der Situation, etwa die Vorstellung, dass Jack mit seiner Ponytail-Barbie vor Professor Doom hintritt. Hier wird viel Vorstellungskraft vom Hörer erwartet. Es macht schon Spaß, seine Titelfigur derartig zu ärgern?

 

LPL: Jack muss zwar einiges durchmachen, bekommt dafür aber auch viel zurück. Anstatt immer nur in seinem langweiligen Job abzuhängen, darf er plötzlich gegen Dämonen und Monster kämpfen. Dass er ich dafür ein weinig zum Horst machen muss, ist noch ein sehr geringer Preis für diesen neuen Sinn in seinem Leben.

 

Fantasyguide: Auch die etwas nervige Grandma, versucht zu ignorieren, das Jackie ein Kerl ist, mich quält bei ihr die Frage, wie sie Ponytail in das Grab ihrer Tochter bekam, wenn sie doch vor ihr starb?

 

LPL: Diese und alle anderen offenen Fragen werden in den nächsten 20 Folgen alle geklärt werden. Da Jack Slaughter aber als Endlosserie konzipiert ist, werden alle Geheimnisse erst in Folge 100 aufgeklärt. *lach* War nur ein Spaß! Jede der Folgen funktioniert auch für sich alleine. Man muss nur eine Folge kaufen, um Spaß zu haben. Kauft man alle, bekommt man den gesamten Kosmos, der einen nochmals etwas breiter grinsen lässt.

 

Fantasyguide: Ist die allererste Barbie etwa ein persönliches Trauma?

 

LPL: Wir haben wochenlang hin und her überlegt, wie Jack sich demütigen sollte, um etwas Magie gegen Vampire und Werwölfe walten zu lassen. Irgendwann sind wir dann auf Ponytail Nr. 1, die erste Barbiepuppe der Welt, gekommen. Ich persönlich fände das wirklich demütigend!

 

Fantasyguide: Jack Slaughter wird auch als Sitcom beworben - müsste es da nicht eingespielte Lacher und so geben?

 

LPL: Das ist so nicht ganz richtig. Eingespielte Lacher gibt es nur in den deutschen Synchronisationen. Viele Sitcoms in Amerika werden vor einem Live-Publikum aufgenommen. Der Begriff Sitcom steht ja für Situations-Komödie. Und genau das ist auch Jack Slaughter.

 

Fantasyguide: Neben der männlichen Jungfrau, dem coolen Helden und der schlagfertigen Expertin wird es doch sicher noch weitere feste Figuren in der Serie geben - kannst Du uns sagen, was uns in der Zukunft noch alles erwartet?

 

LPL: Noch mehr Jungfrauen, noch mehr coole Helden und noch mehr schlagfertige Experten. Und von Folge zu Folge etwas mehr Blut.

 

Fantasyguide: Gibt es schon genauere Pläne zu den weiteren Veröffentlichungsterminen?

 

LPL: Wenn alles gut läuft, gibt es im nächsten Jahr sechs weitere Folgen, von denen die ersten beiden bereits produziert sind und im Februar in den Handel kommen. Diese heißen "Das Tor zur Hölle" und "Virus in Jacksonville".

 

Fantasyguide: Hörspiel-Produktionen sind in den letzten Jahren vermehrt von Verlagen angestoßen worden, weniger von Rundfunkanstalten, so mein Eindruck. Wie siehst du den Trend?

 

LPL: Gute und unterhaltsame Hörspielproduktionen kommen fast nur noch von Verlagen bzw. Labels und nicht mehr von den Rundfunkanstalten. Ich weiß nicht, was die mit den ganzen GEZ-Gebühren machen, aber gute Hörspiele trifft man dort wirklich nur noch vereinzelt.

 

Fantasyguide: Gibt es vielleicht sogar Sendetermine?

 

LPL: Da die Radiosender für eine Ausstrahlung auch etwas zahlen müssten, gehe ich eher davon aus, dass diese lieber ihr Standardprogramm runterdudeln lassen, als ein gutes Hörspiel einzukaufen. Das ist echt schade!

 

Fantasyguide: Das Ensemble der Sprecher ist in Deinen Produktionen immer exquisit. Hast Du da spezielle Connections, oder stürmen die Sprecher Dein Büro?

 

LPL: Mittlerweile bekomme ich immer öfter Anfragen von bekannten Sprechern und Schauspielern, die auch gerne mal bei uns mitmachen wollen. Das ehrt unsere Produktionen natürlich sehr. Ansonsten werfen wir jeden Morgen eine Menge Vitamin "B" ein.

 

Fantasyguide: Das Programm von LPL ist voller aufwändiger Projekte, allein Lovecraft sieht nach einer Menge Arbeit aus - wie stemmst Du solche Editionen?

 

LPL: Indem ich viel zu viel arbeite, zu wenig in der Urlaub fahre und Erkältungen niemals auskuriere. Wenn ich so weiter mache, lande ich mit 40 Jahren in der Kiste. Ich werde sicherlich bald mal etwas kürzer treten (sagte er und starb mit 40 an einem Herzinfarkt).

 

Fantasyguide: Wirken sich Aufwand und bekannte Sprecher auf den Erfolg einer Produktion aus oder ist es doch mehr der Inhalt, der die Hörer reizt?

 

LPL: Ich denke seit jeher, dass der Inhalt UND die Produktion stimmen müssen. Das Eine kann nicht ohne das Andere funktionieren. Story und Umsetzung müssen perfekt sein!

 

Fantasyguide: Plagen Dich auch Alpträume wegen Raubkopierer?

 

LPL: Illegale Downloads schaden mir unwahrscheinlich! Ich hoffe, dass sich da bald irgendetwas ändern wird. Ich habe fast 100 Mal mehr Fans als Käufer. Das tut wirklich weh.

 

Fantasyguide: Wie sehen die nächsten Projekte von LPL aus, gibt es weitere neue Veröffentlichungen oder setzt ihr erst einmal die bestehenden Reihen fort?

 

LPL: Wir setzen Offenbarung 23 und Jack Slaughter im Hörspielbereich fort und werden sowohl die Necroscope-, Lovecraft- als auch die Handyman Jack-Reihe fortsetzen. Komplett neue Serien und Reihen kommen bestimmt erst ab 2010 auf den deutschsprachigen Raum zu.

 

Fantasyguide: Vielen Dank für Deine Antworten und eine schön schaurige Fortsetzung Deiner Arbeiten!

 

LPL: Danke für deine Fragen.

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Lars Peter Lueg

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Erstellt: 08.11.2008, zuletzt aktualisiert: 03.09.2015 19:58