Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Interview mit Michael Marrak

Michael Marrak

Redakteur: Michael Schmidt

 

Michael Marrak ist Autor der Romane IMAGON und LORD GAMMA. Beide Werke gewannen den renommierten Kurd Lasswitz Preis. Michael Marrak ist außerdem für seine Kurzgeschichten und Erzählungen bekannt, die sich immer Bereich des Phantastischen bewegen und in der Szene für Furore sorgen, wie zahlreiche Literaturpreise belegen. Zum Ausgleich lebt er sein kreatives Potential in diversen Titelbildern und Illustrationen aus, die in Publikationen wie PHANTASTISCH! und NOVA zu bewundern sind. Anlässlich seines neuen Roman MORPHOGENESIS; der bei Bastei-Lübbe erscheint, stellten wir Michael Marrak ein paar Fragen.

Michael Marrak dürfte den meisten Leser ein Begriff sein. Seine Romane LORD GAMMA und IMAGON erschienen beide zuerst bei Kleinverlagen, gewannen wichtige Phantastikpreise und wurden später bei Bastei Lübbe veröffentlicht. Im Sommer erscheint sein neuester Roman MORPHOGENESIS. Das nehmen wir zum Anlass, dem Autor ein paar Fragen zu stellen.

 

Fantasyguide: Hallo Michael Marrak. Stell dich doch unseren Lesern kurz vor. Wer steckt hinter der Person Michael Marrak?

 

Michael Marrak: Ein Mensch, der als Kind sehr traurig war, als die gute alte Dampflokomotive von der E-Lok abgelöste wurde. Ich wollte damals unbedingt Lokomotivführer werden (was jedoch nicht an der Augsburger Puppenkiste lag). Diese lauten, stinkenden, qualmenden, schwarzen Stahlmonster faszinierten mich. In meiner Freizeit verbrachte mit einem damaligen Schulfreund oft Stunden damit, vor dem in einer Art Halbschlucht gelegenen Bahnhof meiner Geburtsstadt Weikersheim zu sitzen und den Zügen zuzuschauen. Im April 1976, wenige Monate nach meinem zehnten Geburtstag, folgte der Umzug in den Großraum Stuttgart. Ich war ein mittelmäßiger Schüler, nicht zu dumm, aber zu faul. Obwohl ich bereits 1980 meine erste Geschichte schrieb, absolvierte ich von 1983 bis 1986 mangels Zukunftsperspektive mit Ach und Krach eine Kaufmannsausbildung. Eine fürchterliche Zeit. Ab 1984 lief ich mit schwarzen Klamotten, langen Mänteln und zwanzig Zentimeter langen, zum „Turm“ frisierten Haaren rum. In der New Romantic und Wave-Szene bis 1994 (mit sporadischen Punk und Gothic-Anleihen). Eine geile Zeit. 1985 und 1986 mehr oder weniger auf der Straße gelebt oder bei Freunden gewohnt. Viel erlebt, Positives wie Negatives. Ab 1987 wieder etwas Fuß gefasst. Grafik-Ausbildung in Stuttgart von 1998 bis 1991, danach erst mal wieder zwei Jahre arbeitslos. Von 1993 bis 1995 Festanstellung, bis der Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde. Ein Jahr als freier Grafiker gearbeitet, in der Freizeit von 1993 bis 1996 das Magazin ZIMMERIT herausgebracht. Ab 1995 die Schriftstellerei ernsthafter betrieben. Erste Lasswitz-Nominierung mit der Story DOMINION (Platz 10, glaub ich). Von 1996 bis 1997 Fortbildung im Bereich Screendesign, Multimedia und Trickfilm – mit Technik, die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Beginn am ersten Roman. Mitte 1997 endgültig die Schnauze voll von Werbeagenturen, Grafik-Design und uneigennütziger Mausschieberei. Seit 1997 freier Schriftsteller, seit 2001 sogar mit Profit. To be continued …

 

 

Fantasyguide: Demnächst erscheint dein Roman MORPHOGENESIS. MORPHOGENESIS ist ein ungewöhnlicher Titel. Was bedeutet er?

 

Michael Marrak: Die Morphogenese bezeichnet die Entstehung von Form (abgeleitet von den griechischen Wörtern morphé = Form, und génesis = Erzeugung, Entstehung). Sie beschreibt in der Biologie die Lehre von Ursprung und Entwicklung von Organen und Gewebe und ist eines der großen ungelösten Probleme der Biologie. Ein anschauliches Beispiel für Morphogenese sind Lurche. Verlieren sie etwa ein Bein, wächst dieses innerhalb kurzer Zeit vollständig bis ins Detail wieder nach. In der Praxis stellen sich Fragen wie: Warum entwickeln sich aus Zellen mit dem gleichen genetischen Code unterschiedliche Körperteile? Oder: Wie entwickeln sich Pflanzen aus den Samen zur charakteristischen Form ihrer Art? Des weiteren steht die Morphogenese im Zusammenhang mit künstlichem Leben für: 1) Die Verknüpfung zwischen Morphologie und den neuronalen Kontrollstrukturen bei der Evolution von künstlichen Kreaturen. 2) Die Interaktion von genetischen Faktoren und der Umwelt in der Evolution. 3) Die Anpassung der künstlichen Kreaturen an die Bedürfnisse der simulierten Umgebung. Vor allem der erste und dritte Aspekt sind für MORPHOGENESIS von wesentlicher Bedeutung.

 

 

Fantasyguide: Worum geht es in diesem Roman?

 

Michael Marrak: Ausschlaggebend ist die Entdeckung einer sechsseitigen Pyramide in der Libyschen Wüste. Sie veranlasst den Archäologen Hippolyt Krispin, eine private Ausgrabung zu finanzieren. Schnell steht fest, dass das verwitterte Bauwerk weitaus älter ist als vergleichbare Pyramiden. Bevor die ägyptischen Behörden das Grabungsfeld besetzen lassen können, gelingt es den Forschern, ins Innere der Pyramide vorzudringen - und damit unbewusst eine Tür zu einer Welt zu öffnen, die nie zuvor ein lebendes Wesen betreten hat: die Duat, das Totenreich der alten Ägypter.

Bald muss Krispin am eigenen Leib erfahren, dass die sagenumwobene Jenseitswelt sich auf erschreckende Weise verändert hat: Wo einst der Strom der Seelen floss, erstreckt sich nun eine endlose Stadt, die die Höllen zahlloser irdischer Kulturen in sich vereint. Auf seiner Odyssee durch die Nekropole findet Krispin immer mehr Hinweise auf eine Katastrophe, die die Duat zu dem werden ließ, was sie heute ist. Und tief unter der Stadt existiert eine Äonen alte Maschine, die womöglich alle Fragen auf das Inferno und die menschliche Schöpfung beantworten könnte …

 

 

Fantasyguide: Ein Roman lebt auch von den agierenden Personen. Welches sind die Hauptpersonen in MORPHOGENESIS und was zeichnet sie aus?

 

Michael Marrak: Hippolyt Krispin begegnet auf seiner Odyssee zahllosen menschlichen und nichtmenschlichen Bewohnern, die alle ihre Eigenarten haben. Manche davon trifft er wieder, andere lässt er für immer im Labyrinth der gigantischen Stadt zurück. Viele dieser Personen und Kreaturen besitzen Charaktereigenschaften, für die man sie lieben oder auch hassen wird.

Krispin selbst steckt voller emotionaler Widersprüche und liegt daher ständig im Clinch mit sich selbst. Zwar kennt er sich bestens in der ägyptischen Geschichte und Mythologie aus, glaubt jedoch verständlicherweise nicht an die tatsächliche Existenz der Duat. Er sucht daher für alles um sich herum eine wissenschaftliche Erklärung, nach Fehlern, unlogischen Zusammenhängen, Hinweisen für ein militärisches oder wissenschaftliches Experiment – und schlussendlich natürlich nach dem Sinn und Zweck des Ganzen. Sein latent schizoider Charakter macht ihn zudem relativ unberechenbar.

Seine persönliche Nemesis trägt den Namen Sahia. Ihr gehört eine der tragenden Rollen im Roman, doch über sie etwas zu verraten, würde sie entmystifizieren. Ihre Beweggründe für ihre Handlungen mögen zuerst von niederen Instinkten geleitet sein, stecken jedoch voller Kalkül und sind zeit- und weltenübergreifend.

Gleiches gilt für Byron, eine grobschlächtig anmutende, zwielichtige Figur, die mehr über die Stadt zu wissen scheint, als sie vorgibt. Byron handelt, wie er behauptet, vornehmlich aus Eigennutz. Seine wahre Motivation, Krispin zu begleiten, bleibt rätselhaft. Somit übernimmt er zwar eine gewisse Führerrolle, ähnlich wie Vergil, der Dante in der GÖTTLICHEN KOMÖDIE durch die sieben Kreise der Hölle geleitet, oder Benito Mussolini, der den SF-Autor Allan Carpentier in Niven/Pournelles DAS ZWEITE INFERNO durch die Unterwelt führt. Allerdings ahnt der Leser, dass Byron nicht unbedingt auf den Schutz Krispins bedacht ist.

Dann gibt es als letzten Hauptcharakter, den ich erwähnen möchte, den Rabbiner Elijah. Er lebt bereits seit Jahrhunderten in der Infernostadt und hat sich ein Wissen über die Geheimnisse und Zusammenhänge der Duat angeeignet, das den „Betreibern“ des Infernos mehr als nur ein Dorn im Auge ist. Elijah konfrontiert Krispin mit schmerzhaften Wahrheiten, doch auch er hat Pläne …

Natürlich gibt es zu jeder dieser und aller anderen Figuren – ob menschlich oder nicht – noch ein „Aber“, doch darauf kann ich nicht eingehen, ohne gewisse Plots und Pointen zu verraten.

 

 

Fantasyguide: Wo würdest du die Besonderheit des Romans MORPHOGENESIS sehen. Mit welchen Worten gerade für diesen Roman werben?

 

Michael Marrak: Vielleicht mit: Was Sie schon immer über die Hölle wissen wollten, sich aber nie zu fragen trauten. MORPHOGENESIS ist stellenweise sehr hart, sehr drastisch und schockierend, im nächsten Moment jedoch wieder komisch und anrührend. Mein Agent sagte, er hätte es als visionäre Achterbahnfahrt empfunden. Oder, wie Lübbe auf dem Buchrücken vermerkt hat: Es sei „ein Buch wie ein Gemälde von Hieronymus Bosch“. Was ich jetzt sage, ist womöglich Antiwerbung, doch ich bin sicher, dass viele Leser das Buch als völlig überfrachteten Trash abstempeln werden, weil es einfach zuviel ist, was ich in den Roman hineingepackt und verarbeitet habe. MORPHOGENESIS beschreibt eine Hölle – und die Hölle ist kein Ort, der Freude schenkt und zum Verweilen einlädt.

 

 

Fantasyguide: Auf deiner Homepage ist nachzulesen, der Roman basiert auf einer älteren Geschichte. Kannst du uns da ein wenig von erzählen? Wie kam es dazu?

 

Michael Marrak: Lübbe wollte nach LORD GAMMA und IMAGON unbedingt noch ein drittes Buch für ihr SF-Programm. Da passte der Roman, an dem 2003 schrieb, nicht so eindeutig hinein. Ich erklärte Stefan Bauer, dem verantwortlichen Lektor der SF-Reihe, etwas gänzlich Neues könne ich bis Mitte 2004 nicht abliefern. Das einzige, was ich ihm alternativ anbieten könne, wäre eine stark überarbeitete Neuversion meines Romanerstlings DIE STADT DER KLAGE, an der ich bereits seit Jahren nebenher arbeite und der etwa zur Hälfte fertig sei. Stark überarbeitete Neuversion bedeutet, dass der Roman, was Motiv, Konzept und Handlungsbogen betrifft, eine völlig neue Geschichte beinhalten wird - oder besser gesagt: wieder zu dem wird, was er einst werden sollte.

Ursprünglich sollte DIE STADT DER KLAGE 1997 und 1998 als Zweiteiler erscheinen. Dies scheiterte am Budget der Edition Mono, so dass ich für die damalige Veröffentlichung die eigentlich weitaus längere Geschichte zu einem Einzelband zusammenstreichen musste. Hinzu kam, dass die Herausgeber vorzugsweise einen Roman im Stil von William S. Burroughs' NAKED LUNCH gesehen hätten, gefüllt mit wuchtigen Bildorgien, wodurch das Endprodukt schließlich wie ein Episodenroman daherkam, sehr befremdliche Liebesszenen enthielt, diverse Kapitel an der falschen Stelle zu stehen schienen und das Ende mehr als abstrus wurde. Um einige der gestrichenen Kapitel des zweiten Teils nicht gänzlich verloren zu geben, erarbeitete ich aus ihnen die Novelle BRUDER OZ und vermengte sie mit ideologischen Ansätzen aus George Orwells 1984.

All das erklärte ich also Stefan Bauer, und auch, dass besagte Neuversion doppelt so umfangreich sein würde wie das Original von 1997. Er las die ersten drei Romankapitel und sagte zu meiner Überraschung: "Machen wir!"

Ich selbst wollte nach IMAGON, dessen Handlung bereits auf meiner Novelle DER EISTEMPEL beruht, keinesfalls schon wieder altes Essen aufwärmen. Aus diesem Grund entstanden neben den umfangreichen inhaltlichen Änderungen der alten Fassung über 250 Manuskriptseiten an neuem Material. MORPHOGENESIS beinhaltet erstmals die vollständige Geschichte um Hippolyt Krispin und besitzt - selbst wenn man es anhand der Thematik nicht vermuten mag - einen weitaus intensiveren SF-Hintergrund als das Original.

 

 

Fantasyguide: Ist es schwerer, eine Geschichte um- bzw. neu zuschreiben, als völlig neu zu beginnen? Oder worin kann man den speziellen Unterschied sehen?

 

Michael Marrak: Als ich mit Lübbe über das Buch sprach, glaubte ich noch, dass es leichter wäre und ich den Roman daher innerhalb von sechs Monaten fertig bekäme. Ich bräuchte die einzelnen Kapitel aus DIE STADT DER KLAGE ja einfach nur zu kopieren und stilistisch auf Vordermann zu bringen … Doch nun weiß ich, dass es weitaus schwieriger ist, etwas Altes zu etwas Neuem zu formen, als mit unverbrauchtem Stoff völlig neu anzufangen. Zwischen meinem Stil von 1997 und dem von 2004 (dem Abgabejahr) liegen Welten. Der Originalroman beinhaltet zwar herrliche Ideen, Figuren, Schauplätze und Dialoge, war aber völlig unreif. Ich begann also, den gesamten Text von damals auf den heutigen Stand meiner Schreibe zu bringen, Satz für Satz. Natürlich habe ich viele Kapitel einfach nur aus der alten Datei kopiert, doch stilistisch oder grammatisch ist kaum noch etwas so geblieben, wie es in DIE STADT DER KLAGE zu finden ist. Der Roman bekam für MORPHOGENESIS sozusagen ein umfangreiches stilistisches Upgrade. Es war ein weiterer Grund dafür, den neuen Titel beim Verlag durchzuboxen. Die stilistische Generalüberholung war jedoch noch nicht einmal die halbe Miete. Es galt auch noch, das Ur-Manuskript von BRUDER OZ (also ohne Orwell’sche Bezüge) wieder in die Handlung zu integrieren, zudem den ursprünglichen Plot des Romans wieder herzustellen und ihn um all die nur handschriftlich vorhandenen Kapitel und Notizen des damals geplanten Zweiteilers zu ergänzen. Wenn man es genau nimmt, habe ich mit MORPHOGENESIS zwei Romane geschrieben: Einen alten neu, und einen neuen dazu.

 

 

Fantasyguide: Imagon, ein weiterer Roman aus deiner Feder, basiert ebenfalls auf einer vorhandenen Geschichte. Eine neue Art der Vorgehensweise? Oder eher die Ausnahme?

 

Michael Marrak: Die Ausnahme, hoffe ich. Wobei das Ausbauen von Kurzgeschichten oder Novellen zu Romanen unter Schriftstellern ein normaler Prozess ist. Eschbachs DIE HAARTEPPICHKNÜPFER war anfangs auch nur eine Kurzgeschichte, ebenso Stephen Kings DER DUNKLE TURM oder etliche andere berühmte Romane oder Zyklen, egal welchen Genres. Ich sehe meine Vorgehensweise daher als legitimiert an. Beispielsweise spiele ich ernsthaft mit dem Gedanken, auch meine Story NUMINOS irgendwann zu einem Roman auszubauen. Das wird aber noch eine Weile dauern.

 

 

Fantasyguide: Zurück zu Imagon. Der Roman erschien erst im Festa Verlag als Hardcover, bevor er im Bastei Lübbe Taschenbuch erschien. Dein neuer Roman dagegen erscheint direkt bei Bastei Lübbe. Hast du den Durchbruch geschafft oder werden auch zukünftig Romane zuerst in der Kleinverlagsszene erscheinen?

 

Michael Marrak: Kleine Korrektur: DIE STADT DER KLAGE, auf der MORPHOGENESIS basiert, erschien 1997 in der Wiener Edition Mono. Als ich Ende 2000 mit der Arbeit an IMAGON begann, ahnte ich noch nicht, dass mich bereits wenige Monate später Lübbe unter Vertrag nehmen würde. Den Vertrag mit Festa hatte ich ein halbes Jahr vorher geschlossen, als es mit der Arbeit an LORD GAMMA dem Ende zuging. Die Vertrags-Überschneidung zwischen Festa und Lübbe war rückblickend betrachtet etwas unvorteilhaft. Hätte ich Frank nicht persönlich versichert, dass ich das Buch trotzdem fertig schreiben würde, wäre IMAGON nie entstanden, sondern gleich ein neuer Roman für Lübbe. Da der Text jedoch speziell für Festa zugeschnitten und zudem sehr weit fortgeschritten war, wollte ich erst mal dieses Buch vollenden.

Lübbe hat mich jedoch nicht unter Vertrag genommen, um als Zweitverwerter und Lizenznehmer zu dienen, sondern wartet geduldig auf einen Originalroman. Es kam jedoch ständig etwas dazwischen: erst IMAGON für Festa, dann meine Handgelenksoperation und die damit verbundene fast einjährige Schreibpause, dann die Ablehnung des damals geplanten Romanprojekts, worauf schließlich MORPHOGENESIS entstand - und jetzt ein Computerspiel. Die Arbeiten an der Spielstory sind so umfangreich, dass ich die Abgabe für den nächsten Roman auf Frühjahr 2007 verschoben habe.

Das einzige, was derzeit für die Kleinverlagsszene (genauer gesagt für Festa) in Arbeit ist, ist eine Kurzgeschichtensammlung. Zukünftige Romane werden jedoch exklusiv bei Lübbe erscheinen.

 

 

Fantasyguide: IMAGON nutzt ein eher konventionelles Thema. Ähnliches kennt man ja von H.P.Lovecraft oder auch von Filmen wie „Das Ding aus einer anderen Welt“. Wo siehst du das Besondere in deinem Roman? Wo grenzt er sich von seinen Vorgängern ab?

 

Michael Marrak: Er kopiert nicht den schwülstigen Stil Lovecrafts und seiner Epigonen, sondern transferiert den angestaubten Cthulhu-Mythos mit moderner Sprache ins 21. Jahrhundert; im Grunde fast schon in ein Science Fiction-Szenario – wobei wir dieser Zukunft inzwischen wesentlich näher gekommen sind als wir es zur Erstveröffentlichung des Buches waren. Ich hatte die Romanhandlung damals im Jahr 2009 angesiedelt, was im Roman jedoch nur indirekt hervorgeht; anhand einer flüchtigen Bemerkung eines der Protagonisten.

 

 

Fantasyguide: Ein ganz anderer Fall ist LORD GAMMA. Der Plot ist schon sehr speziell: Ein Mann fährt eine ewig lange, abschüssige Straße, in einem Auto ohne Motor, nur mit Bremsen und ist auf der Suche nach den Klonen seiner Frau. Wie kamst du auf diese Idee?

 

Michael Marrak: Wenn du wüsstest, wie oft ich das schon gefragt wurde … Ich selbst halte diese Idee keinesfalls für so originell und abgefahren, wie sie allgemein dargestellt wird, und kann die Faszination darüber nicht recht nachvollziehen. Für mich ist das eine normale Idee, die sich nicht sonderlich von meinen übrigen Ideen unterscheidet. Der einzige Unterschied besteht wohl darin, dass sie tragendes Motiv eines Romans geworden ist und so dem Leser ständig vor Augen geführt wird, etwa mit dem Satz „Die Straße ist die Straße ist die Straße …“. Dieses Halbzitat steht im ersten Kapitel und schließlich noch mal im Epilog. Es ist wie in der Fernsehwerbung: man muss etwas nur oft genug vorgedudelt bekommen, schon schleicht es sich ins Unterbewusstsein ein. Andere, womöglich originellere Einfälle, die im Buch nur am Rande erwähnt werden, geraten dagegen schnell wieder in Vergessenheit. Die abschüssige Straße und der motorlose Pontiac hinterließen jedoch einen bleibenden Eindruck. Die Ur-Idee entsprang, so dämlich das auch klingt, einem Traum. Der Rest des Straßen-Bunker-Klon-Konstrukts entstand wie von selbst beim Schreiben des ersten Kapitels – und das dauerte damals gerade mal drei Stunden. Es gibt diese abgelutschte Umschreibung des „geistigen Vor-Augen-Habens“, und das war damals der Fall. Einige Wochen zuvor hatte ich zudem Lynchs „Lost Highway“ im Kino gesehen. Die Eindrücke aus dem Film spielten wahrscheinlich unbewusst eine wesentliche Rolle bei diesem Prozess.

 

 

Fantasyguide: LORD GAMMA ist einerseits sehr eigenständig, andererseits auch sehr amerikanisch. Wie würdest du als Autor den Roman charakterisieren?

 

Michael Marrak: Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie man einen amerikanischen Roman schreibt. Sollte ich das tatsächlich geschafft haben, so kann ich versichern, dass es unbeabsichtigt geschah. Zugegeben, LORD GAMMA fehlt dieser für viele deutsche Werke typische, aber unsägliche öko-soziale Ballast. Ich hatte jedoch keinen Bock, Autofahrer-Beziehungsproblemliteratur zu schreiben, sondern einen SF-Unterhaltungsroman. Wem LORD GAMMA zu wenig gesellschaftspolitischen Tiefgang verspricht, der soll die Finger davon lassen.

Ich hatte als Kulisse für die Romanhandlung eine ganz bestimmte Landschaft im Kopf; eine weite, menschenleere, von fernen Bergketten flankierte Ebene, durch die eine Straße ewig geradeaus führt. Dummerweise gehört Deutschland zu den dichtbesiedeltsten Ländern der Erde und ist landschaftlich auch nur bedingt reizvoll. Mir hingegen schwebte eine warme, trockene Halbwüste vor, also entschied ich mich schließlich für eine Landschaft, wie man sie im amerikanischen Mittelwesten findet. Um konsequent zu bleiben, wählte ich für Stan einen alten Pontiac als Fortbewegungsmittel und entschied, dass alle beteiligten Protagonisten während eines Inlandfluges über die USA „verloren“ gegangen waren. LORD GAMMA besitzt nicht zuletzt wegen den kleinen Lebensgeschichten der Menschen einen zusätzlichen amerikanischen Touch, was mache Leser moniert haben. Der Roman war ihnen nicht deutsch (oder zumindest europäisch) genug. Ich hätte natürlich auch ein verlassenes Teilstück der A 9 nehmen können, auf dem Rüdiger auf der Suche nach Klonen seiner Frau Renate in einem schrottreifen Opel Astra durch eine sich ständig wiederholende Kopie der Sächsischen Tiefebene rollt. Hätte euch das gefallen?

 

 

Fantasyguide: Neben den Romanen schreibst du Kurzgeschichten. Diese sorgen regelmäßig für Furore, werden für Preise nominiert und gewinnen sie zum Teil auch. Wie viel bedeutet dir diese kurze Form? Und was können wir da in Zukunft noch erwarten?

 

Michael Marrak: Ich muss zugeben, dass die Kurzgeschichte für mich persönlich in den letzten Jahren an Stellenwert verloren hat. Das bedeutet aber nicht, dass die neueren meiner Storys schlampiger umgesetzt sind oder in ihnen nicht mehr so viel Herzblut steckt, sondern nur, dass ich weitaus weniger Kurzgeschichten schreibe als früher. Verfasste ich in den Neunzigerjahren ausschließlich Erzählungen und Novellen, entstehen diese heute aus Zeitmangel hauptsächlich als exklusive Nebenprodukte für ausgesuchte Projekte. Außer der Kurzgeschichtensammlung für Festa, für die ich eine neue Story schreiben möchte, habe ich derzeit jedoch keine Pläne.

 

 

Fantasyguide: Dein Erfolg scheint unbestritten. Trotzdem spaltest du die Leserschaft. Es scheint, man mag Marrak oder man mag ihn nicht. Woran liegt das?

 

Michael Marrak: An mir. Und ich hoffe, daran ändert sich auch nichts. Ich bin von Natur aus nicht so massenkompatibel wie etwa Autoren, die literarisch jedem Trend nachrennen oder die Romankonzepte von Bestsellerautoren kopieren. MORPHOGENESIS ist ein deutlicher Beweis dafür, dass ich mich keinen kommerziellen Zwängen unterordne. Zumindest vermeide ich sie so gut es geht. Ich möchte meine Identität bewahren, nicht meine Seele für die Karriere verkaufen. Viele Autoren, die plötzlich von großen Verlagen veröffentlicht werden, rennen einem idealisierten Erfolg hinterher, suchen mit allen Mitteln Annerkennung, möchten geliebt und bewundert werden und hätten am liebsten noch einen Fanclub. Es entwickelt sich eine gewisse Hybris, wobei oftmals noch Selbstbetrug mit im Spiel ist. Ich spreche hier von persönlichen, teils sehr unangenehmen Erfahrungen mit Schriftstellerkollegen, die in den letzten zehn Jahren meinen Abscheu vor diesem Dünkel geprägt haben.

Max Goldt parodiert diese Traumwelt in seinem Buch DIE RADIOTRINKERIN wunderbar überspitzt: „Ein Künstler erntet Lob“, schreibt er, „internationales womöglich, Zustimmung, hochdotierte Preise und gratis Inspirationsaufenthalte in Kulturmetropolen, wo der Wein in Strömen fließt und Frauen sich nicht lange zieren. Künstlern zuliebe werden Straßen umbenannt und verbreitert, an denen dann mittags, wenn der Künstler Brötchen holen gefahren wird, fähnchenschwenkende Schulklassen stehen. Hausfrauen und Studentinnen fallen anschließend beim Bäcker in Ohnmacht …“

In Franquins Comicalbum SCHWARZE GEDANKEN findet man einen netten One-Pager mit Symbolcharakter. Die Comicfigur winkt auffordernd und ruft dem Leser euphorisch zu: „He! Los, wer mich mag, kommt mit!“. Dann läuft sie zuversichtlich lächelnd davon, in eine öde, finstere Landschaft hinein. Das einzige, was ihr nach einiger Zeit folgt, ist ein großer, hungriger Geier …

Man sollte immer fähig bleiben, zwischen seinen Träumen und Wunschvorstellungen und der Realität zu unterscheiden.

 

 

Fantasyguide: Ist es eher positiv oder negativ, wenn man solch starke Reaktionen in der Leserschaft hervorruft?

 

Michael Marrak: Das kann ich schlecht beurteilen. Literatur ist Geschmackssache. Es gibt Leser, denen lediglich ein gewisser Part (etwa der Anfang oder das Ende) einer Kurzgeschichte nicht gefällt. Andere mögen die vollständige Story oder einen bestimmten Roman nicht. Manche können mit der Person Marrak und dem Gesamtwerk nichts anfangen oder empfinden meine Art und Weise, Geschichten zu erzählen, als persönliche Beleidigung. Natürlich stehen demgegenüber die positiven Resonanzen wie Fanpost oder Preise bis hin zu seltsamen Extremen, die sich in Anrufen oder „Warensendungen“ bis hin zu "unheimlichen Begegnungen der Dritten Art" äußern. Ich halte ein derartiges Polarisieren weder für positiv noch für negativ. Man muss sich immer vor Augen führen: Umso größer der Erfolg, desto höher sind die Erwartungen der Leser, die man zufrieden stellen muss. Viele Autoren, die „ganz nach oben“ wollen, sind diesem Druck nicht gewachsen oder überschätzen ihr kreatives Potential. Ab einem gewissen Punkt können sie schließlich nur noch verlieren. Ich gehe Kompromisse ein, bleibe dabei jedoch auf meiner Seite des Abgrunds, statt mich in irgend einer diffusen, übersteigerten Erfolgsstrategie zu verlieren. Falls Leute mich nicht mögen, okay, kein Problem. Ich bin weder verärgert darüber, noch eifersüchtig noch neidisch. Es gibt genug andere Literatur, der sie sich hingeben können und die ihren Erwartungen gerechter wird. Oder um es mit den Worten eines Kollegen zu sagen: Es gibt wahrscheinlich mehr Autoren als Leser.

 

 

Fantasyguide: Wie würdest du dein Werk charakterisieren? Und wohin möchtest du als Autor? Welches sind deine Ambitionen?

 

Michael Marrak: Ich bestimme mein Werk im weitgehenden Sinne als Phantastik (egal ob nun mehr der SF, dem Horror oder dem Abenteuerroman zugeneigt), in dem immer auch wissenschaftliche und mystische Faktoren wichtige Rollen spielen – und mit dem man günstigstenfalls sogar seinen Bewusstseins- und Bildungshorizont erweitern kann. Sozusagen Wissenschaftsthriller in bunten Phantastik-Gewändern, oder umgekehrt. In LORD GAMMA waren es Astrophysik, Virtuelle Realität und Spiritualismus, in IMAGON Geophysik und Inuit-Mythologie, in MORPHOGENESIS Archäologie, Ägyptologie und – na ja, das verrate ich jetzt mal nicht. Zukünftige Romane werden von diesem Schema kaum abweichen. Ich möchte weiterhin mein Ding durchziehen. Dazu zählen ziemlich verrückte Romane im SF- und Horror-Bereich ebenso wie vergleichsweise bodenständige Projekte.

 

 

Fantasyguide: Neben der Schriftstellerei bist du auch Maler und Zeichner. So weit ich weiß, ist das Cover von Imagon von dir. Auf phantastisch! und NOVA findet man deine Illustrationen. Wie wichtig ist dir diese Art von Kunst? Auch im Verhältnis zur Schreiberei?

 

Michael Marrak: Ich versuche gestalterisch wieder etwas tätiger zu werden, um einen Ausgleich zum Schreiben zu finden, aber nach einem kurzen Aufflammen im vergangenen Jahr hat die finale Arbeit an MORPHOGENESIS nebst Korrektur- und Lektoratsphase die meiste Zeit dafür wieder gestohlen. Ich bin mir bewusst, das es ein sträflich vernachlässigtes Talent ist, doch ich verdiene meine Brötchen mit dem Schreiben, nicht mit Malerei und Computerdesign. Zwar arbeite ich seit Anfang April an einem Storyboard und stelle viele Grafiken und Zeichnungen dafür her, doch diese dienen lediglich Anschauungszwecken. Notwendigerweise sind dafür inzwischen auch einige sehr schöne, aufwändigere Farbgrafiken entstanden, doch diese sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Zumindest noch nicht. Als nächste freie Arbeit entsteht das Cover für die Oktoberausgabe des phantastisch!-Magazins.

 

 

Fantasyguide: Kommen wir zu einer anderen Art von Kunst. Musik. Musik prägt auch immer die Kultur einer Generation. Rock´n`Roll, Hard Rock, Punk oder Techno. Doch selten findet man Romane, die sich mit diesem Thema befassen. Was denkst du darüber? Und wann lesen wir einen Roman aus deiner Feder, der den Geist von The Cure und New Model Army zum Leben erweckt?

 

Michael Marrak: MORPHOGENESIS erweckt zumindest mal den Geist der Nine Inch Nails zum Leben. Songtitel wie „Happyness In Slavery“, „Somewhat Damaged“, “The Day The World Went Away”, “Down In It” und vor allem “Reptile” sind Programm. Viele Stimmungen des Romans haben ihren Ursprung in der Nine Inch Nails-Klangwelt. Die einzelnen Sektoren der im Buch beschriebenen Höllenstadt bilden in ihrer Gesamtheit eine Art literarische Sound-Collage, und mit Einschränkungen auch eine freie Übertragung der Reznor-Texte – natürlich abzüglich der von mir eingeflochtenen Ägypten-Thematik.

Aber das war in LORD GAMMA teilweise auch schon so. Einige NIN-Fans, die GAMMA gelesen hatten und auf die entsprechenden Textstellen gestoßen waren, schrieben mir daraufhin, weil sie neugierig geworden waren, warum ich ausgerechnet diese Band zitiere. Dabei spielen Songs und Liedzitate in allen meiner Romane ihre kleinen Rollen. Meine Erzählung DIE STILLE NACH DEM TON ist etwas, das ich als literarische Manifestation von Musik bezeichnen würde; des Songs „Dirty Epic“ von Underworld.

Radiant, der Protagonist, hört in der Story ständig geisterhafte Ausschnitte aus diesem Lied, die er räumlich nicht zuordnen kann. Der im Song immer wieder erwähnte „Channel Six“ wird schließlich zum Medium für Gespräche mit einem Gott-Wesen, einer Art Sammelprogramm zur kosmischen Defragmentierung. Ich überlege seit längerem, ob ich nicht jedes Lied des „Dubnobass“-Albums von Underworld in eine Story transformieren könnte. Zum Song „River Of Bass“ existieren bereits Notizen …

MORPHOGENESIS ist jedoch die Quintessenz. Ich könnte jedem Kapitel des Buches, jedem Büßersektor oder jedem Stadtviertel ein bestimmtes NIN-Lied der letzten fünfzehn Jahre zuordnen, eine Textpassage aus „The Fragile“ oder einen Sound aus „The Downward Spiral“.

 

 

Fantasyguide: Was ich bisher von dir gelesen habe, war entweder SF oder Horror oder eine Mischung von beidem. Sind diese Richtungen deine Passion oder wird man auch mal etwas gänzlich anderes von Michael Marrak lesen?

 

Michael Marrak: Meine Vorliebe gilt, wie bereits erwähnt, dem phantastisch-mythologischen Roman vor wissenschaftlichem Hintergrund. Ob nun als SF, Horror oder Thriller, bleibt variabel. Am besten eine Melange aus allem. Ich lasse mich nicht gerne eingrenzen. Religiöse Themen findet man in nahezu allen meiner Geschichten – ob in Gestalt des Sublime in LORD GAMMA, den mystischen Endzeitgestalten in DAS CONCALIOM, den Engelwesen in NUMINOS oder den Höllen samt ihrer Vertreter in MORPHOGENESIS. Mit Sicherheit wird man nicht alles, was ich in Zukunft veröffentlichen werde, in die SF- oder Horror-Schublade stecken können, aber in die der Phantastik auf jeden Fall.

 

 

Fantasyguide: Kai Meyer, Andreas Eschbach, Monika Felten und auch du, um nur einige erfolgreiche deutsch Phantasten zu nennen. Ist deutsche Phantastik im Trend? Und was zeichnet sie aus?

 

Michael Marrak: Seit sich die Lizenzgebühren für angelsächsische Autoren vervielfacht haben, sind Verlage verstärkt auf der Suche nach deutschen Autoren. Einige von ihnen profitieren zweifellos vom grassierenden Fantasy-Boom, der durch HARRY POTTER und die HERR DER RINGE-Verfilmung ausgelöst wurde. Irgendwann wird die Fantasy ebenso implodieren wie vor Jahren die SF, und von einem anderen phantastischen Genre abgelöst werden. Dann wird sich zeigen, wie sattelfest die Trendautoren sein werden. Mag sein, dass es überheblich klingt, aber ich habe in den letzten zehn Jahren viele Autoren kommen und gehen sehen, denen man ein großes Talent und zukünftigen Erfolg (braucht den Vergleich mit angelsächsischen Autoren nicht zu scheuen, blablabla …) vorausgesagt hat. Sie sind mit dem Niedergang der SF oder ihrer Verlage wieder in der Versenkung verschwunden, oder einfach an ihren Fähigkeiten gescheitert, weil sie nicht flexibel oder konsequent genug waren, oder einfach doch nur One-Hit-Wonder.

 

 

Fantasyguide: Welches sind deiner Meinung nach viel versprechende Talente in der deutschen Phantastik?

 

Michael Marrak: Außer den bereits genannten sicher noch Marcus Hammerschmitt, Ralf Isau, Cornelia Funke und Tobias O. Meißner. Zu H. D. Klein oder Andreas Brandhorst kann ich mangels Leseerfahrung nichts sagen. Ich habe es in den vergangenen Jahren nicht einmal geschafft, mir alle neueren Romane und Erzählungen der wenigen befreundeten Autoren, die bereits renommiert sind, zu Gemüte zu führen. Selbst VISIONEN 2004 liegt noch auf dem Stapel ungelesener Bücher. Mein Überblick über die Schreibqualität der deutschen (Nachwuchs-) Phantastikautoren ist also mehr als lückenhaft. Sorry, falls ich in dieser Beziehung zu ehrlich bin. Ich enthalte mich jedoch lieber einer Stimme, als in jemandem aus purer Gefälligkeit falsche Vorstellungen zu wecken.

 

 

Fantasyguide: Wohl jeder Autor träumt von der Verfilmung seiner Romane. Was denkst du darüber? Ist etwas in Planung?

 

Michael Marrak: In Planung ist nichts. Ich träume noch.

 

 

Fantasyguide: Und was dürfen wir in absehbarer Zukunft von dem Autor Michael Marrak erwarten?

 

Michael Marrak: Wie bereits erwähnt, wird im Festa Verlag irgendwann eine umfangreiche Storysammlung erscheinen. Was danach (oder noch davor) kommt, weiß ich nicht genau. Kurzgeschichtenbeiträge sind (zumindest in deutscher Originalveröffentlichung) momentan nicht geplant. Derzeit arbeite ich, wie bereits erwähnt, am Storyboard und dem Charakter-Design für ein sehr aufwändiges SF-Computerspiel, dass 2007 herauskommen soll. Optional ist ein Roman zum Spiel im Gespräch, aber nicht sicher. Wobei das Spiel an sich bereits eine großartige Sache ist. Tja, und dann soll Ende 2007 ein neuer, umfangreicher Roman bei Lübbe folgen, in der Allgemeinen Reihe diesmal. Soweit zumindest die grobe Planung. Da die Storyarbeit am Spiel sich noch über das gesamte Jahr 2005 hinziehen wird, werde ich mich selbst überraschen lassen, was noch passiert.

 

 

Fantasyguide: Und als abschließende Frage. Was wünschst du dir für die Zukunft? Als Mensch und als Autor?

 

Michael Marrak: Die Implosion der Bürokratie. Die Revolution des deutschen Steuersystems. Das Ende der Buchhandelskrise. Den Einschlag eines großen Kometen in Washington. Einen Goldesel. Einen Bestseller (oder besser zwei). Eine Wohnung mit Badewanne. Neue Freundschaften. Den Erhalt alter Freundschaften. Spritpreise wie in den USA. Kostenloses Surfen und Telefonieren. Besuch aus dem Weltraum. Die Fertigstellung aller geplanten und in Arbeit befindlichen Projekte. Zeit genug.

 

 

FantasyGuide: Wir bedanken uns für den freundlichen Kontakt und wünschen Michael Marrak für die Zukunft alles Gute.

 

Michael Marrak: Danke für das Interview. I’ll try my very best.

 

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Michael Marrak


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 04.06.2005, zuletzt aktualisiert: 16.10.2019 13:19