Interview: Sarah Nikolai
 
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Interview mit Sarah Nikolai

geführt von Carina Schöning

 

Sarah Nikolai, geboren 1977 in Berlin, schreibt schon seit einigen Jahren unter anderen Namen erotische und historische Liebesromane für Erwachsene. Ihr erster Romantic-Fantasy Roman „Schattenreiter“ erzählt von einer romantischen Lovestory zwischen dem Großstadtmädchen Jorani und dem Naturburschen Rin, der zudem auch ein magisch begabter Kentaur ist.

 

 

Fantasyguide: Hallo Frau Nikolai, erstmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein kurzes Interview nehmen. Die Informationen zu Ihrer Person sind auf der Verlagshomepage leider ein wenig dürftig. Bitte stellen Sie sich daher unseren Lesern kurz selbst vor…

 

Sarah Nikolai: Gerne. Mir war eigentlich immer klar, dass ich mit einem normalen Bürojob nie glücklich würde. Das hat sich dann noch verstärkt, als ich eine Ausbildung im Verwaltungsbereich absolvierte, weil das Bedürfnis zu schreiben, Geschichten zu erzählen, nur noch stärker wurde. Ich habe dann alles daran gesetzt, um Nägel mit Köpfen zu machen, mich bei etlichen Ausschreibungen beteiligt, Manuskripte hier und da eingesandt, mich über Absagen geärgert und immer weiter gemacht. Vielleicht ist das eine "typische" Autorenkarriere? Inzwischen ist das Schreiben mein Brotjob geworden.

 

 

Fantasyguide: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? War es schon immer ein Kindheitstraum von Ihnen, oder hatte eher der Zufall seine Finger im Spiel?

 

Sarah Nikolai: Ja, man kann schon sagen, dass es mein Kindheitstraum war, da Geschichten schon immer eine Rolle in meinem Leben spielten und ich auch recht früh damit anfing, mir meine eigenen Traumwelten zu erschaffen. Natürlich braucht man auch Glück. Die rechte Idee zur rechten Zeit, ein Lektor, der sie mag, kombiniert mit einem guten Durchhaltevermögen.

 

 

Fantasyguide: Sie schreiben unter verschiedenen Pseudonymen auch erotische Romane für Erwachsen und historische Liebesromane. Wie kam es zu dem Wechsel in den Fantasy-Bereich? Wie schwer ist Ihnen die Umstellung beim Schreiben gefallen?

 

Sarah Nikolai: Ja, ich habe schon unter einigen Namen, darunter auch meinem bürgerlichen, veröffentlicht. Es war für mich keine echte Umstellung, da ich auch vorher schon gern Fantasyelemente in meinen Geschichten verwendete. Ganz ohne Fantasy würde mir etwas fehlen, das muss ich zugeben.

 

 

Fantasyguide: Welches Genre bevorzugen Sie nun?

 

Sarah Nikolai: Fantasy! Aber wie gesagt, spielt die Fantasy auch in meinen anderen Projekten eine Rolle. Ein bisschen hängt das aber von meiner Stimmung und auch der Auftragslage ab.

 

 

Fantasyguide: Lesen Sie privat viel? Gibt es vielleicht sogar stilistische oder thematische Vorbilder, die Ihnen bei der Umsetzung von „Schattenreiter“ geholfen haben?

 

Sarah Nikolai: Leider komme ich viel zu selten zum Lesen. Doch zu meinen All Time Favorites zählt immer noch "Alice im Wunderland". Allerdings war dies nicht mein Vorbild für "Schattenreiter". Mir sind keine Romane über Kentauren bekannt, daher konnte ich mir die auch nicht zum Vorbild nehmen, um mich an ihnen zu orientieren.

 

 

Fantasyguide: Die Handlung von „Schattenreiter“ spielt in Amerika, genauer South Dakota. Wie kam es dazu?

 

Sarah Nikolai: Das ist ganz einfach erklärt. Ich musste die USA wählen, da die amerikanischen Ureinwohner für die Handlung sehr wichtig sind. Über South Dakota hatte ich zuvor eine DVD gesehen. Die Landschaft gefiel mir, auch die Stadt Rapid City mit ihrem Western Flair.

 

 

Fantasyguide: Im Trend sind derzeit immer noch Vampire und Gestaltwandler wie Werwolf und Co. Wie sind Sie auf die Thematik der griechischen bzw. indianischen Kentauren, (Anm. Mischwesen mit menschlichem Oberkörper und Pferdeleib) gekommen?

 

Sarah Nikolai: Der Verlag hat mir die Vorgabe gemacht, dass ich keine Vampire verwenden sollte, eben weil es schon so viele Vampirromane gibt. Die Kentauren sind in der Tat nicht jene, die wir aus der griechischen Mythologie kennen, auch wenn Jorani sie so bezeichnet, weil sie die natürlich auch nur aus diesen Legenden kennt. Später erfährt sie aber, dass die Kentauren einem Stamm angehören und einen ganz eigenen Namen für ihr Volk verwenden.

Auf die Idee, über Kentauren zu schreiben, bin ich durch ein Monsterkompendium gekommen, als ich mich auf die Suche nach etwas "Neuem" machte.

 

 

Fantasyguide: Wie aufwendig waren die Recherchen zu dem indianischen Hintergrund? Einige Rituale und Traditionen werden in dem Roman schön ausführlich beschrieben, doch wie viel davon ist Fiktion?

 

Sarah Nikolai: Über die Traditionen und Rituale der Kentauren zu schreiben hat mir besonders viel Spaß gemacht. Es handelt sich aber um reine Fiktion, die geschichtlichen Hintergründe der Ureinwohner hingegen basieren auf den wahren historischen Begebenheiten. Meine Recherchearbeit umfasste vor allem das alltägliche Leben der Menschen in South Dakota, die landschaftlichen Besonderheiten, die Sehenswürdigkeiten. Es war mir wichtig, da einen glaubwürdigen Eindruck zu machen, zumal ich ja noch nie selbst in Amerika war.

Die Sprache der Kentauren ist übrigens ebenfalls fiktiv. Ich hatte hierfür ganze Vokabellisten angefertigt.

 

 

Fantasyguide: Die Hauptfigur Jorani macht hier einen zweifachen Kulturschock durch. Als deutsche Großstädterin lernt sie nicht nur den American Way of Life kennen, sondern verliebt sich in einer ländlichen Kleinstadt auch noch in den gegensätzlichen Naturburschen Rin. Haben Sie selbst ähnliche Erfahrungen gemacht, oder gibt es vielleicht reale Vorbilder für die Figuren?

 

Sarah Nikolai: Nein, solche Erfahrungen habe ich nicht selbst gemacht. Das wäre sicher sehr spannend gewesen. Auch hier kann ich kein reales Vorbild nennen, obwohl das Zusammentreffen von Großstadt- und Landmenschen ja nicht so ungewöhnlich ist. Ich glaube, Jorani hat den zweifachen Kulturschock gut verkraftet. ;o)

 

 

Fantasyguide: Jorani agiert in der Handlung stellenweise ein wenig zu naiv und kindlich für eine 21-jährige Großstädterin. Ist der Roman so insgesamt eher für jüngere Leser konzipiert?

 

Sarah Nikolai: Jorani ist ein wenig verträumt und handelt manchmal impulsiv, das ist ihre Art. Sie ist ein Gefühlsmensch und gerade 20 Jahre alt geworden, behütet aufgewachsen, ganz neu in Calmwood, kennt niemanden und wird dann mit Rins unglaublichem Geheimnis konfrontiert. Sie nun wie eine im Leben stehende Frau agieren zu lassen, hätte sich für mich falsch angefühlt. Ich habe versucht mich da sehr stark einzufühlen und auch situationsbedingte Gefühle darzustellen. In einem Moment der Aufregung neigt man dazu mit weniger klarem Verstand zu handeln, als in einem Ruhemoment. Das ist bei Jorani durchaus öfter der Fall, macht sie für mich aber menschlich. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie ja auch eigenen Antrieb und muss nicht immerzu gerettet werden. ;o)

 

 

Fantasyguide: Welche Szenen waren beim Schreiben besonders schwierig für Sie?

 

Sarah Nikolai: Die Verwandlungsszene hat mir einige Kopfschmerzen bereitet, weil ich das so glaubwürdig - wie das unter den gegebenen Umständen eben möglich ist - darstellen wollte. Die Vorstellung, dass den Kentauren einfach zwei Hinterläufe aus dem Nichts wachsen hat mir persönlich nicht besonders zugesagt. Also habe ich ihre Mystik in den Verwandlungsprozess eingebunden, so dass sie sich nun mit den Naturgeistern, die sie Zorwaya nennen, vereinen und deren Fähigkeiten und Kräfte aufnehmen. Für mich hat das so ganz gut funktioniert.

 

 

Fantasyguide: Das Ende von „Schattenreiter“ fällt leider sehr offen aus. Ist dabei vielleicht schon eine Fortsetzung in Joranis Heimatstadt Berlin geplant?

 

Sarah Nikolai: Ideen hätte ich einige! Aber die Entscheidung liegt beim Verlag. Das Ende möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, nur so viel, dass die beiden ihre Pläne ganz sicher wahrmachen.

 

 

Fantasyguide: Woran arbeiten Sie zurzeit? Auf welche Geschichten von Ihnen können sich unsere Leser in Zukunft freuen?

 

Sarah Nikolai: Ich arbeite gerade an verschiedenen Projekten, die aber nicht unter dem Namen SN erscheinen werden.

 

 

Fantasyguide: Noch einmal vielen Dank für Ihre Zeit und dieses Interview. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Glück und Erfolg mit den nächsten Veröffentlichungen und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Jorani und Rin…

 

Sarah Nikolai: Ich bedanke mich auch herzlich!

 

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240228001344294fb297
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Erstellt: 16.05.2010, zuletzt aktualisiert: 16.10.2023 21:13, 10440