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James Bond 007: Keine Zeit zu sterben

Filmkritik von Cronn

Die Corona-Pandemie hinterlässt überall ihre Spuren, auch im Cinema-Bereich. Das Foto eines amerikanischen Kinos mag sinnbildlich für die Auswirkungen auf den gesamten Medienbereich stehen. Auf dem Reklameschild war sinngemäß zu lesen »Wir haben geschlossen und öffnen wieder, sobald sich die Realität nicht mehr wie ein Film anfühlt.«

In eine ähnliche Richtung geht die Veröffentlichungspolitik von MGM, die den Kinostart des neuesten James-Bond-Streifens mehrmals verschoben hatten. Doch im Herbst 2021 war es schließlich soweit und der letzte Bond-Film Daniel Craigs erstrahlte auf den Kinoleinwänden.

Universal Pictures setzt die Auswertung im Home-Entertainment-Bereich noch knapp vor Weihnachten 2021 um.

Zur Testung lag uns der Film in einer 4K-Blu-Ray-Fassung vor. Wie gelungen er ist, soll die nachfolgende Rezension aufzeigen. Doch zunächst einige Worte zum Inhalt.

Verlagsinfo:
James Bond wird beauftragt, einen entführten Wissenschaftler zurückzuholen. Was als simple Rettungsmission beginnt, erreicht bald einen bedrohlichen Wendepunkt, denn Bond kommt einem geheimnisvollen Gegenspieler auf die Spur, der im Besitz einer brandgefährlichen neuen Technologie ist …

Soweit die offizielle Verlautbarung auf dem Klappentext, die noch um einige Infos mehr ergänzt werden soll, ohne zu spoilern.
James Bond wird in diesem Film noch stärker persönlich involviert und auch sein Freund Felix von der CIA ist wieder mit an Bord. Unterstützung erhält er auf Kuba von einer Neu-Agentin, die es aber faustdick hinter den Ohren hat. Unerwarteten Gegenwind erreicht ihn aus den eigenen Reihen und auch sein Chef ist nicht mehr gut auf ihn zu sprechen. Alles in allem gute Voraussetzungen für einen spannenden Plot.

Kritik:
Um es vorweg zu sagen: Dieses Plotversprechen wird auf Dauer eingehalten. Aber der Film krankt an einigen Pferdefüßen.

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben wurde inszeniert von dem Regisseur Cary Fukunaga. Der wurde bekannt durch Sin Nombre, Jane Eyre und der Serie True Detective, für die er acht Folgen drehte. Auch am Drehbuch war er beteiligt. Seine Regie ist durch die Bank klar erkennbar und schont bereits in den ersten Minuten den Zuschauer nicht vor harten Szenen, als in der eisigen Landschaft Norwegens ein Killer eine Mutter mit Kind überfällt. Auch die angeschlossene Anfangssequenz, die bei jedem Bondfilm ein Muss ist, gerät zur gelungenen Achterbahnfahrt voller abgefahrener Stunts. Ginge der Streifen in dieser Art weiter, wäre er durchwegs gelungen. Aber das tut er nicht.

In der Mitte hängt der neue Bond-Film etwas durch. Es existieren Figuren, die nicht zwingenderweise notwendig gewesen wären und daher die Stringenz des Films verwässern. Dies ist beispielsweise bei der neu eingeführten Agentin Nomi der Fall. Ihre Präsenz trägt wenig zur Profilierung von Bond bei, außer dass damit ein Geplänkel zwischen den Geschlechtern von der Privatwelt Bonds hinüber in die Berufswelt getragen wird. Auch CIA-Mann Felix wird lediglich für den Plot kurz gebraucht und ist dann verbraucht. Einziges Highlight ist die kubanische Neuagentin, die spritzig-witzig und actionreich in Szene gesetzt wurde. Ana de Armas brilliert mit Witz, einer Prise Erotik und ganz viel Action-Standfestigkeit.

Der Bösewicht Lyutsifer Safin wird sehr gelungen als maskierter Killer in der Einsamkeit Norwegens eingeführt, verliert leider am Ende seinen Schrecken, was aber aus Spoilergründen nur angedeutet werden darf. Seine Motivation und tragische Hintergrundgeschichte gäben die Möglichkeit zur charakterlichen Vertiefung seiner Beziehungen zu Bond, verbleiben aber ebenfalls nur knapp unter der Oberfläche.

Das Ende des Films ist eines Abgangs für Daniel Craig mehr als nur würdig und trägt mit emotionaler und actionreicher Wucht dazu bei, dass man bei aller Kritik dennoch zufrieden aus dem Film kommt.

Extras:
Die Bonusausstattung kommt etwas schwachbrüstig daher. Es werden mehrere Featurettes geboten, die die Special-Effects und die Stunts überbetonen, andere Bereiche sträflich vernachlässigen, wie beispielsweise die Dramaturgie der Handlung und die Querverweise im Bond-Franchise. Es wiederholen sich zwischen den Featurettes inhaltliche Themen sogar, sodass Redundanzen auftreten.

Fazit:
»James Bond 007: Keine Zeit zu sterben« ist ein Film, der trotz einiger Kritik gut zu unterhalten weiß. Seine Schauwerte sind vorhanden und trösten über dramaturgische Längen hinweg. Mit einer Laufzeit von knapp drei Stunden hat er im Mittelteil einige Längen. Ob er in die Hall-of-Fame aller Bondfilme eingehen wird, wird sich noch herausstellen. Für einen unterhaltsamen Kinoabend ist er aber allemal gut geeignet.

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Eure Meinung:

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Blu Ray 4K:

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben
Regie: Cary Fukunaga
FSK: 12
Umfang: 1 BR 4K 
Laufzeit: 2 Stunden und 43 Minuten 
MGM (Universal Pictures), 16. Dezember 2021
Untertitel: Deutsch, Englisch

ASIN: B09HH8RW2W

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller·innen:

  • Daniel Craig
  • Rami Malek
  • Lashana Lynch
  • Ben Whishaw
  • Naomie Harris
  • Ana de Armas

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Erstellt: 21.12.2021, zuletzt aktualisiert: 21.12.2021 17:37