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Jasper Park - Ausflug in den Tod (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Cronn

 

Das Subgenre des Redneck-Horrors, oder auch „Backwood-Slasher“ genannt, erfuhr in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung. Nach Wolfcreek, Cabin Fever, Wrong Turn oder auch House Of Wax schrien die Studiobosse geradezu nach leicht abgedrehter, jugendkompatibler Horrorware, die vor allem das jugendliche Publikum, aber auch Erwachsene Horrorfans erreichen sollte.

Es folgte eine ganze Reihe von Horror-Filmen, die sich damit beschäftigen, eine Reihe von Jugendlichen oder junge Erwachsene in Situationen zu werfen, in welchen sie fernab der Zivilisation gegen den Unbill der Natur, doch vor allem gegen die Launen der oftmals missgebildeten Landbevölkerung anzukämpfen haben.

Mit Jasper Park - Ausflug in den Tod betritt ein weiterer Kandidat die Bühne, welcher angetreten ist, um die Gunst der Horror-Enthusiasten auch hierzulande zu buhlen. Vertrieben wird „Jasper Park - Ausflug in den Tod“ von Sunfilm Entertainment.

 

Inhalt:

Ein Videospiel-Produzent namens Johnny schickt seine Angestellten in den fernab gelegenen Jasper Park, die sich dort einen Paintball-Kampf liefern sollen, um so mehr Gespür für Taktik zu bekommen, was sie dann in ihrem Beruf brauchen können. Als Belohnung winkt der siegreichen Gruppe ein finanzieller Bonus. Doch es wird keine Gewinner geben, sondern nur Verlierer. Die Angestellten sind hier nämlich nicht allein, sondern befinden sich in einem Gebiet, in dem sich auch eine religiös-fanatische Hinterwäldlerfamilie niedergelassen hat, die es besonders auf die weiblichen Angestellten abgesehen hat. Diese sollen dazu dienen, dass die Familie um einige Mitglieder in Form von Babys vergrößert wird. Ein wilder Überlebenskampf beginnt, bei dem nicht nur Pistolen, sondern vor allem Pfeil und Bogen eingesetzt wird. Zu guter Letzt läuft alles auf eine Konfrontation zwischen dem Baby-Macher der Fanatiker und den letzten Überlebenden der Gamer hinaus.

 

Kritik:

„Jasper Park - Ausflug in den Tod“ bemüht sich redlich zu Beginn des Films, nicht wie ein schnell abgedrehter Film zu wirken: Ein kurzer Anriss-Mord, dann folgen die Anfangs-Credits. Sodann werden die Charaktere behutsam eingeführt, es dauert eine Weile, bis alles soweit geklärt ist, die Situation sich etabliert hat und dann beginnt das „fröhliche“ Schnetzel-Spiel in Backwood-Atmosphäre.

Der Regisseur Marty Weiss bemüht sich redlich, das arg dürftige Drehbuch mit Tiefe zu füllen und die Schauspieler zu motivieren. Das gelingt ihm bis zu einem gewissen Grad recht gut, aber dennoch reicht es nicht aus, um aus „Jasper Park - Ausflug in den Tod“ einen guten Film zu machen.

Dazu ist das Drehbuch zu löchrig, werden zu viele Klischees bedient, als dass man das als postmodernes Spiel mit den Subgenre-Voraussetzungen sehen kann, und die Schauspieler sind zwar besser als so manche C-Movie-Darsteller-Riege, doch bei weitem nicht so ausdrucksstark und versiert wie einige andere in dieser Kategorie.

Die Special-Effects sind in Sachen Make-Up durchaus würdig, allerdings bleiben sie selten. Gore-Effekte sucht man zudem vergebens, daher ist „Jasper Park - Ausflug in den Tod“ nichts für Gore-Hounds. Es gibt zwar eine Folter-Szene. Aber für die Anhänger von „Hostel“ ist diese recht gering ausgefallen und zudem hinsichtlich ihrer Deutlichkeit mager. Aber man muss zugeben, dass der zumeist angedeutete und nur im schnellen Schnitt sichtbare Einsatz eines Hammers ein dumpf brütendes Gefühl erzeugt und daher als Erfolg gewertet werden kann.

Die Außenaufnahmen sind wunderbar eingefangen, die Natur als Erlebnisort wirkt hier sensationell schön und lichtdurchflutet. Dagegen sind die Innenaufnahmen der radikalen Sektierer gegensätzlich düster und somit stimmig aufgenommen.

 

Fazit:

„Jasper Park - Ausflug in den Tod“ ist ein Film, der mit seinen Pfunden zu punkten versucht, dabei aber auf halber Strecke stecken bleibt. Das langweilige Drehbuch und die zu langwierige Ausarbeitung desselben sorgen dafür, dass die Bemühungen des Regisseurs und der Darsteller nicht in der Weise zum Tragen kommen, wie sie könnten.

Es bleibt ein Film für Horror-Vielseher, der nicht übermäßig schlecht ist, aber auch kein Überflieger ist: Ein mittelmäßiger Backwood-Slasher mit durchaus bemühten Schauspielern.

Eure Meinung:


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DVD:

Jasper Park - Ausflug in den Tod

USA, 2008

Regisseur: Marty Weiss

Format: Anamorph, Dolby, DTS, PAL, Surround Sound

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 1

FSK: 18

SUNFILM, 24. Juli 2009

Spieldauer: 85 Minuten

 

ASIN: B0029MTP94

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Jonathan Chase

Haylie Duff

Roshawn Franklin


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Erstellt: 13.08.2009, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23