Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Jede Wette von Markus Heitz

Reihe: Shadowrun

Rezension von David Grashoff

 

Was sich ein wenig wie neues Fernsehformat für eine Samstagabendshow anhört, ist eigentlich der vorerst letzte Shadowrun Roman aus der Feder (bzw. Tastatur) von Markus Heitz. Ja sie haben richtig gelesen: der fleißige und beliebte Autor von Shadowrun Büchern wie TAKC 3000 oder auch Aeternitas verabschiedet sich erst einmal von der Sechsten Welt. Ein verständlicher Schritt, hat er doch mit seinen Romanen Die Zwerge (Amazon Verkaufsrang 599 – stand 26.07.05) und Der Krieg der Zwerge (Amazon Verkaufsrang 189 – stand 26.07.05) seinen Leserkreis um einiges ausgedehnt, weit über die kleine, wenn auch feine, Gemeinde der Shadowrun-Fans.

Doch um die Beweggründe von Markus Heitz soll es hier nicht gehen, vielmehr um sein vorläufiges Erbe an die Freunde der gepflegten Fusion von Cyberpunk und Fantasy, das den Namen Jede Wette trägt und dessen Lektüre mich nach gut 100 Seiten ein wenig ratlos und sogar enttäuscht zurückließ. Dabei hatte alles so gut angefangen, nämlich mit einem spannenden Klappentext:

Holdo Kraif ist ein begeisterter All-Area-Combat-Golfer, der mit illegalen Wettkämpfen eine Menge Geld verdient. Doch bedauerlicherweise gilt seine Leidenschaft auch dem Glücksspiel und schönen Frauen, und so hat er in den vergangenen Monaten die immense Summe von 100.000 Nuyen Schulden aufgehäuft, die sein Gläubiger, ein Düsseldorfer Yakuza-Gangsterboss, nun binnen weniger Tage zurückhaben will, andernfalls ist Holdo ein toter Mann. Daher kann Holdo seinen jüngsten Sieg, den er mit seiner Buchmacherin Mousse in deren Club feiert, auch nicht richtig genießen. Nach ein paar Flaschen billigen Sekt sieht er nur einen Ausweg aus seiner Misere: Er springt auf die Bühne und präsentiert dem staunenden Publikum die Wette seines Lebens - er wettet, dass er es schafft, eine Woche am Leben zu bleiben, selbst wenn die besten Killer der ADL gegen ihn antreten ...

So machte ich mich daran den Roman zu verschlingen, meine Hände vor lauter Vorfreude zitternd, in der Erwartung auf eine adrenalinlastige Jagd in den ADL, gepaart mit einigen interessanten Ausflügen zum All-Area-Combat-Golf. Doch, wie es so schön heißt, kommt erst alles anders und dann noch als man denkt. So ist dieser originelle Ansatz nur eines von drei Handlungssträngen, die neben Holdo Kraif, noch einige alte Bekannte ins Spiel bringen. So treffen wir auf die Magierin Cauldron, die einen Dschinn jagt und auf Ordog und die Elfin Tattoo, Urban-Brawl-Spieler und ehemalige Runner. Diese drei Handlungsstränge bringen diesen Pulk an Darstellern in die Vereinigte Arabische Emirate, genauer gesagt nach Dubai, wo Kraif nach Schutz, Cauldron nach ihrem Erzfeind und Ordog/Tattoo nach einem alten Runnerkollegen suchen. Natürlich werden sie dabei aufeinander treffen und das sogar auf ganz fulminante Art und Weise. Obwohl Jede Wette den Eindruck hinterlässt als wollte Heitz noch einmal die ganze Riege seiner Protagonisten zu einem feurigen Klassentreffen zusammentrommeln, so macht er dies in gewohnt gekonnter Manier und lässt auch hier seinen typischen Humor einfließen. Doch trotz der routinierten Schreibe hinterlässt Jede Wette bei mir einen faden Beigeschmack. Mal davon abgesehen wie die sympathischste Schöpfung von Markus Heitz, der nervige Reporter Poolitzer, in diesem Roman abgefertigt wird, konnte mich die Geschichte in ihrem ganzen Konzept nicht überzeugen. Es fehlt ihr an Konsistenz, an Linie. Zuviel scheint aus purem Zufall zu passieren und der eigentliche Hauptdarsteller des Romans, Holdo Kraif, wird im laufe der Geschichte immer weiter aus dem Rampenlicht gedrängt, genauso wie das All-Area-Combat-Golf, das zwar anfangs Erwähnung findet, aber bis auf einige nette und spaßige Regelauszüge zu Beginn der Kapitel, keine weitere Bedeutung für die Geschichte hat. Auch das Ende, bei dem der Autor sich noch einige offene Türchen eingebaut hat, wirkt unfertig.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Jede Wette ist kein schlechter Shadowrun Roman. Markus Heitz beherrscht sein Handwerk wirklich gut und die Geschichte ist spannend erzählt, die Charaktere sind rund und wirken menschlich, und auch an Action mangelt es nicht. Dennoch konnte mich Jede Wette nicht vom Hocker reißen, was aber vor allem an der Geschichte lag und weniger an Markus Heitzs schreiberischem Können.

 

Jede Wette ist ein solider Shadowrun Roman, der aber leider nicht das Niveau der früheren Heitz Romane erreicht; dafür macht die Geschichte einen zu unausgegorenen Eindruck. Es bleibt zu hoffen, dass Markus Heitz eines Tages in die Sechste Welt zurückkehrt, um uns mit weiteren spannenden Romanen a la 05:58 eine Freude zu bereiten.

 

Zum Seitenanfang

Hinweis:

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH,

www.fanpro.com und www.f-shop.de

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Titel: Jede Wette

Autor: Markus Heitz

Reihe: Shadowrun

Broschiert - Heyne

Erscheinungsdatum: Juli 2005

ISBN: 3453520939

Erhältlich bei:

Amazon</a>

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 02.08.2005, zuletzt aktualisiert: 31.05.2017 20:09