Juli ist recht einsam. Freunde hat sie nicht, ihre Mutter verschwand letztes Jahr spurlos, und ihr Vater hat kaum Zeit für sie. Selbst an ihrem 13. Geburtstag ist sie alleine. Doch dann schenkt ihr ihre Oma ein Zelt. Als Juli es hinterm Haus mit Janko, den sie kaum kennt, ausprobiert, transportiert es beide in eine andere Welt. Obwohl die zunächst als märchenhaft schön erscheint und speziell Janko gar nicht zurück will, lernt Juli bald auch ihre Schattenseiten kennen.
Wie es im Rahmen des Jugend-Urban-Fantasy-Genres recht üblich ist, lässt auch Christine Weißenborn ihre junge Protagonistin für diese unerwartet in magische Ereignisse geraten. Hier ist es allerdings keine spezielle Schule, die 13-jährige Juli Gold zukünftig besuchen soll. Stattdessen schickt die Autorin sie auf eine Weltenreise. Statt eines für derartige Reisen typischen Portals ist es hier ein magisches Artefakt, genau gesagt ein Zelt, dass dem Weltenwechsel dient.
Mit dem zufälligen Reisegefährten Janko kommt auch eine sich anbahnende Verliebtheit ins Spiel, wie es in Geschichten um Protagonistinnen dieses Alters typisch ist. Sie bleibt allerdings sehr dezent und stört nicht.
Dass auch Julis Familiengeschichte eine Rolle spielt, ist kaum überraschend. Im Gegensatz zum im Genre Gewohnten scheint es sich hier um ein Einzelwerk zu handeln. Zumindest sind keinerlei Hinweise auf eine geplante Fortsetzung zu finden. Das soll allerdings kein Kritikpunkt sein, denn die Story funktioniert als jugendliches Fantasy-Abenteuer.
Die Autorin folgt stets ihrer Protagonistin. Leider bringen einen an diversen Stellen unnötige Gender-Aufzählungen aus dem Lesefluss. Das Geschlecht der Touristen auf einer Fähre ist für die Handlung beispielsweise völlig belanglos, und dass es auf einem besuchten Markt auch weibliche Kunden gibt, wird wenige Sätze später ohnehin klar.