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Justice (Bd. 2)

Reihe: DC Comics, Liga der Gerechten – Justice (2 von 6)

Rezension von Martina Klein

 

“Was wäre, wenn sich die berüchtigtsten Schurken der Erde plötzlich mit einem Mal zusammenschlössen, um Taten zu vollbringen, die alle bisher da gewesenen Einsätze der Justice League zum Wohle der Menschheit in den Schatten stellten? Haben sie sich unverhofft zum Guten gewandelt oder verfolgen sie mit ihrem Tun ein finsteres Motiv? Die Antwort erfahrt ihr hier, in der brandheißen neuen Maxiserie von Autor Jim Krueger, mit atemberaubendem photorealistischem Artwork des Fan-Lieblings Alex Ross!“

 

Insgesamt ist diese Maxiserie bei Panini auf sechs Hefte angelegt.

 

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Beste an diesem zweiten Heft und wahrscheinlich auch an den anderen der Reihe sind eindeutig die Zeichnungen! Die Geschichte hingegen ist recht kompliziert und wird zudem noch ziemlich bruchstückhaft und wirr erzählt:

 

Es gibt natürlich die klassische Trennung zwischen den „guten“ Superhelden und den „bösen“ Superschurken (praktischerweise werden die wichtigsten von ihnen vorne und hinten im Heft kurz erklärt!) – wobei diese Charakterisierung wie oben bereits erwähnt in dieser Geschichte nicht mehr so ganz stimmt: Plötzlich und sozusagen aus heiterem Himmel haben die vermeintlich Bösen damit begonnen, Gutes zu tun: Sie heilen Krankheiten und verwandeln mit ihren Superkräften öde Wüsten in fruchtbares Land. Kurzgesagt: „Kriminelle und Terroristen mit Superkräften nehmen sich dem Übel der Welt an“... Der große „Einfädler“ dabei scheint Lex Luthor zu sein - wie wir uns denken können wahrscheinlich angetrieben durch seinen krankhaften Hass auf Superman. Da das Ganze mit den guten Taten ausgerechnet von den ganz Bösen nicht mit rechten Dingen zugehen kann, haben die guten Superhelden schon im vorherigen Teil der Serie damit begonnen, Nachforschungen anzustellen – und sind dabei in eine Falle getappt!

 

Der erste Band dieser Reihe endete damit, wie Aquaman von seinem Erzfeind Black Manta angegriffen und gefangen genommen wurde. Jetzt wird er immer noch vom ultrabösen Brainiac gefangen gehalten und gefoltert. Den Martian Manhunter, der zu Beginn diesen Bandes nach ihm sucht, ereilt nun ein ähnliches Schicksal. Und auch den übrigen Superhelden ergeht es nicht besser: Einer nach dem anderen geraten sie in den Hinterhalt der Bösen. Diese verfolgen damit nur ein Ziel: Während die guten Superhelden allesamt ausgeschaltet sind, nehmen die bösen Superschurken Kontakt zur übrigen Menschheit, die nicht mit Superkräften gesegnet ist, auf und tischen ihnen die folgende Geschichte auf:

 

Die angeblich ach so guten Superhelden der Justice League hätten zwar schon hin und wieder einzelne Menschen vor dem sicheren Tod gerettet – aber ihre Superkräfte dann doch nicht dazu eingesetzt, um gleich die ganze Welt zu verbessern, wie es die vermeintlich bösen Superschurken nun mit ihren Aktionen vorgemacht hätten. Somit seien die „Guten“ im Grunde auch nicht viel besser als die „Bösen“, da sie der Menschheit auf diese Weise den wahren Segen vorenthalten würden – sie würden somit nur den „Status Quo“ menschlichen Leids zementieren...!

 

Nun haben die „Bösen“ (natürlich nur angeblich – aber die Normalsterblichen sind ja sooo leichtgläubig...!) neue Städte für die Menschen geschaffen: Städte ohne Krankheit, ohne Armut, ohne Diskriminierung der Alten, eben Orte der Harmonie. Diese wollen sie den Menschen zum Geschenk machen und laden sie nun ein, dort hinzukommen, um dort zu leben. Zuerst sollen die Menschen, deren Krankheiten zuvor von den Schurken geheilt wurden, diese neuen Städte bevölkern dürfen, danach dann allmählich auch alle übrigen. Auf diese Weise wollen die Superschurken den Menschen einreden, dass sie ihre alten Superhelden nun nicht länger bräuchten, und verkünden in ihrer Ansprache an die Menschheit:

 

“Es ist das kollektive Scheitern der Justice League of America, dass sie unser Leben nicht verbessert hat. Dass sie die Welt nicht verändern konnte. Wen wundert es da, dass sie uns jetzt nicht herausfordert?“ Und dabei werden die Superhelden zur selben Zeit übelst in die Mangel genommen, so dass sie gar nicht fähig sind, etwas zu unternehmen... Schon gemein!

 

Mit diesem Höhepunkt der Machtlosigkeit der Superhelden endet dieses Heft.

 

Hinten im Heft werden unter der Überschrift „Aus Bruce Waynes privaten Akten auf dem Bat-Computer“ – und verbunden mit ein paar wunderschönen skizzenhaften Zeichenstudien! – noch einige der Pro- und Antagonisten näher vorgestellt, und zwar: Der Martian Manhunter, den wir ja schon vom Beginn des Hefts kennen; der bizarre Bizarro, ein missgestaltetes Spiegelbild von Superman, geschaffen mittels Klontechnologie; Metallo mit dem Herzen aus Kryptonit, der einzigen mineralischen Substanz, die Superman zu töten vermag, und noch einige mehr...

 

Das hilft ziemlich zum Verständnis des komplexen DC-Universums – zumal die ganze Geschichte zumindest auf mich auch ein wenig so wirkt, als mussten auf Krampf möglich alle Personen aus besagtem DC-Universum – gute wie böse! – untergebracht werden. Wegen dieser Fülle an handelnden Personen wirkt die Geschichte auch so bruchstückhaft und unübersichtlich.

 

Eine mögliche Erklärung dafür wird im redaktionellen Teil hinten im Heft geliefert, festgehalten von Panini-Redakteur Steve Kups:

 

„Parallelen – Wer die bisherige Zusammenstellung von Bösewichtern in Lex Luthors Team mal genauer betrachtet hat und zudem wie ich ein Faible für skurrile Superhelden-Cartoons hat, dem dürfte möglicherweise etwas aufgefallen sein. Ganz speziell meine ich hier die in den USA einst sehr beliebte Hanna-Barbera-Zeichentrickserie ‚Super Friends’, die dort von 1973 bis 1985 lief. Ein paar Folgen davon, es dürften so um die 50 gewesen sein, wurden ab 1995 unter dem Titel ‚Das Powerteam – Superman und Co.’ auch bei uns in Deutschland ausgestrahlt, überwiegend auf Kabel 1 und SAT 1, sowie auf diversen Pay-TV-Sendern. Dort bekamen es unsere Helden der Gerechtigkeitsliga unter anderem immer wieder mit der Legion des Bösen zu tun (im Original Legion of Doom). Diese setzte sich aus den folgenden Superschurken zusammen: Lex Luthor, Brainiac, Captain Cold, Bizarro, Cheetah, Black Manta, Giganta, Riddler, Scarecrow, Toyman, Solomon Grundy, Sinestro und Gorilla Grodd. Na, klimpert der Groschen? Ist natürlich kein Zufall, dass sich der eingefleischte Silver-Age-Liebhaber Alex Ross ebenfalls genau dieser Zusammensetzung für seine aktuelle Maxiserie bediente. Aber es sind noch weitere Parallelen zu bemerken. Das Hauptquartier der Finsterlinge in der TV-Serie trug den bezeichnenden Namen Hall of Doom, im Gegensatz zu der etwas freundlicher klingenden Hall of Justice, in welcher die Helden residierten.“

 

Und weiter: „Aus irgendwelchen Gründen recht verbreitet ist bei den Fans der Serie auch der Glaube, der Joker wäre ein Mitglied der Legion of Doom gewesen. Tatsächlich war er dies aber nicht und tauchte lediglich in einer einzigen, späteren Folge der Serie auf. Interessant ist, das der Clownprinz auch in ‚Justice’ offenbar nicht bei Luthors kleinem Schurken-Club ‚mitspielen’ darf. Was ihn offensichtlich auch sehr zu irritieren scheint. Bleibt abzuwarten, ob er diesen Affront so einfach auf sich sitzen lassen wird.“

 

Die Grafik

 

... ist wie gesagt das Allerbeste an diesem Heft. Durch die photorealistische Optik, die Alex Ross geschaffen hat, wirkt alles fast wie ein Spielfilm. Zusammen mit der düsteren Atmosphäre ergibt sich eine äußerst gewaltige Bildsprache, die dem tatsächlich gesprochenen Wort haushoch überlegen ist. Das Heft ist wirklich eine reine Augenweide!

 

Fazit:

 

Für eingefleischte Superhelden-Comic-Fans und Freunde von grafisch wirklich brillant gestalteten Comics ein echtes Muss!

 

Eure Meinung:


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Comic:

Justice Bd. 2

2/2006 Prestige

S. 68

6,95 €

Justice 3-4

A. Ross, J. Krueger, D. Braithwaite

[Keine Angabe der ISBN]

EVT: 05.10.2006

Erhältlich bei Panini Comics


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Erstellt: 27.10.2006, zuletzt aktualisiert: 03.11.2018 18:20