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Kalahari – Afrikas paradiesische Wüste

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Afrika ist ein Land der Extreme und Überraschungen. Man hat zwar immer wieder Bilder von Wüsten, Savannen und Dschungel vor Augen, nimmt aber anfangs nicht an, dass sich daran viel ändert im Jahresverlauf. In vielen Regionen mag das auch so sein, andere wieder warten mit Überraschungen auf – so wie etwa die „Kalahari“-Wüste. Man muss gar nicht von anderen Welten träumen, die Erde bietet an solchen Orten genug Wunder.

 

Die Regenzeit bringt die großen Veränderungen mit sich und das nicht nur im größten Binnendelta der Welt. Einmal im Jahr wird der Okawango so stark von den Regenfällen in Bergen Angolas gespeist, dass er inmitten der Wüste eine große Oase schafft.

Wahre Ströme von Tieren nutzen die Zeit des Überflusses aus, um dort ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen und sich endlich einmal satt zu fressen. Nicht wenige legen sich auch Polster für die Dürre an, denn der Bereich des Deltas ist nicht länger Steppe mit vertrocknetem Gras und skelettierten Bäumen und Büschen sondern eine grüne Oase voller Pflanzen und Blumen, Wasserkanälen und Futter im Überfluss.

Zwar findet der Spuk schon nach einigen Wochen wieder sein Ende, aber das Wasser zieht sich nur sehr langsam zurück, und die meisten Tiere verharren so lange sie können in dem ersterbenden Grün.

Aber auch die Kalahari selbst vermag sich durch Regenfälle zu verwandeln. In dem sandigen und staubigen Boden auf dem Spuren ins Nichts zu führen scheinen, überleben in der trockenen Jahreszeit die Tiere im Tiefschlaf – die sich nicht so schnell fortbewegen können – Insekten und ihre Larven, ja selbst Reptilien und Amphibien. Wenn das Wasser die erstarrten Lehmschichten auflockert tauchen sie nach und nach wieder auf, um die Zeit des Überflusses zu nutzen, um ihr Leben fortzuführen. Und auch andere Tiere kehren in die Wüste zurück – wie etwa die Flamingos...

 

Auch wenn die Dokumentation nicht von der BBC stammt, so merkt man doch die Handschrift eines Tierfilmers mit britischer Beeinflussung, auch wenn Tim Leversedge aus Südafrika stammt. Er setzt wie seine Kollegen in erster Linie auf Bilder, erzählt mit wenigen Worten und verzaubert den Zuschauer mit eindrucksvollen aber nicht reißerisch aufgemachten Bildern.

Die Einstellungen besitzen genau die richtige Länge. Man kann sie auf der einen Seite genießen und auskosten, auf der anderen Seiten sind sie aber auch nicht quälend in die Länge gezogen.

Zudem scheut er sich nicht, auch die düstere Seite des Ganzen zu zeigen, denn wenn das Wasser langsam versickert, beginnt gerade für die Jungtiere und der dramatische Kampf ums Überleben.

Besonders prägt sich dabei der lange Marsch der noch nicht flüggen Flamingo-Küken von den Brutstätten hinüber zu den letzten Wasserlöchern ein. Der Zuschauer kann von Glück sagen, dass in dem Jahr in dem gefilmt wurde die meisten der kleinen Vögel ihr Ziel erreichen und nicht – wie angedeutet, sterben.

Einige der Szenen gehen deutlich unter die Haut, andere wieder stimmen sind stimmungsvolle Bilder einer Landschaft, die eine Ahnung vom Paradies wiederspigeln. Die Aufteilung auf zwei Episoden sorgt dabei für eine klare Trennung, denn trotz aller Ähnlichkeiten sind das Okawango-Delta und die Kalahari doch grundverschiedene Lebensräume.

 

 

Fazit:

 

Sicherlich ist die Dokumentation „Kalahari – Afrikas paradiesische Wüste“ nicht die erste Dokumentation über die Region und wird auch nicht die letzte sein, aber sie ist momentan eine der ausführlichsten. Wer sich für die vielen Gesichter des schwarzen Kontinents interessiert wird auf jeden Fall seine Freude an den beiden Folgen haben, die inhaltlich wie formal gut mit den Filmen der BBC mithalten können.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020518130141a788dd
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DVD:

Kalahari – Afrikas paradiesische Wüste

2-teilige Dokumentation, Europa 2010/11

Regisseur/Drehbuchautor: Tim Leversedge

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 25. Februar 2011

Spieldauer: 90 Minuten

 

ASIN: B004C0013A

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 13.03.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01