Nach seiner Young Adult Dystopie After Dawn startet Lars Meyer nun mit einer ähnlich phantastischen, aber eher magischen Geschichte durch. In Kampf um den magischen Schlüssel bringt er die Helden zusammen, die die Legende der Schattenwächter zum Leben erwecken.
Hamburg, Ende des 19. Jahrhunderts. Weil sein Vater seinen Laden verloren hat, ist der 14jährige Armin zum Alleinverdiener geworden. Allerdings ändert sich sein Schicksal überraschend, denn nach einer unheimlichen Begegnung wird er Erbe eines nicht unerheblichen Vermögens.
Doch damit geht es erst richtig los, denn schon bald muss er feststellen, dass sein Großvater Hagen wohl in übersinnliche Dinge verstrickt war. Schon bald ist er gezwungen mit Nari und Viktoria auf eine gefährliche Suche nach magischen Schlüsseln zu gehen, um seinen Vater zu retten.
Lars Meyer erfindet sicherlich das Rad nicht neu, aber er weiß die bekannten Klischees und Handlungsmuster unterhaltsam zu gestalten, mit eigenen Ideen und Figuren zu variieren und dabei gerade für Leser ab zwölf Jahren ein phantasievolles Abenteuer zu gestalten.
Die Helden sind dafür im richtigen Alter – nicht mehr zu jung und auch noch nicht zu alt, um das Phantastische für Blödsinn zu halten. Jeder nimmt dabei eine interessante Rolle ein – egal ob nun Armin, der erst in die magische Welt hinein wachsen muss. Nari, die damit aufgewachsen ist, oder gar Victoria, die auf den ersten Blick reich und verwöhnt erscheint, aber ein interessantes Geheimnis hat.
Die Helden bleiben auch nicht an einem Ort, sie reisen quer durch Mitteleuropa und laufen dabei allerlei phantastischen Wesen über den Weg, müssen magische Artefakte finden und sich am Ende auch einem gefährlichen Kampf stellen.
Erfahrene Leser werden sicherlich das ein oder andere vorhersehen können, allerdings lange nicht alles, denn es gibt einige Geheimnisse, die sich erst mit der Zeit enthüllen, so aber auch die Spannung durch kleine Wendungen und neue Fragen aufrecht erhalten.
Die Figuren sind angenehm ausgearbeitet, selbst der Gegenspieler erhält eine Geschichte, die ihm mehr Profil gibt. Alles in allem liest sich der Roman flüssig und ist in sich geschlossen, auch wenn der Autor sich natürlich einige Dinge offen lässt, um für eine Fortsetzung daran anzuknüpfen.