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Kampfstern Galactica - Teil 3

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

Nach dem Erfolg von „Star Wars“ im Jahr 1977, damals noch ohne den Zusatz „Eine neue Hoffnung“, beschlossen auch andere Studios auf die Erfolgswelle der Science Fiction aufzuspringen. Damals hatte Glen A. Larson die Idee, eine Space-Opera für das Fernsehen zu schaffen: „Kampfstern Galactica“.

Bereits 1979 kam dann die erste Staffel des mythischen Weltraummärchens mit Lorne Greene, Richard Hatch und Dirk Benedict ins Fernsehen, aber auch wenn sie von den Zuschauern angenommen wurde, überschritten die Produktionskosten doch das Budget einer damaligen Serienproduktion – selbst im Action-Genre um ein vielfaches.

Aus diesem finanziellen Grund wurde eine zweite Staffel nur unter folgendenden Prämissen gewährt. Zum einen fand man einen Weg, die Kosten extrem zu minimieren, zum anderen sollte ein weit jüngeres Publikum als bisher angesprochen werden.

Und so entstand „Galactica 1980“. Allein Lorne Greene wurde fest in den Cast aufgenommen. Herb Jefferson der ehemalige Lieutenant Boomer fungierte als sein Stellvertreter und in der allerletzten Folge hatte auch noch einmal Dirk Benedict in seiner alten Rolle einen Auftritt.

 

Endlich ist es geschafft. Die Galactica hat mit der Hilfe von Dr. Zee, einem galaktischen Wunderkind, das in der Viper von Starbuck zur Galactica kam und bereits als Kind ein Genie in allen technischen und wissenschaftlichen Belangen ist, die Erde gefunden.

Doch sie müssen zwei Dinge feststellen.

Zum einen ist die Welt unter ihnen nicht das Paradies, das sie erwartet haben. Die Menschheit ist in viele kleine Staaten gespalten, führt Krieg und scheint außerirdischen Wesen nicht besonders aufgeschlossen zu sein. Wenn sie also einen Missbrauch ihrer überlegenen Technik verhindern wollen, dann können sie nur sehr vorsichtig Kontakt zu den wenigen Bewohnern der Erde aufnehmen, die friedlich und offen für sie sind.

Also bleibt ihnen nichts anderes übrig als erst einmal zwei Erkunder auf die Erde zu schicken. Commander Adama, der dem Sternenkind Zee vertraut, wählt zu diesem Zweck Lt. Dillon aus und Captain Troy, der kein anderer als sein Adoptivenkel Boxey ist.

Die beiden Viper-Piloten versuchen Kontakt mit einem der führenden Wissenschaftler der USA aufzunehmen. Dabei geraten sie allerdings in Schwierigkeiten, da sie mit manchen Gegebenheiten der modernen irdischen Welt nicht so ganz vertraut sind. Allerdings heftet sich ihnen auch die Reporterin Jamie Hamilton an die Fersen, die zunächst nur eine große Story wittert, dann aber zu einer wichtigen Verbündeten der beiden Piloten und der Menschen von der Galactica wird.

Zur gleichen Zeit plant der Wissenschaftler Xaviar, nachdem er genug Wissen über die Geschichte gesammelt hat, mit der überlegenen Technik und Macht der Galactica die Weltherrschaft zu übernehmen. Da er dabei ist, die Vergangenheit zu verändern, müssen Troy, Dillon und Jamie ihm nach Nazideutschland folgen, um ihn aufzuhalten.

Zwar können ihm einen Strich durch die Rechnung machen, aber besiegt ist er damit noch lange nicht.

In weiteren Folgen dürfen sich die beiden Piloten und die Reporterin mit zehn Kindern von der Galactica herumschlagen, die zwar einerseits viel reifer und klüger sind als gleichaltrige irdischen Jungen und Mädchen, aber leider genau so altklug, neugierig und frech.

Da die als Pfadfinder verkleidete Bande um den besonders vorlauten Wellington auch noch durch die geringere Schwerkraft über Superkräfte verfügt kommt es zu manch einer unangenehmen Situation, die die Erwachsenen nur mit viel Glück und Geschick ausbügeln können.

Nicht zuletzt tritt auch der Fall ein, dass ein geheimes Spähkommando der Cylonen die Erde erreicht. Zwar können sie abgeschossen werden – aber es gelingt ihnen auf der Erde in einem unbewohnten Waldstück notzulanden.

Wieder sind die drei Helden gefordert die Feinde aufzuhalten ehe sie eine Nachricht an die Flotte absetzen können. Dabei erleben sie eine unangenehme Überraschung, denn einer der Cylonen hat ein ganz anderes Aussehen als gewohnt.

 

Auch wenn die Episoden nun billiger waren – so konnten sie weder die Fans noch das normale Publikum wirklich begeistern, da die Geschichten wirklich nur noch auf Kinder zwischen acht und vierzehn Jahren ausgerichtet waren. Allein in fünf Folgen sind die sogenannten „Super-Scouts“ aktiv und neigen dazu den erwachsenen Stars die Show zu stehlen. Auch die letzte Episode mit Publikumsliebling Dirk Benedict konnte die Serie letztendlich nicht mehr retten. Das Aus kam mit dieser letzten und zehnten Folge in der noch einmal ein Hach von Spannung und Mythologie beschworen wurde.

Es gibt nur wenige Verbindungen zur alten Galactica-Serie – die Figuren Adama und Boomer etwa. Zee ist eigentlich ein körperlich gewordener Seraph, eines der Engelswesen, die Apollo und Co. gegen Graf Iblis beigestanden haben, und mit Troy alias Boxey wird angedeutet, dass die Suche nach der Erde vermutlich um die zwanzig Jahre gedauert hat, da das Kind von damals erwachsen geworden ist. Auch sein Robothund von damals darf noch einmal einen kurzen Auftritt haben.

Was der Serie wohl mehr als die billige Ausstattung das Genick gebrochen hat, sind die naiven, stellenweise recht einfältigen Geschichten, die jegliche Verbindung zu der Mythologie des Galactica-Universums vergessen lassen. Mögen die ersten drei Folgen noch eine halbwegs durchdachte und spannende Geschichte erzählen – die sich allerdings auf der anderen Seite in typischen Nazi-Klischees der späten 1970ger Jahre suhlt, so baut die Serie danach immer mehr ab.

Gerade die Folgen mit den Kindern erinnern mehr an Pfadfinderausflüge und –abenteuer, eine ähnliche Moral wird auch da verbreitet und die eigentlich für den Science-Fiction-Fan interessanten Ideen nur angedeutet. Es ist zudem fast schon unheimlich, wie wenig die Besucher von Galactica auffallen und wie gut sie jedes Mal davon kommen, wenn jemand droht sie zu enttarnen.

Alles in allem sind diese zehn Folgen kein Ruhmesblatt für das Universum und auch nicht unbedingt für den Fan interessant, der eigentlich die verspielte Mythologie gemocht hat und nun noch nicht einmal mehr aufregende Weltraumschlachten und fremde Planeten geboten bekommt, sondern nur noch leicht zu durchschauende Tricks und oberflächliche Geschichten. Ein Allheilmittel scheint jedenfalls zu sein, dass sich die Helden und ihre Fahr-/Flugzeuge unsichtbar machen können, da gerade diese technische Spielerei mit schöner Regelmäßigkeit eingesetzt wird.

Das Bild ist recht hell, aber annehmbar, der Ton wie nicht anders zu erwarten war eher durchschnittlich und gerade einmal Stereo. Vermutlich ist die Box wie auch ihre Vorgänger gestaltet, ein Digipak in einer Blechbox zusammen mit einem Booklet, aber genau kann das nicht gesagt werden, da nur Presse DVD’s vorlagen.

Wirklich interessant ist eigentlich nur die Bonus-CD mit fast vier Stunden Filmmaterial von der Galacticon 2003. Man merkt deutlich, dass sich damals vor allem Richard Hatch noch sehr für eine Wiederaufnahme der Serie eingesetzt hat, weil die Gerüchte aufkamen, dass es eine Neuverfilmung geben sollte und noch nicht bekannt war, wie sehr sich das Konzept ändern und ein vollkommen neues Universum schaffen würde, das fast nichts mehr mit der klassischen Serie zu tun hat.

 

 

Fazit:

 

Letztendlich bleibt festzustellen, dass man als Fan der klassischen Galactica-Serie – wenn man nicht gerade Komplettsammler ist – die dritte Box der Serie nicht unbedingt braucht, um glücklich zu werden.

Denn „Galactica 1980“ ist alles andere als eine gelungene und spannende Serie, nur der verkrampfte Versuch das Genre der Science Fiction wieder auf das zu degradieren, als das man es lange gesehen hat – nämlich Kinderkram.

 

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DVD:

Kampfstern Galactica - Teil 3

USA 1980

(Battlestar) Galactica 1980

Produzent und Idee: Glen A. Larson

Regie: Christian Nyby II., Donald P. Bellisario

Komponist: Stu Phillips

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 4:3

FSK: 12

Koch, 7. August 2009

Spieldauer: 463 Minuten (10 Folgen a ca. 45 min)

Extras: Panels vom Galacticon aus dem Jahr 2003

 

ASIN: B002AKD3UW

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Lorne Greene

Barry Van Dyke

Kent McCord

Robyn Douglass

Dirk Benedict

Herb Jefferson jr.

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 06.09.2009, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56