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Kanan – der letzte Padawan

Rezension von Ingo Gatzer

 

Kanan Jarrus bekämpft das galaktische Imperium mit seinem Schiff Ghost und dessen Crew. Doch nicht einmal die weiß, dass der junge Mann einst der Jedi-Padawan Caleb Dume war. Um der großen Säuberung durch das Imperium zu entgehen, tauchte er damals unter und gab seine Ideale auf. Doch mit dem Anflug auf den Planeten Kaller kommen die verdrängten Erinnerungen schlagartig in ihm hoch. Auf der – ihm allzu bekannten - Planetenoberfläche kann er seiner Vergangenheit nicht entkommen.

 

Autor Greg Weisman war für DC Comics unter anderem für die Reihe „Captain Atom“ tätig, erlangte aber vor allem durch seine Arbeit an Anime-Serien wie „Gargoyles“ oder „Spectacular Spider-Man“ größere Bekanntheit. Der US-Amerikaner ist auch im (neuen) Star-Wars-Universum zu Hause und verfasste für mehrere Folgen von „Star Wars Rebels“ die Drehbücher. Alles in allem also hervorragende Vorraumsetzungen für „Kanan – der letzte Padawan“ - zumal die Hauptfigur auch in der Anime-Reihe eine wichtige Rolle spielt. Nachdem Weisman die Story in der Gegenwart der Hauptfigur beginnen lässt, folgt ein langer Rückblick, der mit dessen Kampf als Jedi-Padawan auf Kaller beginnt. Erst relativ spät wechselt Weisman wieder in die Jetzt-Zeit. Einerseits hat diese Vorgehensweise den Vorteil, dass der Autor so die Vorgeschichte recht elegant erzählen kann. Andererseits hätten häufigere Wechsel zwischen den Zeitebenen für mehr erzählerische Dynamik gesorgt, jedoch vielleicht einige jüngere Leser verwirrt. Mit Kanan Jarrus kreiert Weisman auf jeden Fall eine interessante und spannende Hauptfigur, die sich von den klassischen Jedi-Protagonisten erfrischend unterscheidet. Die Crew der Ghost bleibt im ersten Band der Serie allerdings noch recht blass, weil hier der Fokus doch sehr auf der Vorgeschichte von Kanan liegt. Dafür beweist Weisman seine Klasse bei der Konstruktion der Story. Immer wieder wechselt er geschickt zwischen temporeichen Sequenzen und ruhigen Momenten und sorgt für Spannung. Auch der Band endet mit einem veritablen Cliffhanger.

 

Für die visuelle Gestaltung ist primär Pepe Larraz verantwortlich. Der Spanier hat bereits zahlreiche Marvel-Serien um Superhelden wie Spider-Man, Thor oder Wolverine gezeichnet. Hier zeigt er vor allem bei der Choreografie von Kampfszenen seine Klasse. So präsentiert er etwa gleich auf der zweiten Seite des Comics ein actionsreiches und effektvoll komponiertes Schlachtgemälde, auf dem Jedi-Meisterin und Padawan Rücken an Rüclen mit ihren Lichtschwertern Droiden zerlegen, während ihre Kloneinheit unter schwerem Feuer ist, das die Klonsoldaten erwidern. Von allen Charaktere gestaltet Larraz die Hauptfigur Kanan am überzeugendsten. Das bezieht sich nicht nur auf die Mimik des Padawans, sondern auch auf seine stimmige Entwicklung. Auch mit der Perspektive spielt der Zeichner immer wieder gekonnt und verstärkt dadurch die Wirkung seiner Panels. So wirken etwa die auf der Frosch-Perspektive gezeigten Soldaten noch bedrohlicher. Im letzten Teil des Bandes übernimmt Jacopo Camagni die zeichnerische Gestaltung. Auch wenn bei ihm eine oder zwei Nebenfiguren etwas gefälliger wirken, erreicht er doch gerade bei der Bildkomposition nicht ganz die Klasse von Larraz.

 

Als Bonusmaterial enthält „Kanan – der letzte Padawan“ leider nicht einmal Informationen über die Macher, sondern lediglich eine Cover-Gallerie.

 

Fazit:

„Kanan – der letzte Padawan“ ist eine optisch absolut gelungene und auch spannende Story aus dem Star-Wars-Universum, die auch durch ihre ungewöhnliche und interessante Hauptfigur zu gefallen weiß.

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Eure Meinung:

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Comic:

Kanan - der letzte Padawan

Autor: Greg Weisman

Zeichner: Pepe Larraz und Jacopo Camagni

Panini, Februar 2016

Album, 144 Seiten

 

ISBN-10: 3957987083

ISBN-13: 978-3957987082

 

Erhältlich bei: Amazon

Zur Serie:

STAR WARS


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Erstellt: 07.03.2016, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 13:58