Katie Cat
 
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Katie Cat

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Wie in jedem der letzten acht Jahre feiert die nunmehr 15-jährige Katie Collins ihren Geburtstag ohne ihre Eltern, die damals bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren. Dennoch lässt sich das beliebte Mädchen die Feierstimmung nicht verderben und genießt den Tag an der Seite ihrer Großmutter, ihres Onkels Roy und ihrer beiden besten Freunde Laura und Ming. Ihr schönstes und merkwürdigstes Geschenk soll jenen Geburtstag jedoch erst recht zu einem ganz besonderen machen. Eine per Post verschickte CD ihres Lieblingsstars enthält nämlich eine Videobotschaft ihrer Eltern, die ihr hierauf offenbaren, dass die Flugzeugkatastrophe damals nur vorgetäuscht wurde, um ihr eigenes Leben und das ihrer Tochter zu schützen. Da sich die Botschaft jedoch nach dem ersten Abspielen wieder zerstört, tappt Katie vorerst im Dunkeln. Eines ist ihr nun jedoch gewiss: Von diesem Moment an ist sie nicht mehr sicher, da sich die offenkundigen Feinde ihrer Eltern auch nach ihr umsehen werden. Und als ihre Grandma dann tatsächlich bezichtigt wird, einen Mord begangen zu haben und sich in ihrem Umfeld die Zahl der unglaublichen Ereignisse mehrt, spürt sie, dass ihr neues Geheimnis nicht unentdeckt geblieben ist und sie langsam von der Vergangenheit ihrer Eltern eingeholt wird. Doch was hat sie nun zu befürchten?

 

 

Rezension:

„Katie Cat“ ist der Name einer weiteren weiblichen Heldenfigur aus der Feder von Jugendroman-Schreiber Thomas Brezina und als solche Protagonistin eines recht leicht verdaulichen, spannenden Thrillers – sofern dieser Begriff in der Jugendliteratur schon so verwendet werden darf. Brezina erzählt hier die Geschichte einer jungen Vollwaisen, die nach dem Tod ihrer Eltern bei einem Alt-Hippie und dessen schusseliger Mutter auswächst und sich nach einigen trauervollen Jahren langsam aber sicher an ihre neue Situation gewöhnt hat. Privat ist sie zwar eher ein schüchterner Teenager, insgeheim steckt aber eine Menge Leben in ihr, gerade wenn es darum geht, mit ihrer besten Freundin Laura die üblichen Gespräche unter jungen Damen zu führen oder ihren Freund und heimlichen Geliebten Ming zu becircen.

An ihrem 15.Geburtstag wird sie jedoch wieder aus ihrer Harmonie herausgerissen: Eine Botschaft unbekannter Herkunft stärkt sie in der Hoffnung, dass ihre Eltern nach wie vor leben, und bevor sie realisiert, wie ihr wirklich geschieht, befindet sie sich schon inmitten eines eigenartigen Komplotts, der in irgendeiner Verbindung mit den Forschungsresultaten der Eltern steht, ohne jedoch zu wissen, worum es wirklich geht.

Innerhalb dieser grob umschriebenen Rahmenhandlung nimmt sich der Autor jedoch das Recht heraus, den spannenden Hauptplot mit zahlreichen, teils humorvollen, teils aber auch recht naiven Beziehungskisten zu füllen, die leider über den eigentlichen Fokus der Story hinausgehen. So erfährt Katie ausgerechnet in dem Moment, in dem sie ihrem Freund Ming darum bitten möchte, gemeinsam die Botschaft zu entschlüsseln, dass dieser in seiner Freizeit gerne Frauenkleider trägt. Skurril ist des Weiteren auch Katie spezielle Fähigkeiten, mit ihren Katzenaugen bei Nacht sehen zu können. Zwar kommt ihr diese Eigenschaft im Laufe ihrer ‚Ermittlungen’ immer mal wieder zugute, aber die Superhelden-Masche wirkt in diesem Zusammenhang dann doch ein wenig aufgesetzt. Aber auch die Freundschaften, denen hier grundsätzlich eine große Bedeutung zukommt, werden nur bedingt schlüssig in den Hauptstrang eingeflochten. Hier gelingt es dem Comic kaum, die einzelnen Diskrepanzen zwischen jugendlichen Thriller-Inhalten und einer handelsüblichen Teenie-Soap zu überspielen, was die gesamte Geschichte letztendlich auch ein wenig einfältig macht. Und dabei hat die Handlung um die verschwundenen Eltern eigentlich ebenso viel Potenzial wie die Nebenstränge um den merkwürdig geneigten Ming, die Mordgeschichte, die der Großmutter angehängt wird, oder die unschlüssige Position des spirituellen Hippies Roy. Das Problem ist eben, dass die einzelnen Fragmente nur sehr oberflächlich ausgearbeitet werden und somit im Rahmen des 110-seitigen Comics kaum miteinander verwachsen können. Schade eigentlich, denn „Katie Cat“ basiert alles in allem auf einer ganz anständigen, guten Idee!

 

 

Fazit:

Die Story um „Katie Cat“ könnte auch im Comic eine richtig gute sein, wäre es Autor Brezina gelungen, die vielen Inhalte der Handlung unter einen Hut zu bekommen. Dies fällt ihm aber bei der zunehmenden Zahl neuer Nebenstränge und etwas brüchiger Wendungen immer schwerer, so dass es der Geschichte zum Ende hin an der nötigen Tiefe mangelt. Für den Anspruch von Teenagern mag dies möglicherweise in Ordnung gehen, der verwöhnte Comic-Gourmet jedoch wird hier nicht wirklich satt.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202402220629179a792c32
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Katie Cat

von Naomi Fearn (Autor), Stefan Dinter (Autor), Thomas Brezina (Autor)

Hardcover: 112 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (15. Januar 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3770431707

ISBN-13: 978-3770431700

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 21.04.2008, zuletzt aktualisiert: 31.12.2023 11:30, 6326