Kaylin und das Reich des Schattens (Autorin: Michelle Sagara; Die Chroniken von Elantra, Bd. 1)
 
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Kaylin und das Reich des Schattens von Michelle Sagara

Reihe: Die Chroniken von Elantra, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die in Toronto lebende kanadische Autorin Michelle Sagara hat sich der Fantasy mit Leidenschaft verschrieben und schreibt seit sie die Kunst beherrscht über phantastische Welten, in denen es übrigens nicht immer Elfen, Zwerge oder Feen geben muss.

Sie hat bereits einige Romane veröffentlicht und plant mehr, denn der Durchbruch gelang ihr mit den „Chroniken von Elantra“, die auf Deutsch nun beim Mira Verlag herausgegeben werden. Gerade ist der erste Band „Kaylin und das Reich des Schattens“ erschienen.

 

Auch nach sieben Jahren hat Kaylin immer noch Albträume aus denen sie schreiend erwacht, denn sie kann die Erlebnisse nicht vergessen, die sie aus ihrer Heimat Nightshade vertrieben haben. Als Dreizehnjährige ist sie als über Kopf vor den Häschern davon gelaufen, die sie wie andere Kinder, auf deren Armen sich plötzlich Male und Zeichen wieder fanden, verschleppen und grausam opfern wollten.

Zuflucht hat sie in Elantra gefunden, einer Stadt, in der die Falkenlords herrschen und Gerechtigkeit üben. Sie ist selbst eine Gesetzeshüterin geworden, verantwortlich für die Aufklärung von Verbrechen.

Ihre Unsicherheit und Schwäche versteckt sie hinter einem großen Dickkopf und einem frechen Mundwerk, so dass die meisten sie für recht ungehobelt und derb halten und sie in Ruhe lassen – etwas, was Kaylin sehr gut dabei hilft, sich die Leute auf Distanz zu halten, denn sie traut seit damals niemandem mehr.

Nun aber holt sie die Vergangenheit ein, denn ein Bekannter aus Kindertagen bittet die Falkenlords um Hilfe. Er berichtet, dass wieder Kinder verschwinden und ermordet werden, auf deren Armen und Beinen sich Zeichen finden.

Deshalb soll Kaylin zusammen mit Severn von den Wölfen und Tiamaris von den Drachen nach dem Rechen schauen. Das bedeutet aber auch in das Land ihrer Heimat zurück zu kehren ... und sich damit allen Ängsten stellen zu müssen, die sie bisher tapfer verdrängt hat.

Doch Kaylin ist kein Kind mehr, will wissen, was das alles zu bedeuten hat, so dass sie sich der Verantwortung stellt.

Schon bald muss sie erkennen, dass sie viel mehr mit der ganzen Sache zu tun hat, als sie dachte, denn die Zeichen, die sie selbst auf ihren Armen Trägt, beginnen sich zu bewegen und ihre Magie verstärkt sich. Das bringt auch den Herrscher über das Reich Nightshade auf den Plan, der unter seinesgleichen allerdings als Außenseiter gilt. Er zeigt nun ein besonderes Interesse an Kaylin, die unversehens mitten im Zentrum der Ereignisse steht, in der alte Magie und das Vermächtnis längst vergangener Völker im Mittelpunkt stehen.

 

Normalerweise könnte man erwarten, dass „Kaylin und das Reich des Schattens“ in erster Linie eine Fantasy-Romanze ist, in der die Heldin den richtigen Mann für sich findet, der ihr hilft, über die dunklen Stunden in ihrem Leben hinweg zu kommen und das Trauma zu überwinden – tatsächlich aber spielt die Liebe in diesem Buch nur eine untergeordnete Rolle. Es mag zwar zwischen der jungen Frau und dem ein oder anderen der Männer in ihrer Umgebung knistern, aber es passiert nicht wirklich mehr als das. Im Zentrum der Geschichte stehen dafür mehr die Geheimnisse die Kaylin und die Zeichen auf ihrer Haut umgeben, die alte Magie, die dem ganzen innewohnt und ihre alltäglichen Interaktionen mit ihrer Umgebung.

Angenehm fällt dabei auf, dass die Autorin auf die gängigen Zutaten wie Elfen und Zwerge verzichtet. Allerdings begeht sie auch den Fehler, den Hintergrund, und damit auch die nichtmenschlichen Völker und ihre Kultur nur unzureichend zu beschreiben. Man lernt zwar durch viele Dialoge die Figuren kennt, aber kann sich nicht wirklich ein Bild von ihrem Aussehen und Lebensstil machen.

So bleibt die Geschichte in dieser Hinsicht sehr schwammig, was dem Roman einiges an Kraft nimmt. Dazu kommt, dass die Handlung fast die Hälfe des Buches braucht, um in Gang u kommen. Viel Dynamik wird durch mehr oder weniger sinnloses Geplänkel der Heldin mit ihrer Umwelt verschenkt. Daher fällt es schwer, die Ereignisse am Ende wirklich ernst zu nehmen, da sie zu oberflächlich und unvermittelt erscheinen.

 

Alles in allem bietet „Kaylin und das Reich des Schattens“ zwar einen interessanten Hintergrund und eine spannende Ausgangssituation, allerdings gelingt es der Autorin nicht beides ansprechend umzusetzen und auszuarbeiten. Viel lieber beschäftigt sie sich unnötig mit ihrer Heldin, ohne genau zu wissen, wohin sie mit dieser eigentlich will. Deshalb könnten viele Leser eher enttäuscht als begeistert sein, da das Buch tatsächlich keine klare Linie besitzt.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240713020553114f7fc5
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Kaylin und das Reich des Schattens

Reihe: Die Chroniken von Elantra, Bd. 1

Autorin: Michelle Sagara

broschiert, 476 Seiten

Mira, erschienen Mai 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Justine Kapeller

Titelbild von pecher und soiron

ISBN-10: 3899417178

ISBN-13: 978-3899417173

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 03.07.2010, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 10667