Sperrnacht. Wie in jedem Monat müssen Sel und die anderen Kinder die Erwachsenen vor Einbruch der Nacht in die Sicherheitskäfige sperren, denn seit Ausbruch eines Virus vor Jahrzehnten verwandeln sich alle, die die Pubertät durchlaufen haben, bei Vollmond in Monster. Frei laufend würden sie sich gegenseitig töten. Eine Heilung gibt es nicht. Doch dann machen Sel und seine Freunde eine merkwürdige Entdeckung.
Wirkt der Auftakt von S. J. Wills’ Jugend-Reihe zunächst wie eine Urban Fantasy, stellt sich schon im Laufe dieses Bandes heraus, dass es sich bei den Werwolf-artigen Erwachsenen keinesfalls um Fantasy-Wesen handelt. Stattdessen erweist sich Bite Risk als Dystopie, die vielleicht über leichte Science-Fiction-, aber keinerlei Fantasy-Elemente verfügt. Eine genauere Erläuterung dieses Punktes würde allerdings zu viel von der Handlung vorwegnehmen.
Der junge Protagonist Sel ist genau wie seine Freunde 13 Jahre alt. Zunächst stehen die Sperrnächte im Fokus, während denen alle, die sich noch nicht verwandeln, ihre Freiheit ohne erwachsene Aufsichtspersonen genießen können. Nach dem Absturz einer mysteriösen Drohne kommen der Protagonisten-Gruppe um Sel jedoch zunehmend Zweifel am Wirken der wissenschaftlichen Institution, die die Krankheit erforscht. Natürlich nehmen die Erwachsenen diesen Verdacht nicht ernst. Die Spannung heizt sich immer weiter an, bis es zu einer offenen Konfrontation kommt. Allerdings endet dieser Band in einer Situation, die auch als Ende der (Gesamt-)Handlung durchgehen könnte. Was sich in den kommenden Bänden interessantes ereignen könnte, ist an diesem Punkt nicht vorhersehbar. Der vorliegende Band kann aber auch für sich genommen überzeugen.
Die Autorin nutzt ihren Protagonisten als Ich-Erzähler. In der Hörbuch-Umsetzung fällt auf, dass der Sprecher nach meinem Geschmack sehr langsam liest.