In einer Welt, in der seit 12 Jahren keine Kinder geboren wurden, ist der 12- jährige Kian eines der jüngsten Kinder. Erst jetzt erfährt er, dass seine Eltern gar nicht seine biologischen Eltern sind. Dann taucht auch noch ein Rabe auf, der nicht nur sprechen kann, sondern sich vor seinen Augen in ein Mädchen verwandelt. Es überzeugt ihn, ihr in die Unterwelt zu folgen, aus der er stammen soll und wo er der einzige sein soll, der die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen kann.
Caryl Lewis siedelt ihre Jugend-Fantasy in einer Welt an, deren Schicksal aus der Unterwelt bestimmt wird. Dass der junge Protagonist überraschend erfährt, dass seine wahre Herkunft eine andere ist, als er bisher dachte, ist in diesem Genre keine ganz neue Ausgangssituation, dass es an ihm liegt, die Welt zu retten, ebenfalls nicht. Dabei trifft Kian natürlich auf etwa Gleichaltrige, mit denen er sich anfreundet und die mit ihm gemeinsam den Kampf aufnehmen. Außergewöhnlich ist eher, dass Charaktere dieses Alters mit klassischen Waffen wie Schwertern, Pfeilen und Bögen gegen erwachsene Gegner antreten. Am Ende wird nicht wirklich deutlich, ob eine Fortsetzung beabsichtigt ist.
Wirklich überraschend ist der Originaltitel dieses Buches. Quill and the Last Generation lautet er. Es ist also nicht nur so, wie ich schon bei einigen anderen Büchern verwundert anmerken musste, dass der Titel nicht übersetzt, sondern ein komplett neuer deutscher Titel erfunden wurde. Der Protagonist erhielt in der Übersetzung einen ganz anderen Namen! Ein Grund für diese Entscheidung ist mir nicht ersichtlich, und ehrlich gesagt kann ich mir keinen sinnvollen Grund dafür denken.
Die Autorin folgt erzählerisch ihrem Protagonisten. Ergänzt wird der Text durch Illustrationen von Marina Vidal.