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Killing Machine

Reihe: Midnighter Bd. 1

Rezension von Christian Endres

 

»Ich bin kein Lover. Ich bin kein Vater. Ich bin kein Freund. Ich bin das, wozu ich geschaffen wurde. Und das ist das Problem.«

 

So beginnt »Midnighter: Killing Machine«, und so definiert sich der Midnighter zu Beginn seiner eigenen Serie von 2007 selbst. Und so könnte man im Grunde auch Star-Autor Garth Ennis (Preacher, Marvel Knights: Punisher) ziemlich gut und vor allem treffend beschreiben. Allerdings zeigt Ennis mit dieser neuen Serie aus dem Hause Wildstorm (und damit der Superwesen-Welt der Authority, von Sleeper und den WILDC.A.T.S.), dass er es trotz zuletzt zahlreich gewordener Ausrutscher immer noch drauf hat – dass er immer noch auf unterhaltsame Art und Weise über die Stränge schlagen kann, ohne dass es gleich ausartet wie in The Boys.

 

Diesmal trifft Ennis den Ton nämlich durchaus: Ein ebenso schwuler wie tougher Überheld, Zeitreise-Paradoxen, Schützengräben im ersten Weltkrieg, ultrasexuelle Zeitpatrouillen aus dem 96. Jahrhundert, das von den Russen besetzte Berlin zum Ende des zweiten Weltkriegs, der Widerstand der übereifrigen Hitler-Jugend und natürlich Ennis’ ganz spezielle Einblicke in den Bunker der Dekadenz – das ist eine ungewöhnliche Mischung für einen Superheldencomic, und das macht im Großen und Ganzen richtig, richtig Laune. Ennis’ Sprüche, seine Dialoge und auch sein Humor und die Situationskomik zünden größtenteils, und es sind sogar einige echte Lacher dabei. Und obwohl sich Ennis mit dem Nationalsozialismus und seinen Symbolen auf gewohnt dünnem Eis bewegt, hält selbiges diesmal, tragen Ennis’ gute Zoten die Story zu jeder Zeit.

 

Chris Sprouse wurde am Zeichentisch von Joe Phillips und Peter Snejbjerg unterstützt, während das nach Ennis-Maßstäben erstaunlich gefühlvolle und homophile Samurai-Flashback zum Schluss von Glenn Fabry (Niemalsland, Cover zu Preacher und Hellblazer) ausgestaltet wurde. Das ist teilweise zwar alles andere als konvergent oder homogen, in der Summe aber immer noch okay, obschon Sprouse den ersten Storyarc der neuen Midnighter-Ongoing gerne komplett hätte zeichnen dürfen.

 

Man braucht keine großen Vorkenntnisse des trotzdem sehr lesenswerten Wildstorm-Universums und über die Authority oder den Midnighter - Für Ennis’ Verhältnisse braucht man nicht mal sonderlich große Nerven, einen starken Magen oder viel Toleranz.

 

Dennoch – oder gerade deswegen – ist Midnighter: Killing Machine eine unterhaltsame, kurzweilige Superheldenlektüre der etwas anderen Art, an der nicht nur Ennis-Fans ihren Spaß haben werden.

 

 

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Comic:

Killing Machine

Reihe: Midnighter Bd. 1

Autor: Garth Ennis

Zeichner: Chris Sprouse, Joe Phillips, Peter Snejbjerg, Glenn Fabry

Paperback, 148 Seiten

Panini, August 2008

Erhältlich bei Panini

weitere Infos:


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Erstellt: 12.08.2008, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:40