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Kingdom Elemental (PC)

Eine Parodie eines Rollenspiels? Bereits zum amerikanischen Release von „Kingdom Elemental“ wussten Fans und Kritiker nicht so recht, was sie von dieser Idee halten sollten. Schließlich leben derartige Games in erster Linie von ihrer Atmosphäre und ihrem reichhaltigen Background; wie also soll dann die Persiflage funktionieren, wenn all dies von Beginn an ausgeschlossen wird? Dennoch macht sich „Kingdom Elemental“ daran, Skeptiker eines Besseren zu belehren und scheitert dabei maßlos.

 

Spielinhalt:

Eine Inhaltsangabe zu „Kingdom Elemental“ zu verfassen, scheint jedenfalls schon einmal kaum lösbar; es gibt kein wirkliches Storyboard, an dem sich die Rollenspielhandlung orientiert, sondern nur losgelöste Fragmente und Szenarien, innerhalb derer das Geschehen kontinuierlich fortschreitet. Man steuert dabei einen von insgesamt Charakteren durch verschiedene Arenen und Abschnitte, die lediglich eines gemeinsam haben: Es geht ständig kampfbetont zur Sache. In insgesamt acht unterschiedlichen Arenen streiten Bogenschützen und Zauberer gegen mutierte Bösewichte, die sich gegen sämtliche Fantasy-Klischees widersetzen. Da lauern außergewöhnliche Piraten, widerliche Schweine, gemeine Bären und haufenweise Zombies, die nur darauf warten, mit Sprüchen oder den bekannten Nahkampfwaffen beseitigt und vernichtet zu werden. Mehr geschieht in „Kingdom Elemental“ eigentlich nicht.

Immerhin bewegt man seine(n) Helden durch die sehr stark limitierten Welten des Spiels und erkennt hier einige Parallelen zum klassischen RPG-System. Allerdings ist die Navigation sehr leicht durchschaubar und kaum ausgearbeitet. Ein Vergleich mit einem Spielbrett liegt hier nahe, da die räumlichen Einschränkungen derart immens sind. Aber gut, es soll ja nur eine Parodie sein.

 

Und wie schaut’s mit dem Kampfsystem aus? Tja, auch hier ist das Ergebnis sehr, sehr mau. Nachdem man nämlich einzelne Voreinstellungen zur gerade agierenden Party vorgenommen hat, kann man kaum noch ins Geschehen eingreifen. Die komplizierte Steuerung wirft einem hier rasch die ersten Knüppel zwischen die Beine, und bevor man überhaupt realisiert hat, welchen Verlauf der Kampf nehmen wird, muss man auch schon hinnehmen, dass man quasi vom Spiel gespielt wird. Daher stellt sich an dieser Stelle auch schon die Frage, was nun wirklich einer Parodie würdig ist. Inhaltlich ist „Kingdom Elemental“ nämlich von Beginn an ein echter, wenn auch unfreiwilliger Lacher.

 

 

Technik/Grafik:

Grafisch setzt sich der negative Gesamteindruck leider fort. Kantige, teils sogar matschige Texturen sind an der Tagesordnung, und gerade in den Bewegungsabläufen zeigen sich einige eklatante Defizite, die den Spielspaß noch weiter beeinträchtigen. Dies setzt sich auf technischer Ebene schließlich fort. Die Bedienung ist unnötig kompliziert, und gerade in den Szenen, in denen es dann mal etwas hektischer wird, ist man schnell mit den Kombinationen überfordert, die im Kampf gefragt sind. Von der angepriesenen taktischen Raffinesse ist hier gar nichts mehr zu spüren, da Taktik und strategisches Vorgehen letztendlich auch gar nicht gefragt sind. Stattdessen soll man über den visuellen Witz und die krude Story, die eigentlich gar keine ist, aber dennoch immer wieder in kompakten Einblendungen weitererzählt wird, lachen. Die Frage ist nur, wer diesen Humor auch wirklich komisch findet…

 

 

Spielspaß:

Der Reiz von „Kingdom Elemental“ ist relativ schnell verflogen, da das Spiel sich jeglichen logischen Handlungsmustern eines Rollenspiels verweigert und die Priorität auf der faktisch leider nicht vorhandenen Komik setzt. Hier sollen eigenartig Animationen und noch eigenartigere Gegner den vermeintlichen Genre-Liebhaber auf gänzlich andere Art und Weise aus der Reserve locken, was aber aufgrund des ziemlich sinnentleerten Spielsystems und den Mängeln in Handlung und Technik völlig misslingt. Selbst das Kampfsystem, meistens wenigstens noch ein kleiner Rettungsanker, ist hier kein Spaßgarant und komplettiert das völlige Desaster, das sich hinter der selbsternannten Rollenspiel-Parodie verbirgt. Von Sielspaß kann folgerichtig auch bei Hartgesottenen definitiv keine Rede sein!

 

 

Fazit:

So schaut das wohl aus, wenn eine Parodie nach hinten losgeht und man am Ende über das Spiel selbst, nicht aber über dessen Inhalte lacht. „Kingdom Elemental“ scheitert kläglich am Versuch, mit Absurditäten das Rollenspiel-Genre auf den Kopf zu stellen, und erweist sich als ziemlich schwachbrüstige, völlig peinliche Eigenpersiflage.

 

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Eure Meinung:


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Kingdom Elemental

Publisher: Halycon

System: PC

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG.

Anforderungen: PIII 1,0GHz CPU, 256MB RAM, 300MB HD, 3-D-Karte

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 13.09.2008, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50