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Kingsburg

Rezension von Stefan Glaubitz

 

Im Fantasyreich von Kingsburg hat König Tritus soeben die vielversprechenden Gouverneure (die Spieler) ernannt, die in seinem Namen die kürzlich hinzugewonnenen Provinzen an den Grenzen des Reiches aufbauen sollen. Du wirst Deine Provinz nur mit Hilfe des Königs und seiner Berater erfolgreich verwalten und verteidigen können. Nicht alle Berater sind nette Menschen, aber jeder könnte sich als hilfreich erweisen. Errichte Bauwerke, verstärke die Mauern, bilde Soldaten aus, aber sei auf der Hut vor den gefährlichen Feinden, die sich an den Grenzen sammeln. Nach 5 Jahren wird der König deine Erfolge überprüfen und seinem besten Gouverneur (dem Sieger) einen Preis überreichen.

 

Spielziel

 

Der Spieler gewinnt eine Partie „Kingsbug“, wenn er nach fünf Jahren die meisten Siegpunkte ansammeln konnte. Dazu müssen sie die königlichen Berater oder gar den König selbst beeinflussen um entweder direkt Siegpunkte zu bekommen oder aber ihre Provinzen auszubauen, um dadurch Siegpunkte zu sammeln.

 

Ausstattung

 

Der Karton von „Kingsburg“ hat ein von mir favorisiertes Format, er ist quadratisch. Damit lässt er sich problemlos in jedes Regal einsortieren. Auch die Illustration auf dem Deckel gefällt mir sehr gut und macht sofort Lust sich auf die Komponenten zu stürzen. Die Spielmaterialien im Einzelnen sind:

 

  • 1 Spielanleitung
  • 1 Spielbrett
  • 5 Provinzkarten
  • 21 sechsseitige Würfel
  • 15 Spielsteine
  • 1 Marker „Gesandter des Königs“
  • 20 Marker „+2“
  • 60 Warenwürfel
  • 85 Marker „Gebäude“
  • 1 Jahreszeiten-Marker
  • 1 Jahres-Marker
  • 25 Karten „Feinde“

 

Das tolle Design des Kartons findet sich auch bei allen Komponenten wieder. Hier hat man viel Liebe zum Detail bewiesen. Mit so schön designten Spielmaterialien macht es wirklich Spaß zu spielen und sollte mal einer von den Warenwürfeln verloren gehen, kann man ihn leicht nachkaufen, da sie ein gängiges Format haben.

 

Spielregeln

 

Das Regelwerk ist acht Seiten stark und reich bebildert. Außerdem begleitet den Leser die ganze Zeit eine Beispielpartie durch das Regelwerk, so werden alle Regeln am praktischen Beispiel sofort erklärt. Nach einmaligem Lesen sollten eigentlich auch keine weiteren Fragen auftreten, falls doch kann man aber dank der Gliederung einfach noch einmal unverständliche Dinge nachschlagen.

 

Spielverlauf

 

Die Spielvorbereitungen von „Kingsburg“ sollten nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Zuerst wird der Spielplan in der Mitte ausgelegt und die Rohstoffwürfel werden auf ihre vorgegebenen Felder des Spielplans platziert. Der Jahreszeiten-Marker wird auf das erste Feld „Königliche Hilfe“, der Jahres-Marker auf das erste Feld des Jahreszählers gelegt. Die weißen Würfel und die „+2“ werden ebenfalls auf ihre vorgeschriebenen Plätze platziert. Danach wird der Marker „Gesandter des Königs“ auf das fünfte Feld des Jahreszeitenkalenders gestellt. Jetzt wählt jeder Spieler eine Farbe und nimmt sich eine Provinzkarte, die drei Würfel seiner Farbe, die drei passenden Spielsteine und die 15 Gebäudemarker mit seinem Wappen. Dann platziert jeder je einen Spielstein auf dem „0-Feld“ der Heeresanzeige und der Siegpunktleiste. Der dritte wird auf ein beliebiges Feld der Zugreihenfolge platziert. Dann werden die Feindes-Karten nach ihrer Rückseite sortiert und in fünf Stapel aufgeteilt. Jeder Stapel wird gemischt und aus jedem wird eine Karte verdeckt gezogen. Diese fünf Karten bilden den „Feinde-Stapel“ für diese Partie und werden so angeordnet, dass die Karte mit der römischen „1“ auf der Rückseite zu oberst, die mit der „5“ zu unterst liegt. Nun ist alles bereit und es kann losgehen!

 

Das Spiel geht über fünf Jahre und jedes Jahr lässt sich in acht Phasen unterteilen:

 

Phase 1 – Königliche Hilfe:

Zu Beginn jedes Jahres unterstützt der König den Spieler, dessen Provinz die wenigstens Gebäude besitzt. Dazu darf der betreffende Spieler im kommenden Frühling mit einem zusätzlichen, weißen Würfel werfen.

 

Phase 2 – Frühling – Produktionsphase

Jede Produktionsphase lässt sich in vier Schritte unterteilen:

 

Schritt A – Würfeln und Zugreihenfolge anpassen

Alle Spieler würfeln nun mit all ihren Würfeln und beachten dabei den Effekt bereits gebauter Gebäude in ihrer Provinz. Dann zählen sie ihre Würfel zusammen und der Spieler mit der niedrigsten Summe ist der Startspieler. Er legt seinen Spielstein auf das Feld mit der „eins“ in der Zugreihenfolge. Der mit dem zweitniedrigsten Ergebnis ist zweiter usw.

 

Schritt B – Berater beeinflussen

Die Berater auf dem Spielplan haben alle eine Zahl (von 1 bis 18). Nun darf der Startspieler einen dieser Berater beeinflussen. Dazu legt er einen oder mehrere Würfel auf das Feld dieses Beraters. Wichtig dabei ist, dass die Gesamtzahl der Würfel, die dort platziert werden genau den gleichen Wert aufweisen, wie die Zahl beim Berater. Danach sind im Uhrzeigersinn alle anderen Mitstreiter an der Reihe. Haben alle Spieler einen Berater beeinflusst, darf der Startspieler einen weiteren für seine Zwecke in Anspruch nehmen, solange er noch die passenden Würfel vor sich ausliegen hat. Dann können wiederrum alle anderen Mitstreiter ebenfalls einen weiteren Berater für ihre Zwecke beeinflussen usw. Haben irgendwann alle Spieler gepasst, geht es zum nächsten Schritt über.

 

Schritt C – Hilfe von Beratern erhalten

Jeder Berater stellt den Spielern andere Dienste zur Verfügung. Einige geben den Spielern bei Beeinflussung Siegpunkte, andere Rohstoffe, wieder andere stellen Truppen zur Verfügung. Die Berater werden der Reihe nach abgerechnet und jeder Spieler bekommt die „Gaben“, die ihm zustehen. Danach nehmen die Spieler wieder ihre Würfel zu sich zurück.

 

Schritt D – Gebäude errichten

Nun dürfen die Spieler ihre Rohstoffe einsetzten, um ihre Provinzen auszubauen. Dabei kann jeder nur ein Gebäude errichten. Einige davon helfen den Spielern in bevorstehenden Kämpfen, andere erlauben Bonuswürfe bei den passenden Würfelergebnissen. Außerdem geben die Gebäude noch Siegpunkte, die man ja zum Gewinnen braucht. Natürlich kann man auch seine Rohstoffe sparen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt einzusetzen.

 

Phase 3 - Ehrung durch den König

Nun ehrt der König den Spieler, der die meisten Gebäude hat. Jener Glückliche erhält vom König einen zusätzlichen Siegpunkt.

 

Phase 4 – Sommer – Produktionsphase

Wie im Frühling durchläuft die Sommerproduktionsphase die gleichen vier Schritte.

 

Phase 5 – Gesandter des Königs

Nun bekommt der Spieler, der die wenigsten Gebäude in seiner Provinz hat, die Chance etwas aufzuholen. Er erhält die Figur „Gesandter des Königs“, die ihm erlaubt in einer der nächsten drei Produktionsphasen entweder zwei anstatt nur ein Gebäude zu errichten, oder er darf einen Berater beeinflussen, den ein anderer Spieler schon beeinflusst hat. Es ist ansonsten nämlich nicht erlaubt Berater in einer Produktionsphase zu beeinflussen, die bereits mit Würfeln belegt sind.

 

Phase 6 – Herbst – Produktionsphase

Auch hier werden wieder die gleichen vier Schritte durchgeführt, wie im Frühling und Sommer.

 

Phase 7 – Rekrutieren von Soldaten

Der Winter naht und damit auch die Feinde! Nun können die Spieler Soldaten rekrutieren, um ihre Provinzen zu verteidigen. Pro zwei abgegebenen Waren, darf ein Spieler seinen Spielstein auf der Heeresanzeige ein Feld weiter nach rechts verschieben. Nachdem alle Truppen ausgehoben haben, endet die Phase.

 

Phase 8 – Winter – Kampf

Nun ist es soweit. Feindliche Truppen stehen vor den Toren und sind bereit die Provinzen anzugreifen. Die oberste Karte wird aufgedeckt und die Spieler sehen, wem sie gegenüberstehen und wie stark der Feind ist. Sollte eine Spielerarmee nun unterlegen sein, ist noch nichts verloren, denn der König schickt den Spielern noch Unterstützung. Der erste Spieler in der Zugreihenfolge würfelt und die Spieler zählen diese Zahl zu ihrer Truppenstärke hinzu.

Die Spieler, deren Truppenstärke die der Feinde übersteigt, gewinnen die Schlacht und bekommen die auf der Feinde-Karte angegebene Beute. Bei Gleichstand zwischen den Spielern und den Feinden passiert zumindest nichts, die Feinde ziehen sich lediglich zurück. Haben die Angreifer gewonnen, so plündern sie die Provinz des Spielers. Dann kann es vorkommen, dass dieser Spieler Rohstoffe, Gebäude oder auch Siegpunkte verliert. Man sollte tunlichst zusehen, dass man die Feinde in die Flucht schlägt.

 

Nun ist ein Jahr beendet. Der Jahres-Marker rückt ein Feld vor und der Jahreszeiten-Marker wird wieder auf das Feld „eins“ gestellt. Die Heeresmarker werden wieder auf das „Null-Feld“ geschoben, dann kann ein weiteres Jahr beginnen. Nach fünf Jahren ist das Spiel vorbei und der Spieler gewinnt, der die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

 

Spielspass

 

„Kingsburg“ ist ein abwechslungsreiches Spiel für Jung und Alt. Der Spielablauf ist sehr flüssig, lässt den Spielern aber noch genügend Zeit sich nebenher zu unterhalten. Interessant ist immer wieder die Wahl der Berater, legen sie doch den Grundstein zum Sieg. So schön das auch ist, ist man doch sehr vom Würfelglück abhängig. Natürlich kann man mit jedem Würfelwurf etwas anfangen, aber benötigt man einmal dringend die passenden Zahlen und bekommt sie nicht, können leicht alle Träume vom Sieg platzen.

 

Fazit

 

Zugegeben, wer kein Würfelglück hat, wird es bei diesem Spiel schwer haben. Trotzdem sollte das niemanden abschrecken einmal „Kingsburg“ Probe zu spielen. Freunde von Taktik- und Aufbauspielen sollten auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen. Auch sehe ich in „Kingsburg“ noch Potential für Erweiterungen. Man darf also gespannt sein, ob es noch die eine oder andere Erweiterung geben wird. Mit oder ohne Erweiterungen, „Kingsburg“ ist ein sehr abwechslungsreiches Spiel, für das man aber schon etwas Zeit mitbringen sollte.

 

(zum vergrößern anklicken)

Eure Meinung:


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Kingsburg

von Truant

Spieler: 2 - 5

Spieldauer: 90 Min.

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

ASIN: B000WIN8OK

Erhältlich bei: Amazon

 

Inhalt:

 

  • 1 Spielanleitung
  • 1 Spielbrett
  • 5 Provinzkarten
  • 21 sechsseitige Würfel
  • 15 Spielsteine
  • 1 Marker „Gesandter des Königs“
  • 20 Marker „+2“
  • 60 Warenwürfel
  • 85 Marker „Gebäude“
  • 1 Jahreszeiten-Marker
  • 1 Jahres-Marker
  • 25 Karten „Feinde“

 

 


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Erstellt: 02.01.2008, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40