Ursprünglich entstanden die „Kleinen Helden“ seit 2001 als kleine Bleistiftzeichnungen, die vermutlich als Reaktionen auf besonders witzige Momente in Rollenspielrunden entstanden und entwickelten sich weiter zu Cartoons, die kleine Geschichten erzählten, witzige Wortwechsel und die Figuren, die den typischen Archetypen nachempfunden waren, ins rechte Licht setzten. Ob nun mächtiger Zauberer, wilder Krieger oder fanatischer Priester – sie prägten sich ein. Und seit 2020 gibt es auch wieder eine Webseite, die die Figuren und Cartoons zu vermarkten weiß.
Und warum auch nicht den Helden mehr Identität geben? Dazu luden Laura und Malte zahlreiche Autoren aus dem Rollenspielfandom ein, um zu besonderen Zeichnungen – den kleinen Helden und ihren Begleitern – Geschichten zu erzählen. 42 folgten dem Ruf und so erschien 2026 endlich eine Sammlung mit entsprechend vielen Kurzgeschichten, die mit dem passenden Bild auf je einer Doppelseite zu finden sind.
Da muss sich Kolja mit seinem Moschusochsen dem Bann des Dunklen Gottes stellen, Batyabar und ihr Mann ziehen auf Rennmäusen aus, um Beeren zu sammeln, verflucht knapp entkommt Zurisa mit ihrer Katze bei einem Raubzug. Und nicht zuletzt ist Bernsteinauges Geheimnis etwas, was Punzel den Dorfbewohnern sicherlich nicht verrät. Schlussendlich wird auch eine Hummel zur Mutmacherin für Kasimir.
Natürlich können die Geschichten aufgrund der Länge nicht besonders tiefschürfend sein. Meistens fangen sie nur einen stimmungsvollen Moment ein, immer wieder gibt es aber auch eine überraschende Pointe. Aber allen gemeinsam ist die liebevolle Ausgestaltung der vorgegebenen Szene, in denen mal die Helden die wichtigere Rolle spielen, mal aber auch deren tierische Begleiter. Das ganze kommt sehr märchenhaft daher, so dass man die Geschichten durchaus auch mit Kindern teilen kann.
Dabei wird gekonnt mit den liebgewonnenen Archetypen aus allen möglichen Szenarien gespielt. Zudem haben sich die Künstlerin und die Autoren nicht auf ein Genre festgelegt, so dass es auch überraschend moderne Momente gibt. Aber alles in allem ist die Sammlung ein liebenswertes Fest der Rollenspielcharaktere, in dem Fans auch ihre eigenen Figuren wiederfinden können.
Das ganze ist allerdings nur auf der eigenen Webseite der „Kleinen Helden“ zu bekommen, nicht im normalen Handel. Das mag vielleicht für dein ein oder anderen ein Minuspunkt sein, sollte aber nicht davon abhalten, der Sammlung eine Chance zu geben.