Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Knoblauch, Kreuz und Weihwasser von Scott Bowen

Rezension von Christel Scheja

 

Vampire sind im Moment sehr beliebt, und so lassen sich allerlei Romane und Sachbücher verkaufen, die die zumeist erotischen Blutsauger gekonnt in Szene setzen, sich mit ihrer Herkunft und Varianten aber auch den Ursprüngen in den Mythen beschäftigen. Und schließlich gibt es auch noch einige Werke, die sich auf sehr humorvolle Weise damit beschäftigen, wie man sich als Vampir- oder Vampirjäger am Besten verhalten sollte.

Auch Scott Bowen schlägt in diese letzte Kerbe. In „Knoblauch, Kreuz und Weihwasser“ stellt er einen Leitfaden für alle vor, die etwas gegen eine mögliche Vampirplage unternehmen wollen – allerdings nur noch nicht wissen, wie.

 

Das „Handbuch für Vampirjäger“ geht zunächst erst einmal auf Ursprung und Wesen der Blutsauger ein. Wo sind sie zum ersten Mal aufgetaucht und wie treten sie eigentlich seither in Erscheinung. Was löst diesen Zustand eigentlich aus, und wie macht er sich nach und nach bemerkbar? Was benötigt ein Vampir, um zu überleben und wie verändert sich seine Physiognomie? Welchen Kleider- und Wohnstil bevorzugen sie – und haben sie überhaupt irgendwelche Schwächen?

Im zweiten Kapitel geht er näher darauf ein, wie man die ersten Zeichen der Infektion an geliebten Menschen entdeckt. Denn auch wenn diese sich nach und nach verwandeln, so muss das doch noch nicht das Ende einer Beziehung bedeutet, wenn es beiden Seiten gelingt, einen Status Quo zu schließen und der junge Vampir lernt, mit seinem Bluthunger umzugehen. Doch hundertprozentig sollte man sich nicht darauf verlassen.

Deshalb wendet sich der Autor nun auch wichtigen Tipps und Ratschlängen zu, die sich ein angehender Vampirjäger hinter die Ohren schreiben sollte. Er räumt mit alten Irrtümern und Vorurteilen auf, erklärt, wie man möglichst schnell und effektiv Vampire ausschaltet und was eigentlich ganz und gar nicht funktioniert. So entmystifiziert er etwa Weihwasser und Knoblauch und nennt eine Pumpgun und Axt, sowie den Scheiterhaufen als sinnvollste Arbeit Vampire auszulöschen.

Dabei sollte man auch auf Trophäen verzichten, die andere Vampire aufmerksam machen könnten. Denn nur wenige Vampire sind Einzelgänger, die meisten organisieren sich in Clans und Familien, so dass Hinterbliebene übel reagieren könnten, wenn sie ein Video oder Fotos über den Tod ihres Gefährten im Internet finden könnten. Wichtig ist, selbst anonym und gesichtslos zu bleiben, damit die anderen es schwerer haben, einen zu finden.

Und ist eine Vampirinvasion nicht mehr aufzuhalten – nun auch dafür gibt er gute Ratschlägem was die Vorbereitung betrifft – wie etwa verschanzt man sich am Besten in seinem Haus, teilt die Aufgaben auf und sammelt Vorräte, um die heiße Phase zu überstehen. Wie geht man mit den Veränderungen, die das mit sich bringt, um und was sollte man sich auf jeden Fall aus dem Kopf schlagen.

 

Natürlich sollte man „Knoblauch, Kreuz und Weihwasser“ als „Handbuch für Vampirjäger“ nicht bierernst nehmen, sondern mit einem Schmunzeln betrachten, dafür sorgen auch schon die zahlreichen Karikaturen von Daniel Ernle, die ein wenig den Ernst aus der ganzen Sachen nehmen. Gerade weil er so bierernst referiert merkt man den sarkastischen Texten das Augenzwinkern an, mit dem er landläufigen Aberglauben auf die Schippe nimmt und merkt, dass er auf der anderen Seite doch recht gut recherchiert hat, gerade was die Fallbeispiele aus der Vergangenheit angeht.

Seine Vampire sind eine Mischung aus Monster und Mensch, nicht ganz fähig ihren Blutdurst zu kontrollieren, aber auch nicht unintelligent. Gerade das macht sie für die Menschen überaus gefährlich, deshalb deutet er immer wieder an, dass sie nicht zu unterschätzen sind. Bei der Beseitigung der Plage schlägt er moderne Methoden vor, wissenschaftlich fundiert und dargestellt und erinnert dabei mehr an die klassischen Vampirromane als die romantischen verklärten Liebesgeschichten um Untote und ihre auserwählten Opfer.

Daher dürfte diese Sammlung von Ratschlägen vor allem für den Genrefan interessant sein, der ähnliche Methoden bereits kennt und ihnen geradezu beipflichten kann. Deshalb sollten diese durchaus einmal einen Blick riskieren.

 

Alles in allem ist „Knoblauch, Kreuz und Weihwasser“ ein augenzwinkernder Rundumschlag durch die Klischees des Subgenres und ein freches, satirisches „Handbuch für Vampirjäger“, die gerne einmal aufräumen möchten.

Eure Meinung:

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Knoblauch, Kreuz und Weihwasser

Autor: Scott Bowen

Broschiert, 313 Seiten

Egmont Lyx, erschienen Oktober 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Daniel Müller

Titelbild und Innenillustrationen von Daniel Ernle

ISBN-10: 3802582330

ISBN-13: 978-3802582332

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 30.12.2009, zuletzt aktualisiert: 10.10.2020 16:25