Ob man Kobolde und Kuchenmesser auch einfach so zu den Viv-Chroniken rechnen kann, wie der Klappentext suggeriert, sei dahingestellt. Denn tatsächlich hat die Orkin, die ein Cafe eröffnete, in diesem Band nur sehr kurze Auftritte. Im Mittelpunkt steht diesmal Fern, ihre Freundin aus der Vergangenheit.
Die Rättin, die über Jahrzehnte als Buchhändlerin gearbeitet hat, will Veränderung in ihrem Leben – und wenn es nur bedeutet, dass sie zu ihrer Freundin Viv zieht und einen Laden neben ihr eröffnet. Doch dann kommt – nach einem Besäufnis, anders als geplant.
Denn Fern erwacht im Wagen der Kopfgeldjägerin Astryx Einohr. Die Eidjungfer hat gerade eine so chaotische wie diebische Koboldin gefangen. Doch Zyll scheint auch noch viele andere Leute zu interessieren, die Jagd auf sie machen.
Das sind wilde Zutaten für diesen Teil der Cozy-Fantasy-Reihe, der diesmal nicht an einem Ort verbleibt, sondern mehr von der Welt zeigt und vor allem durch seine skurrilen Begegnungen lebt.
Da es immer wieder kleine Kämpfe gibt und gelegentlich auch recht brutal wird, rückt der warmherzige Anteil etwas in den Hintergrund, die Geschichte lehnt sich eher an klassische Rollenspiel-Abenteuer an, in denen die Handlung oft von schrägen Begebenheiten und kauzigen Figuren lebt.
Immerhin wird es nicht langweilig, denn neben der quirligen und verrückt wirkenden Koboldin mischen auch noch andere das Leben von Fern ordentlich auf, unter anderem ein redefreudiges Artefakt, das auch im Titel vorkommen darf.
Die Geschichte wird mit einem Augenzwinkern in Szene gesetzt und flott erzählt. Doch auch wenn einige der Gegebenheiten anders sind, fühlt sich der Band nicht ganz so unterhaltsam an, wie die anderen, vielleicht weil er durch die Action eine andere Atmosphäre ausstrahlt als die ersten und die Figuren auch nicht ganz so griffig sind, wie vorher. Dennoch hebt sich die Geschichte angenehm aus der Masse, da die Gags doch mehr Substanz haben als in anderen Romanen dieser Art.