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Kragmortha

Rezension von Bine Endruteit

 

Nach dem Karten- und Rollenspiel „Ja, Herr und Meister“ folgt nun das dazugehörige Brettspiel. Wieder geht es darum, den dunklen Meister Rigor Mortis nicht zu verärgern. Jeder Spieler nimmt die Rolle eines Goblins ein, der sich in der Bibliothek des Meisters herumtreibt und nichts Besseres zu tun hat, als Zauberbücher zu stehlen und seine Gegner in Rigor Mortis’ Arme zu treiben.

 

Spielziel

Das Ziel in „Kragmortha“ ist es, Rigor Mortis so gut es geht aus dem Weg zu gehen und so wenig Vernichtender-Blick-Karten zu bekommen wie möglich, denn dann hat man gewonnen. Sobald vier dieser Karten von einer Person gezogen wurden, ist das Spiel beendet.

 

 

Ausstattung

Wenn man den Spielplan aufbaut, die Goblins und Rigor Mortis aus der Packung holt und sich die Spielkarten ansieht, ist man gleich sehr angetan von der fantasievollen Gestaltung. Kragmortha ist mit extrem schönen Illustrationen versehen und wird jeden Fan von farbenprächtigen Fantasyfiguren begeistern. Die Spielfiguren sind auf Pappe gedruckte Goblins, die man in einen Plastikfuß stellt. Somit fügen sie sich perfekt in das Spiel ein.

 

Diese Spielbox enthält:

 

  • 1 Rigor Mortis’ Bibliothek (Spielplan)
  • 8 Goblin-Spielsteine (in verschiedenen Farben)
  • 8 Goblin-Marker (in verschiedenen Farben)
  • 1 Rigor-Mortis-Spielstein
  • 6 Bücherregale (Marker)
  • 6 Teleportmarken
  • 24 Vernichtende Blicke (Karten)
  • 58 Bewegungskarten
  • 18 Zauberbuchkarten
  • 1 Tisch (Marker)

 

 

Gleich vorweg: Die Goblin-Marker sind völlig nutzlos. Zwar werden sie am Anfang des Spiels neben den Spielfiguren an die Spieler ausgegeben, sie haben aber im gesamten Spielverlauf keine Bedeutung. Es ist völlig rätselhaft, wie sie ihren Weg in das Spiel gefunden haben. Manche sprechen von einem gekonnten Verwirrspiel des dunklen Meisters …

 

Spielregeln

Die Anleitung zum Spiel ist schnell gelesen, denn sie ist nur vier Seiten lang. Dass das Heft so dick ist, liegt lediglich daran, dass die Regeln in insgesamt sieben Sprachen abgedruckt sind. Die Anleitung ist leicht verständlich und man kann nach einmaligem Durchlesen sofort mit dem Spiel beginnen, ohne immer wieder nachschauen zu müssen, wie der nächste Schritt war. Lediglich die Beschreibung der Zauberbuchkarten hätte etwas ausführlicher sein dürfen, denn stellenweise wird nicht klar, wie diese einzusetzen sind.

 

Spielverlauf

Nachdem man die Bücherregal-Marker so auf dem Spielbrett verteilt hat, wie es die Spieleranzahl vorgibt, werden noch die Goblins, Rigor Mortis und sein Schreibtisch mit den Zauberbuchkarten auf dem Plan untergebracht. Je nach Anzahl der Spieler ist das Spielfeld etwas kleiner oder größer, erst ab dem siebten Spieler wird die volle Fläche genutzt. Die Bewegungskarten und die Vernichtender-Blick-Karten werden als gut gemischter und verdeckter Nachziehstapel neben dem Brett bereitgelegt. Dann bekommt jeder Spieler drei Bewegungskarten auf die Hand und es kann losgehen.

 

Es gibt zwei verschiedene Arten von Bewegungskarten: Goblin-Karten und Rigor-Mortis-Karten. Spielt man einen Goblin, bewegt man seine eigene Figur, bei Rigor Mortis wird der dunkle Meister über das Brett geschoben. Das Spielbrett ist in Felder unterteilt, die verschiedene Symbole zeigen, zwei davon sieht man auch auf jeder Bewegungskarte. Nach dem Ausspielen darf man einen oder zwei Schritte machen, wenn die Symbole der Felder und die der Karte übereinstimmen. Die Glaskugel ist ein Joker, mit ihr darf man überall hin. Leider sind die Symbole auf dem Brett etwas klein im Verhältnis zu den Spielfiguren. Oft kommt es vor, dass man Goblins seiner Gegner erstmal anheben muss, um sie Symbole zu sehen.

 

Ziel bei diesen Zügen ist der Schreibtisch des dunklen Meisters, von dem man sich die Zauberbücher klauen will. Doch dabei kommt einem immer wieder der Rigor Mortis selbst in die Quere. Zu allem Überfluss gibt es da auch noch die Teleportfelder, die einen quer über das Feld bewegen können. Manche haben positive oder negative Nebeneffekte, je nach dem, welchen Marker man bei der Benutzung gezogen hat.

 

Wenn man eine Bewegungskarte mit Rigor Mortis spielt, bewegt man anstatt seiner eigenen die Figur des dunklen Meisters und versucht mit ihr auf einen Mitspieler zu treffen. Dann muss dieser eine Vernichtender-Blick-Karte ziehen und diese sind der eigentlich wichtigste Teil des Spiels.

 

Wenn der Zorn Rigor Mortis’ auf einen Goblin trifft, hat das schlimme Folgen. Zum Beispiel muss man fortan mit „schuschammengebischenen Schähnen spreschen“, immer, wenn man am Zug ist, aufstehen oder die gezogene Karte unter dem Kinn halten. Vergisst man dies, muss man eine weitere Karte als Strafe ziehen. Das Spiel ist beendet, wenn ein Spieler vier Vernichtende Blicke erhalten hat, man hat also maximal drei Aufgaben parallel zu erfüllen. Man kann sich leicht vorstellen, was da los ist, wenn der eine Spieler immer geballte Fäuste hat, der nächte bei Nennung eines bestimmten Wortes mit dem Ellenbogen auf den Tisch klopfen muss, ein anderer seine Hände benutzt, als wären sie Scheren, und dabei den Mund offen hat und man selbst sein Bestes gibt, um die Karte, die man in der Achselhöhle hat, nicht zu verlieren.

 

Das Chaos ist perfekt und der Spielspaß garantiert. Nachdem die ersten Spieler ihre Vernichten Blicke erhalten haben, geht es allerdings recht rasant vorwärts, denn immer wieder vergisst einer etwas oder führt seine Aufgabe nicht gut genug aus, so dass man dann recht schnell bei vier Karten angelangt ist. Durch die Sonderaufgaben, die die Zauberbuchkarten zu bieten haben, wird das Spiel noch amüsanter.

 

Spielspaß

“Kragmortha“ ist ein Spiel, bei dem vor allen Dingen auf Gruppen-Spaß Wert gelegt wurde. Ein wenig taktisches Denken kann nicht schaden, wenn man seinen Goblin sicher durch die Bibliothek bringen möchte, es ist aber nicht unbedingt von Nöten, weil sich bei einer großen Spieleranzahl die Situation so schnell ändert, dass Planen gar nicht lohnt.

 

Am besten spielt man „Kragmortha“ mit so vielen Leuten wie möglich. Erst ab fünf oder sechs Personen ist das Vergnügen perfekt, acht sind die maximale Besetzung. Spielt man nur zu zweit oder dritt, geht der eigentlich Spielspaß leicht unter und man konzentriert sich viel zu sehr auf seine Spielzüge.

 

Fazit

„Kragmortha“ ist ein gelungenes Partyspiel für Leute, die auch an Spielen wie „Activity“ schon Spaß hatten. Man sollte bereit sein, sich „zum Horst“ zu machen und einfach Spaß dabei zu haben, was auch immer passiert. Allerdings macht es erst in der großen Runde richtig viel Spaß, für weniger als vier Spieler würde ich es nicht empfehlen. Und eins darf man nie vergessen: Der vernichtende Blick des dunklen Meisters lauert überall, man kann nur hoffen, dass er jemand anderen trifft.

 

(anklicken zum vergrößern)
 

Eure Meinung:


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Brettspiel:

Kragmortha

Verlag: Truant

Spielerzahl: 2 bis 8 Spieler

Spieldauer: ca. 60 Minuten

ASIN: B000QF4D2K

Erhältlich bei: Amazon

 

Spielmaterial:

 

  • 1 Rigor Mortis’ Bibliothek (Spielplan)
  • 8 Goblin-Spielsteine (in verschiedenen Farben)
  • 8 Goblin-Marker (in verschiedenen Farben)
  • 1 Rigor-Mortis-Spielstein
  • 6 Bücherregale (Marker)
  • 6 Teleportmarken
  • 24 Vernichtende Blicke (Karten)
  • 58 Bewegungskarten
  • 18 Zauberbuchkarten
  • 1 Tisch (Marker)

 

 


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Erstellt: 02.08.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50