Krieg der Drachen (Autor: Michael A. Stackpole)
 
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Krieg der Drachen von Michael A. Stackpole

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

April 1763: Owen Radband – Offizier im Dienste der Königin – wird in die Kolonie Mystria auf eine heikle Erkundungsmission geschickt, die ihm alles abverlangt. Auf seiner strapaziösen Reise durch die Wildnis macht er an der Seite des Kolonisten Nathaniel und des Eingeborenen Kamiskwa beunruhigende Entdeckungen. Innerpolitische Machtspiele verkomplizieren die Lage zusätzlich. Dann gerät er auch noch in die Gefangenschaft eines genialen und skrupellosen Feindes, der eine scheinbar unaufhaltsame Armee befehligt.

 

Michael A. Stackpole hat sich als Autor erfolgreicher Bücher in den Genres Science Fiction – etwa für sie Serien „BattleTech“ oder „Star Wars“ - und Fantasy („Düsterer Ruhm“) einen guten Namen gemacht. Hier kreiert er eine Mischung aus Fantasy-, Abenteuer- und Historienroman. Grundlage ist die reale Situation in Nordamerika zur Zeit des Siebenjährigen Krieges zwischen England und Frankreich im 18. Jahrhundert. Allerdings modifiziert er die Situation – so werden etwa die Namen der Länder geändert und aus Europa wird „Auropa“. Zudem erweitert er die geschichtliche Vorlage um einige phantastische Elemente wie die Existenz von Magie und Drachen.

 

Wer jetzt aber hofft, etwas über einen „Krieg der Drachen“ zu lesen, den der deutsche Buchtitel verspricht, wird enttäuscht werden. Hierbei handelt es sich offensichtlich um eine kalkulierte Marketingstrategie, mit der wahrscheinlich Leser von Naomi Noviks erfolgreicher Reihe „Die Feuerreiter seiner Majestät“ angelockt werden sollen. Tatsächlich tritt im gesamten Buch nur ein Drache auf – somit ist auch die Pluralform unzutreffend. Zudem rückt dieser erst gegen Ende in den Fokus der Handlung.

 

Doch für diesen Umstand kann Michael A. Stackpole selbst nichts, schließlich ist der Originaltitel des Buches durchaus treffend gewählt. Dem Autor gelingt es, eine kurzweilige Geschichte in einer ansprechend ausgearbeiteten Welt zu schildern, die gerade im letzten Teil des Buches sehr spannend zu lesen ist. Zudem kreiert er mit Owen Radband, Nathaniel sowie Kamiskwa – der eine Reminiszenz an den „Edlen Wilden“ darstellt - sympathische Hauptfiguren. Etwas Tiefe erhält das Werk zudem durch einige Verschwörungen und innerpolitische Querelen.

 

Diese Tiefe fehlt allerdings bei der Charakterisierung einiger Figuren. Insgesamt wirkt das Schema von Gut gegen Böse etwas zu starr. Grundsätzlich ist Stackpoles Idee, das Geschehen nicht nur aus der Sichtweise von Owen Radband zu schildern, durchaus löblich, Allerdings wartet er 300 Seiten, bis er hier zum ersten Mal einen Wechsel vornimmt. Leider werden einige interessante Figuren - wie etwa Owen Radbands Antagonisten Malpias – im ganzen Buch nur aus der Ferne durch die Augen des Feindes betrachtet.

 

Fazit:

Michael A. Stackpole gelingt mit „Krieg der Drachen“ ein ungewöhnlicher, kurzweilig zu lesender und oft spannender Genremix, bei dessen Lektüre aber vor allem die Täuschung bezüglich des deutschen Buchtitels bitter aufstößt.

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Buch:

Krieg der Drachen

Autor: Michael A. Stackpole

Originaltitel: At the Queen's Command - The Crown Colonies Book 1

Erscheinungsdatum: Januar 2012

Heyne – Taschenbuch – 747 Seiten

ISBN-10: 345352666X

ISBN-13: 978-3453526662

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 07.06.2012, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 12573