Krieger der Dämmerung (Autor: Pierre Grimbert; Die Magier, Bd. 2)
 
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Krieger der Dämmerung von Pierre Grimbert

Reihe: Die Magier Bd.2

Rezension von Christel Scheja

 

Noch immer fristen Fantasy-Romane aus anderen Ländern als Deutschland, England, Australien und den USA hierzulande eher ein Schattendasein. Eine Chance haben sie nur, wenn sie sich in ihrer Heimat wie zum Beispiel Frankreich als Bestseller erweisen, wie etwa die Tetralogie „Die Magier“ von Pierre Grimbert.

 

Vor knapp hundert Jahren wurden sechs Menschen als Abgesandte ihrer Völker von einem geheimnisvollen Fremden auf die geheimnisvolle Insel Ji gelockt. Dort bekamen sie etwas zu Gesicht, über das sie zu schweigen beschlossen, auch wenn es ihnen den politischen und finanziellen Ruin brachte.

Niemand sollte erfahren, was sie gesehen und erlebt hatten. Nicht einmal ihre Nachkommen, die sich noch immer regelmäßig treffen wissen, was ihre Vorfahren erlebt haben, sie wissen nur, dass es so bedeutend gewesen sein muss, dass es diese über Länder- und Volksgrenzen fest zusammen geschmiedet hat und zumindest als Ereignis niemals von ihnen vergessen werden sollte.

Dann aber sterben plötzlich Nachfahren der Gesandten aus unbekannten Gründen. Was zunächst noch wie eine Anhäufung von Unfällen aussieht erweist sich als gezielte Kette von Mordanschlägen.

Die Überlebenden suchen Nähe zueinander und versuchen heraus zu finden, warum die Attentäter sogar Listen mit sich tragen, auf denen ihre Namen verzeichnet sind. Sie wissen, dass sie nur überleben können, wenn sie den Spieß umdrehen. Doch sie können den Auftraggeber der Mörder nur finden, wenn sie selbst dass das Geheimnis von Ji ergründen und eine Ahnung davon bekommen, was so bedeutsam ist, dass es ganz in Vergessenheit geraten soll.

Nur sechs der Erben erreichen die Insel. Sie sind allerdings dazu gezwungen Ji bald schon wieder zu verlassen und auf dem Festland nach weiteren Spuren zu suchen. Unter der Führung einer Magierin machen sie sich auf die beschwerliche und gefahrvolle Reise, in der sie sich nicht nur immer den Angriffen von Menschen und Dämonen, sondern auch ihren eigenen inneren Ängsten und Nöten stellen müssen. Aber wenigstens erkennen die Jüngeren unter ihnen, die bisher kein Ziel im Leben hatten, ihre zukünftige Bestimmung als Kriegerin und Magiernovize.

 

Nicht mehr länger nur reagieren die Helden auf das, was um sie herum passiert, sie handeln nun auch, nachdem sie Ji erreicht haben und haben endlich eine Ahnung davon, was ihre Ahnen verbergen wollten. Mit diesem wissen sehen sie das Festland plötzlich mit anderen Augen und erkennen, das hinter den Kulissen schon längst etwas geschieht, das nicht gerade positiv zu werten ist. Ihr noch immer unbekannter Feind scheint seine Finger mit im Spiel und einen Pakt mit den Dämonen zu haben. Doch noch immer ist die Spur, die zu ihm führt äußerst dünn und nur schwer zu verfolgen.

Die Zeit der Ruhe, die ihnen bleibt, nutzen die Älteren dazu, um ihr bisher gesammeltes Wissen auszuwerten und mit anderen Hinweisen aus alten Schriften und den Mythen ihrer Völker zu verknüpfen. Aber sie haben auch einen Blick auf die Jüngsten in ihrer Runde. Nicht nur, dass Léti sich immer mehr als fähige Kriegerschülerin erweist, auch Yann zeigt plötzlich eine außergewöhnliche Begabung zum Magier...

Nachdem nun also der erste Höhepunkt – das Geheimnis von Ji – enthüllt ist, konzentriert sich das Buch ganz auf die suche nach dem unbekannten Widersacher und den inneren Kämpfen der Helden, die eigentlich nur in Frieden leben wollen, nun aber wissen, dass sie keine andere Wahl haben, als sich dem zu stellen, was ihren Verwandten bereits das Leben gekostet hat.

Zwar achtet Pierre Grimbert darauf, dass sich die Helden auch einmal Konfrontationen stellen müssen, insgesamt ist das Buch aber eher ruhig und wirft eher mehr Fragen auf als es beantwortet. Das ist etwas, das Leser vielleicht bereits aus francobelgischen Comics kennt – die lange kryptisch und zusammenhanglos erscheinen, bis sich irgendwann kurz vor Schluss endlich die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammen fügen.

 

„Krieger der Dämmerung“ ist damit vor allem für diejenigen Leser interessant, die durch die gängigen Bildergeschichten bereits ahnen können, was auf sie zukommt. Die Geschichte bietet viele atmosphärische Alltäglichkeiten und ein wenig Abenteuer, bleibt aber weiter sehr rätselhaft und geheimnisvoll. Geradlinige Action und einfache Charaktere sollte man ebenfalls nicht erwarten. Wer das beherzigt, kann de Roman mit Vergnügen genießen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407130322509483c461
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Krieger der Dämmerung

Reihe: Die Magier, Bd. 2

Autor: Pierre Grimbert

Le Secret de Ji: Le serment orphelin, 1999

Klappbroschur 382 Seiten

Heyne, erschienen Juli 2008

ISBN 978-3-453-52420-0

Übersetzung aus dem Französischen von Sonja Finck

Titelbild von Paolo Barbieri, Karte von Andreas Hancock

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 10.07.2008, zuletzt aktualisiert: 08.06.2024 14:45, 6886