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Lamento – Im Bann der Feenkönigin von Maggie Stiefvater

Rezension von Christel Scheja

 

Das eigene Hobby kann zu einer dankenswerten Inspirationsquelle werden, wenn man mit Herz und Seele dabei ist. Davon weiß auch die 27jährige Maggie Stiefvater ein Lied zu singen, die als Schriftstellerin und Künstlerin trotz Mann und zwei Kindern ein wildes Hippie-Leben führt. Wie ihre Heldin spielt sie Harfe und Flöte spielt und liebt keltisch-irisch-schottischen Folk und Rock.

 

Die 16jährige Deidre ist ein Naturtalent, was Musik angeht. Sie spielt neben der Harfe noch einige andere Instrumente und hat eine schöne Singstimme, so dass sie sich neben der Schule immer wieder etwas auf Hochzeiten, die ihre Mutter arrangiert, oder auf Konzerten etwas dabei verdienen kann. Da sie dadurch nicht zu viel Zeit hat, kommen Dates und Freundschaften mit Jungen meistens zu kurz.

Deshalb verwirrt sie, dass sie seit einer ganzen Weile immer wieder von einem jungen Mann träumt, der wie sie die Musik liebt und auch noch den gleichen Geschmack zu haben scheint. Und wie der Zufall es will, lernt sie bei dem nächsten Konzert überraschend Luke Dillon kennen, der auf der Flöte virtuos ein Lied spielt, das sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Auch bei ihrem gemeinsamen Auftritt harmonieren sie wunderbar miteinander.

Deidre kann nicht anders. Sie verabredet sich mit ihm, weil sie ihn wieder sehen will und erzählt voller Freude auch ihrer Familie davon. Doch diesmal ist nicht die Mutter entsetzt über ihre Wahl, sondern ihre Großmutter und deutet wunderliche Dinge an.

Das junge Mädchen ist aber nicht gewillt, sich die Beziehung madig machen zu lassen, denn sie seht sich nach Luke, auch wenn er ihr gleichzeitig unterschwellig Angst macht.

Und so vergeht die Zeit. Nach und nach häufen sich seltsame Vorfälle, die Deidre stutzig machen. Warum findet sie ständig vierblättrige Kleeblätter, und warum interessieren sich plötzlich seltsame Typen für sie, die eine ähnlich geheimnisvolle Ausstrahlung wie Luke haben?

Erst als ihrer Großmutter überraschend etwas zustößt, spürt das junge Mädchen, dass sie in großer Gefahr ist und beginnt die Andeutungen zu glauben, die die alte Frau immer wieder gemacht hat. Kann es sein, dass die Welt der Feen auf sie aufmerksam geworden ist und sie nun auf ihre eigene Weise bedroht? Und welche Rolle spielt Luke in der ganzen Geschichte.

 

Seit Twilight stehen geheimnisvolle junge Männer, die einem eher als Mauerblümchen bekannte Mädchen den Kopf verdrehen, im Mittelpunkt des Interesses vieler junger Leserinnen. Zwar bedient sich Maggie Stiefvater vieler Klischees, die mit diesem Thema einhergehen, da sie ihre Geschichte aber sehr nüchtern und glaubwürdig erzählt, vermeidet sie es, ins Kitschige abzugleiten.

Schon bald löst sich die Geschichte selbst auch von dem möglichen Vorbild. Denn Deidre nimmt – wie viele andere Mädchen die mit der Feenwelt in Berührung kommen und sich mit den Geistern alter Zeit anlegen, das Schicksal selbst in die Hand, findet Mitstreiter in mythischen Sagengestalten wie Thomas der Reimer und ist es schließlich, die Luke aus der Gewalt einer eifersüchtigen Feenkönigin befreit.

Gerade weil sie eine Mythologie einbindet, mit der sie durch die Musik selbst sehr gut vertraut ist, entsteht sehr viel Stimmung und Lebendigkeit in der Geschichte. Weil die Heldin und die Personen mit denen sie zu tun hat, so wunderbar vielschichtig sind, nimmt man Anteil an ihrer Geschichte – selbst die Feen und Sidhe entwickeln eine eigene urtümliche Atmosphäre.

Natürlich mag das Buch damit vielen anderen derzeit so beliebten Romanen gleiche, er schafft es aber seinen eigenen Zauber zu entwickeln und zu einem logischen und in sich stimmigen Ende zu kommen, dass alle zufrieden stellen kann.

 

Damit ist „Lamento – Im Bann der Feenkönigin“ durchaus einen Blick wert, wenn man stimmungsvolle Geschichten mit viel keltischer Mythologie, ebenso gefährlichen wie schönen Zauberwesen und nicht zuletzt einer bittersüßen Romanze sucht.

 

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Lamento – Im Bann der Feenkönigin

Autorin: Maggie Stiefvater

gebunden - 350 Seiten

Knaur/Pan, erschienen September 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

Titelbild von Schoenberger/buchcover.com

ISBN-10: 3426283107

ISBN-13: 978-3426283103

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.11.2009, zuletzt aktualisiert: 13.06.2020 14:47