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Lee Raven von Zizou Corder

Rezension von Bine Endruteit

 

Lee Raven ist ein Straßenjunge, der sich mit Diebstahl über Wasser hält. Doch als er eines Tages von einer Berühmtheit die Brieftasche stiehlt und sich dann bei einem Buchhändler versteckt, soll sich sein ganzes Leben verändern. Lee wurde von Mr. Maggs fälschlicherweise für einen Boten dessen Auktionshauses gehalten, doch als er erkannte, dass er lediglich einen Strassenjungen vor sich hatte, sperrte er ihn erstmal in eins seiner zahlreichen Zimmer voller Bücher ein. Dort stahl Lee dann ein ganz besonderes Buch, mehr aus Versehen, einfach weil er es gewohnt war, Dinge einzustecken, als weil er es wirklich haben wollen würde. Außerdem glaubte er zu Anfang, lediglich einen wertlosen Garfield-Band eingesteckt zu haben.

 

Doch dieses Buch scheint viel mehr wert zu sein, als der Junge gedacht hätte, denn plötzlich sind einige Leute hinter ihm her. Seine Brüder wollen ihm das Buch abluchsen, weil eine Belohnung darauf ausgesetzt ist, die Schriftstellerin Nigella Lurch, weil sie es für ihre Zwecke benutzen will, Mr. Maggs, weil es ihm als Buchhändler anvertraut wurde und das Mädchen Janaki, das bei Mr. Maggs wohnt, ebenfalls, um ihrer Pflicht nachzukommen. Sie ist es auch, der es letztendlich gelingt, ihm auf die Spur zu kommen. Doch kann Lee ihr vertrauen und erzählen, was er inzwischen entdeckt hat? Das Buch kann sich nämlich nicht nur in jedes beliebige literarische Werk verwandeln, sondern auch reden. Es ist ein Wunder und gleichzeitig ein Freund für ihn geworden. Und er hat geschworen, es zu beschützen.

 

Rezension:

Der Autorenname Zizou Corder ist ein Pseudonym für die Schriftstellerin Louisa Young und ihre Tochter Isabel Adomakoh Young. Die beiden haben bereits die erfolgreiche Lionboy-Trilogie gemeinsam verfasst. In "Lee Raven" erzählen sie die Geschichte eines völlig mittellosen Jungen, der noch nicht mal lesen kann, und sogar von zu Hause ausgerissen ist, aber trotzdem nicht aufgegeben und sein Leben auf seine ganz eigene Weise in den Griff bekommen hat. Normalerweise hält er sich lieber im Hintergrund, doch als er durch das Buch, dass er gestohlen hat, sogar des Mordes verdächtigt wird, beginnt für ihn ein großes Abenteuer.

 

Interessant ist, dass die Geschichte nicht ausschließlich aus Lees Sicht erzählt wird, sondern auch die anderen Figuren immer wieder zu Wort kommen. Ob das nun Lees Widersacherin Nigella Lurch, Mr. Maggs, das Mädchen Janaki oder sogar das seltsame Buch selbst sind, sie alle erleben das, was geschieht, auf ihre ganz eigene Weise, wodurch man ein sehr komplexes Bild erhält und genau weiß, wo bei welcher Person die Beweggründe liegen und warum manche Dinge ihr wichtiger sind als andere.

 

Originell erdacht ist auch die Welt, in der der Roman spielt. Es ist zwar die unsere, jedoch in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Städte teilweise sogar überflutet sind. Das fantastische Element verleiht ihm zusätzlich etwas magisches und die Ausflüge in die Kanalisation sorgen für den nötigen Grusel.

 

"Lee Raven" ist eine rasante Erzählung. Immer passiert irgendetwas und man kann sich kaum von den Seiten lösen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Dadurch, dass Lee selbst nicht lesen kann, durch das Buch, das zu ihm spricht, aber trotzdem etwas erzählt bekommt, bekommen junge Leser, an die sich der Roman hauptsächlich richtet, außerdem gezeigt, wie wichtig Geschichten für uns sind. Durch Lees sehr neue Begeisterung kann man als Leser sehr gut mit ihm fühlen. Und gerade das gelungene Ende macht besonders das Buch, dass man gerade in den Händen hält, zu einem ganz besonderen Werk.

 

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MEDIUM:

Lee Raven

Autor: Zizou Corder

Hanser Belletristik (4. Februar 2009)

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten

ISBN-10: 3446233075

ISBN-13: 978-3446233072

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.01.2010, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 10:52