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Legacy 3: Die Klauen des Drachen

Reihe: Star Wars Sonderband 42

Rezension von Christel Scheja

 

Anders als in früheren Jahren gehören mittlerweile neben den Romanen auch die Comics Dark Horse zum offiziellen Kanon des Star Wars Universums. Nachdem die Saga in filmischer Hinsicht abgeschlossen ist, wird die Geschichte immer noch fort gesponnen, um die Fans auch weiterhin an sich zu binden.

 

Dabei hat man auch einen großen Schritt nach vorne gemacht, denn die Serie „Legacy“, die hierzulande als Sonderband erscheint, spielt bereits 140 Jahre nach der Schlacht von Yavin.

Nachdem die Yuuzhan Yong das Antlitz der bekannten Welten grundlegend veränderten, sind die bekannten Welten in Chaos gestürzt.

Neue Machtblöcke und Gefahren konnten heranreifen. So sind auch die Sith nicht Vergangenheit, sondern statt dessen zu neuer Macht herangereift. Der neue Herr der Dunklen Seite hat sich inzwischen wieder einen Orden ähnlich der Jedi heran gezüchtet. Diese hingegen haben längst nicht nicht mehr die Achtung und die Bedeutung wie in früheren Zeiten. Das zeigt sich, als Imperator Roan Fel nur wenige Jahre vor seinem Sturz, die Zerstörung der Jedi-Akademie auf Ossus veranlasst. Seitdem sind die überlebenden Jedi-Ritter erneut zu Flüchtlingen geworden, hinter denen ein wahres Heer an Kopfgeldjägern her ist.

Das Geschlecht der Skywalker scheint ausgelöscht zu sein, doch einer hat das Massaker überlebt. Cade Skywalker ist allerdings weit davon entfernt, sein Schicksal als Erneuerer des Gleichgewichts der Kräfte annehmen zu können. Traumatisiert durch den Tod seines Vaters Kol auf Ossus und die Heilung seines eigenen Meisters, die ihn an den Rand der Dunkelheit führten, hat er als junger Mann Kopfgeldjägern und Schmugglern angeschlossen.

Doch nun hat ihn seine Vergangenheit überraschend eingeholt.

Im Kampf für die Prinzessin Marasia Fel musste er seine wahre Abstammung enthüllen - nicht nur vor der jungen Imperialen und einigen Jedi - sondern auch vor seinen Partnern Delilah Blue und Jaryan Syn, die bisher nichts davon gewusst haben.

Da nun auch die Sith von ihm wissen, beschließt er, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und sich ihnen zu stellen. Er lässt all die zurück, die ihm etwas bedeutet und wagt sich in die Höhle des Löwen. Er will den ersten Schritt machen und Darth Krayt herausfordern, ehe dieser ihn in die Enge treibt. Doch der neue Imperator der Galaxis und Herr der Sith ist ein äußerst gefährlicher und listenreicher Gegner, den Cade nur all zu leicht unterschätzt. Und ist er wirklich so stark, um gegen die Dunkelheit bestehen zu können? Oder wird er den Weg gehen, den auch schon Anakin Skywalker einschlug und zum größten Feind der guten Seite werden?

 

Natürlich wiederholt der Comic ein für die Star Wars Saga übliches Handlungsmuster: Wieder muss sich ein Skywalker seiner Bestimmung stellen und zum Zünglein an der Waage werden. Allerdings ist Cade Skywalker kein naiver Bauernbursche oder hochmütiger Jüngling. Er hat in seinem Leben zu viele Schatten gesehen, um wirklich idealistisch zu sein, und das ist wohl der größte Unterschied zu seinen Vorgängern.

So abgebrüht und zynisch er sich auch geben mag, so wenig kann er verleugnen, das trotzdem ein Heldenherz in seiner Brust schlägt und bereit ist, sich für das was wichtig ist einzusetzen, auch wenn er sich dabei selbst opfert. Das merkt man, als der Imperator seine Freunde als Druckmittel gegen ihn einsetzt.

Es mag sein, dass die Handlung und Charakterisierung in ihren Grundzügen nicht gerade innovativ klingt, aber sie wird interessant, spannend und auf einem hohen Niveau präsentiert.

Cade Skywalker ist ein moderner Held, seelisch gebrochen und ambivalent, aber vielleicht gerade deswegen besser vorbereitet auf die chaotischen Zeiten, in denen er lebt. Wie auch seine Gegner muss er immer wieder überraschen und täuschen, falsch spielen und auf unerwartete Veränderungen gefasst sein.

Derweil spinnen auch die imperialen Speichellecker ihre eigenen Intrigen fernab der Sith, um daraus mehr Macht zu schöpfen und sind ebenfalls für kleine Überraschungen gut. Nur die wahre Identität von Darth Krayt ist etwas enttäuscht. Nach all den Andeutungen hat man jemand ganz anderen erwartet, um die Spannung noch zu erhöhen.

 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Star Wars Reihen von Dark Horse qualitativ weit über dem Durchschnitt der üblichen Comicserien liegen, aber mit Geschichte wie „Legacy“ zeigen sie was das Medium wirklich kann. Nicht nur die Zeichnungen sind herausragend, auch der Inhalt überzeugt durch eine interessante und ausgefeilte Handlung, hintergründige Figuren und eine gute Mischung aus Charaktermomenten und Action. Was soll man mehr von einem guten Sci-Fi-Abenteuer erwarten?

Eure Meinung:


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Comic:

Legacy 3: Die Klauen des Drachen

Star Wars Sonderband 42

Autor: Jan Duursema, John Ostrander

Zeichner: Jan Duursema,

Farbe: Brad Anderson

Cover: Travis Charest

Originalhefte: Star Wars-Legacy # 14-19, Dark Horse 2007

Aus dem Englischen von Michael Nagula

Panini Comics, März 2008

Graphic Novel im Comicformat, 148 Seiten

ISBN 978-3-86607-551-1

Erhältlich bei Amazon

Zur Serie:

STAR WARS


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Erstellt: 10.04.2008, zuletzt aktualisiert: 07.05.2019 18:16