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Legend of Kage (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Ninja-Action, faszinierende Charaktere, ein leichter Fantasy-Hintergrund und obendrein die Qualitätsgarantie namens Square Enix: Mit „Legend Of Kage 2“ scheint die japanische Rollenspiel-Schmiede den nächsten Schlager in petto zu haben, zumindest wenn man die Vorzeichen deutet, die zu diesem wirklich legendären Titel ins Rennen geschickt werden. Immerhin hat Game-Designer Taito den jungen Helden vor gut und gerne 24 Jahren schon einmal ins Rennen geschickt, damals noch eigens im Spielautomaten-Metier. Wieso und warum Kage nun wieder zurückgekehrt ist und was die Entwickler dazu veranlasst hat, den Ninja-Lehrling ausgerechnet au dem DS wiederzubeleben, steht zunächst einmal in den Sternen. Wichtig nur: Mit „Legend Of Kage 2“ startet die Rückkehr eines längst vergessenen Videospielhelden.

 

Inhalt:

Damit sei aber auch direkt die nächste Frage erlaubt: Macht diese Frischzellenkur überhaupt Sinn, wenn das Spielsystem in all den Jahren nahezu überhaupt nicht weiteerentwickelt wurde. Auch der zweite Teil präsentiert sich als recht simpel gestricktes Jump & Run, welches hier und dort noch vom Retro-Charme zehren kann, alles in allem aber wirklich viel zu wenige interessante Spielinhalte mit sich bringt, als dass man dieses Comeback wirklich begrüßen, geschweige denn feiern müsste.

Der zweite Teil der Legende zeigt schon bei der Hintergrundgeschichte leichte Abnutzungserscheinungen: Der dämonische Yokinosuke hat die Priesterin Kirihime verschleppt und fordert Kage nun heraus, gegen ihn anzutreten. Doch der noch nicht vollständig ausgebildete Ninja ist seinem unverhofften Widersacher noch nicht gewachsen und muss sich erst in mehreren Levels beweisen, seine Fähigkeiten verbessern und gemeinsam mit seiner Partnerin Chihiro die Verfolgung des zunächst noch übermächtigen Gegners aufnehmen. Statt also großartig Worte zu spucken, schreitet Kage zur Tat und rast im Eiltempo (Erinneerungen an manches Sonic-Abenteuer werden wach) durch die Welten, an Wänden empor und stürmisch in die Gegner hinein, schwingt sein Kantana, schleudert Wurfsterne und wendet im äußersten Fall auch schon einmal seine Ninjutsu-Magie an, um sich seiner lästigen Gegner zu entledigen. Level für Level schreitet die Story somit voran, erheitert durch einige nette Zwischensequenzen und ständige Upgrades bei den beiden Hauptfiguren, die man übrigens wahlweise steuern kann. Sowohl auf magischer, als auch auf kämpferischer Ebene lernt man dazu, aber auch die physischen Grundlagen wie Schnelligkeit und Sprungkraft werden nach erfolgreichen Missionen weiter aufgewertet. Dies ist gerade dann interessant, wenn man in den ersten Levels Gegenstände und Ebenen erblickt, die man bislang noch nicht erreichen konnte, die nun aber verfügbar sind. Auf diese Weise entdeckt man weitere Gegenstände, ganz zu schweigen davon, dass die Motivation sich über mehr als nur einen Durchlauf erstreckt.

Andererseits ist der Missions- sowie der generelle Spielaufbau wirklich sehr, sehr simpel und erfordert keine wirklich ausgeprägten Fähigkeiten am Spielgerät. Hinzu kommt, dass die Präsentation am Dualscreen manchmal ein wenig unübersichtlich ist, forciert durch das hohe Tempo der beiden Schützlinge. Und gerade wenn man im Action Jump & Run nach fortschrittlichen Elementen sucht und sowohl Story- als auch Gameplay-technisch etwas mehr erwartet als aufgewärmte Mechanismen, ist man bei „Legend Of Kage 2“ schnell verzweifelt – auch wenn die Levelgestaltung bis auf weiteres unterhaltsam ist. Aufgrund des geringen Spielumfangs und der wenigen, wirklich interessanten, neuen Inhalte ist es mit der Spannung aber letzten Endes nicht ganz so weit her.

 

 

Technik/Grafik:

„Legend Of Kage 2“ ist Retro pur, insbesondere was die grafische Darstellung betrifft. Phasenweise fühlt man sich hier tatsächlich in das Zeitalter der ersten Nintendo-Konsolen zurückversetzt, einen gewissen Charme inbegriffen, derweil aber auch mit leicht schwammigen Texturen garniert. Die Kulissen sind zudem wirklich lieblos aufbereitet und zerstören das mystische Flair des Spiels über weite Strecken – von der ideenarmen Story ganz zu schweigen. Die Präsentation ist demnach auch nicht die Stärke dieser späten Fortsetzung.

Spieltechnisch ist grundsätzlich nix im Argen, mal abgesehen von der manchmal recht bescheidenen Spielübersicht. Was die Steuerung und die häufig intuitiv aufbereiteten Mechanismen betrifft, gibt es aber nichts zu meckern.

 

 

Spielspaß:

Wenn man mal die Schwächen in der Präsentation und den erheblichen Mangel an inhaltlicher Innovation außer Acht lässt, kann man sich mit „Legend of Kage 2“ durchaus eine Weile vergnügen, ganz einfach weil die Action und der Umgang mit dem Schwert eine Menge Spaß macht. Selbst der vergleichsweise geringe Spielumfang wird leicht ausgehebelt, da man durch die neu erworbenen Fähigkeiten auch immer wieder in den bereits bestrittenen Levels umherziehen und dort neue Ebenen erkunden kann. Dennoch: Für die Erwartungen, die man an einen Titel von Square Enix aufgrund der beispiellosen Historie durchaus haben darf, ist „Legend Of Kage 2“ ein relativ enttäuschendes Spiel mit vielen Lücken im Gameplay und teils wirklich ausgelatschten Konzeptionen. Wer ein Jump & Run mit guter Action nach ganz klassischem Strickmuster sucht, wird sich darüber womöglich nicht beklagen. Anspruchsvollere Dualscreener hingegen werden auf Dauer nicht wirklich von dieser Fortsetzung befriedigt werden.

 

 

Fazit:

„Legend Of Kage 2“ bietet kurzweilige, aber auch wirklich kurze Action-Unterhaltung, die aufgrund ihrer traditionellen Ausrichtung und der teils sehr schematischen Präsentation allerdings kaum auffällt. Hätte der Titel keine solch beachtliche Historie, würde er berechtigterweise auch nicht so viel Aufmerksamkeit erfahren – und verdienen!

 

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Legend of Kage

von Koch Media GmbH

Plattform: Nintendo DS

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 7. November 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 15.01.2009, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47