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Lichtträger von Torsten Fink

Reihe: Der Sohn des Sehers, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Wie die Trilogie „Die Tochter des Magiers“ spielt auch der neue Zyklus von Torsten Fink in das Reich Neu-Akkesch das aus Wüste und einigen fruchtbaren Tälern besteht und ein wenig an eine Mischung aus Zweistromland und Ägypten erinnert. Diesmal stehen allerdings nicht die Menschen der Städte im Mittelpunkt, sondern die Nomaden, die in Stämmen durch die Wüste ziehen.

 

In „Nomade“ wurde dem Klan der schwarzen Berge der Hakul der sogenannte Heolin gestohlen, der Lichtstein, der sie bisher immer vor bösen Geistern und ähnlichem beschützt hat. Eine kleine Gruppe von Menschen hat sich aufgemacht, ihn wieder zurück zu gewinnen. Zu diesen gehören auch Curru, der Seher des Stammes und sein Lehrling Awin. Letzterer ist allerdings dazu auserkoren gewesen, seinen Meister zu überflügeln und das Artefakt in die Hände zu bekommen.

Allerdings haben sie damit auch den Zorn einer Göttin herauf beschworen. Noch auf der Rückkehr zu ihren Landsleuten ahnen sie, dass etwas passiert sein muss – und tatsächlich finden sie am Ende nur Tod und Zerstörung. Die Sturmherrin hat grausam gewütet und viele ermordet, aber auch einige Stammesmitglieder entführt. Nur wenige können sich ihr entziehen.

Doch kann man die Entführten einfach ihrem Schicksal überlassen? Während Curru eher dazu bereit ist und andere Sippen des Volkes zusammen ruft, um mit ihnen das weitere Vorgehen zu überlegen, drängt Awin dazu, die Verfolgung der Göttin aufzunehmen und sich ihr zum Kampf zu stellen.

Doch auch wenn sich bereits gezeigt hat, dass er größere Kräfte als der alte Seher besitzt, hören nur sehr wenige auf ihn und es kommt noch schlimmer: Als sich die Klans zusammen finden, spielt Awin seinen letzten Trumpf aus und bringt sich dabei selbst in Lebensgefahr.

 

Durch die Abenteuer in „Nomade“ hat Awin erst erfahren, welches Ausmaß seine Gaben haben und er hat dadurch das Selbstbewusstsein gewonnen, seinen Meister nicht nur in seinen Fähigkeiten zu überflügeln, sondern ihm auch noch offen vor den Menschen zu widersprechen.

In „Lichtträger“ stellt er sich sogar offen gegen ihn und andere – selbst die Anführer der restlichen Clans und wächst tatsächlich noch weiter an den Herausforderungen, denen er sich in seiner selbst auferlegten Mission stellen muss.

Das sorgt für die Spannung in der Geschichte, die ansonsten eher konventionell verläuft, besteht das ganze doch aus Streifzügen durch die Wüste, dem Überwinden von Hindernissen aus dem eigenen Volk und nicht zuletzt auch einem epischen Kampf gegen eine Göttin und ihre Diener. Dabei zeigen auch andere Weggefährten, was sie eigentlich wirklich können und mit ihren Taten bezwecken.

Am Ende ist eine Aufgabe erfüllt, aber eine andere zeichnet sich für Awin auf der letzten Seite bereits ab...

Alles in allem bleibt die Spannung auch in diesem Band eher moderat, auch die Action ist eher verhalten, wenn man einmal von dem Showdown abgeht. Aber alle Szenen zwischen den Menschen sind überwiegend dialoglastige Schlagabtausche oder geschickt inszenierte Intrigen, Kämpfe bleiben eher Nebensache.

Die Figuren entwickeln sich ebenfalls weiter, auch wenn sie immer noch recht einfach gestrickt sind. Und sie zeigen Facetten ihres Ichs, die man so bisher teilweise noch nicht erlebt hat, so dass auch dabei die ein oder andere unerwartete Wendung für spannende Überraschungen sorgt.

 

Auch „Lichtträger“, der zweite Band der Trilogie „Der Sohn des Sehers“ dürfte damit vor allem die Leser begeistern, die episodenhafte Abenteuer vor exotischer Kulisse mögen und die Vorstellung exotischer Kulturen und Völker schätzen, die sonst nur selten in der Fantasy benutzt werden.

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Buch:

Lichtträger

Autor: Torsten Fink

Reihe: Der Sohn des Sehers Band 2

Taschenbuch, 448 Seiten

Blanvalet, Juli 2010

 

ISBN-10: 3442266920

ISBN-13: 978-3442266920

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.09.2010, zuletzt aktualisiert: 13.06.2020 14:47