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Liebe ist stärker als der Tod von Maryrose Wood

Reihe: Die Poison-Diaries, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Maryrose Wood verfasste die „Poison Diaries“ nach einer Idee der Herzogin von Northumberland, die selbst einen ganz besonderen Kräutergarten ihr eigen nennt und beschäftigt sich nun auch im zweiten Band der Saga „Liebe ist stärker als der Tod“ mit den weiteren Erlebnissen der jungen Apothekentochter Jessamine, die mit einer ganz besonderen Abart des Bösen konfrontiert wird.

 

Durch den geheimnisvollen Weed, der als Patient in das Haus ihres Vaters kam, hat Jessamine nicht nur körperlich ihre Unschuld verloren. Die Geschehnisse rund um den jungen Mann haben ihr die Augen über ihren Vater geöffnet. Er ist nicht mehr länger nur ihr ein und alles, das bestimmende Element ihres Lebens, sondern derjenige, der sie die ganzen Jahre über belogen und betrogen hat. Das hat ihren Geist für die Einflüsterungen von Oleander geöffnet, dem geheimnisvollen Prinzen der Giftpflanzen.

Als Jessamine die Wahrheit über ihre Mutter und sich erfährt, gibt sie Zorn und Hass nach. Sie wird zur Giftmörderin und flieht aus dem Haus, das so lange ihre Heimat war, als sie spürt, dass sie die Maskerade nicht mehr länger aufrecht erhalten kann.

Sie will sich als Näherin in London verdingen, doch es kommt anders. Als ein kleines Mädchen in ihrem Umfeld schwer erkrankt, kann sie die Hände nicht von ihren Heilpflanzen lassen und kümmert sich darum. Als Hexe beschuldigt, fast gelyncht und bestohlen, verliert sie endgültig ihren Glauben an das Gute in den Menschen und verfällt ganz den Einflüsterungen Oleanders, zumal sie jetzt auch nicht mehr darauf hoffen kann, dass sie Weed noch einmal wiedersehen wird.

Der allerdings ist seinen eigenen Weg gegangen und folgt dem Ruf der Pflanzen nach Padua, wo ein ganz besonderer Garten und seine Wächterin ihn darauf vorbereiten, eines Tages gegen Oleander vorzugehen. Denn er hofft auch Jessamine wiederfinden zu können, da er sie noch immer nicht vergessen kann.

 

„Liebe ist stärker als der Tod“ hat ein wenig von der poetischen und magischen Atmosphäre verloren, die noch dem ersten Band innewohnten, aber das ist kein Verlust. Denn mit den Helden ist auch die Geschichte reifer und ernster geworden.

Der letzte Rest an Unschuld verschwindet aus Jessamine, als sie bereit ist zu töten, sie öffnet sich durch den Giftmord nun gänzlich dem Bösen und wird nach weiteren bitteren Erfahrungen ganz zu dem Gewächs, als dass sie Oleander sehen will.

Dadurch, dass das Buch den angestammten Schauplatz verlässt kommt auch ein wenig mehr Spannung ins Spiel und die Bühne öffnet sich für ein weit größeres Drama.

Die Autorin spinnt jedenfalls geschickt ihre Fäden zwischen den Erlebnissen von Weed und Jessamine hin und her und erweitert so den Hintergrund der Geschichte immens. Das gibt ihr neuen Schwund und vor allem Spannung, die der erste Band noch vermissen ließ. Jetzt steckt eine wirkliche Handlung dahinter, die noch einiges erwarten lässt und sogar Lust auf mehr macht, denn der phantastische Teil kommt gut zum Tragen.

Die Figuren bleiben zwar blass, aber man merkt auch, dass die Geschichte etwas mehr im Mittelpunkt steht als ihre charakterliche Entwicklung.

Auch die historische Einbettung wirkt gelungen, obwohl vieles vereinfacht dargestellt wird, denn man fühlt sich schon ein wenig in das ausgehende 18. Jahrhundert versetzt, in dem die Aufklärung noch nicht überall und in allen Bevölkerungsschichten Fuß gefasst hat. Zwar spielt auch die Romanze immer noch eine wichtige Rolle, sie ist aber nicht ganz so dominant wie noch im ersten Band.

 

„Liebe ist stärker als der Tod“ hat gegenüber seinem Vorgänger „Liebe ist unheilbar“ gelungen und zeigt, das hinter „Die Poison-Diaries“ weit mehr steckt, als man zunächst vermuten konnte. Zu der Schauerromantik ist nun auch ein handfestes magisches Abenteuer gekommen, in dem die Liebe zwar eine bedeutsame Rolle spielt, aber nicht mehr so dominant ist wie zuvor. Auch das Ende macht Lust auf mehr, da es viele Fragen noch unbeantwortet lässt.

 

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Liebe ist stärker als der Tod

Reihe: Die Poison-Diaries, Bd. 2

Autorin: Maryrose Wood

gebunden, 269 Seiten

Fischer, erschienen März 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Alexandra Ernst

Titelbildgestaltung: Hauptmann & Kompanie

ISBN-10: 3841421253

ISBN-13: 978-3841421258

Erhältlich bei: amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.04.2012, zuletzt aktualisiert: 27.07.2019 11:33