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Life - Das Wunder Leben, Vol. 2

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Nur wenige Monate nach Erscheinen des ersten Teils erscheint nun auch ein ansprechend gestaltetes Digipak mit den letzten fünf Folgen der neuen BBC Serie „Live – Das Wunder Leben“, die in die Fußstapfen von „Unser blauer Planet“ und „Planet Erde“ tritt. Auch diese insgesamt zehn Folgen umfassende Serie will wieder neue Maßstäbe setzen. In ihr geht es um die Vielfalt es Lebens auf der Erde.

 

Kaum einem ist bewusst, dass „Insekten“ gut 80 % des tierischen Lebens auf der Erde ausmachen. Die meisten sehen in ihnen Ungeziefer, lästige Parasiten und Schlimmeres, doch auch im Mikrokosmos der Käfer, Würmer, Fliegen und Co. gibt es so manches Wunder zu bestaunen. Da sind die aufopferungsvollen Mütter bei den japanischen Wanzen, die ihren Nachwuchs quasi auf Kosten ihres eigenen Lebens aufziehen, die Riesenbienen, deren Männchen sich brutal massakrieren und die gut funktionierenden Ameisen- und Bienenstaaten, in der jeder seine Aufgabe hat. Und manche Käfer haben Strategien entwickelt, die sie zu keiner leichten Beute machen.

Um „Jäger und Gejagte“ geht es auch in der nächsten Folge. In ihr erlebt der Zuschauer mit, wie Raubtiere vorgehen, um ihre Nahrung zu fangen und wie es ihre Beute dann doch noch schafft, zu entkommen.

Dass auch „Wesen der Ozeane“ sehr raffiniert sein können und so manche kluge Fangmethode oder Abwehr entwickelt haben, verrät die nächste Folge, in der auch tief hinab getaucht wird.

„Pflanzen“ werden oft als unterstes Glied der Nahrungskette, als am wenigsten intelligentes Leben betrachtet, gerade weil ihr Leben viel langsamer verläuft als das unsere. Doch auch so manche Pflanze , Blume, Busch oder Baum hat seine eigenen Strategien entwickelt, um an Nahrung zu kommen oder sich zu verbreiten. Und manche halten sich sogar Tiere als „Sklaven“, ohne dass diese es merken.

Unsere nächsten Verwandten sind das Thema der letzten Folge. Die „Primaten“ zeigen oft Verhaltensweisen, die wir als menschlich betrachten? Aber sind nicht vielmehr wir es, die diese Gesten und Rituale nur weiter entwickelt haben?

 

Auch diesmal überwältigt die Dokumentation in erster Linie durch Bildgewalt. Der Zuschauer ist mittendrin, wenn die Kamera mit Wanzen, Monarchschmetterlingen und Bienen durch Ameisenkameras und „Chip on Tip“ Technologie auf Tuchfühlung geht und in ihren Mikrokosmos genau so eintaucht wie in die Tiefen des Meeres, die von den Menschen noch weitestgehend unerforscht sind.

Zeitrafferkameras beweisen, wie lebendig die Pflanzenwelt wirklich ist – anders als die Tiere sind sie sehr geduldige Objekte, die alles mit sich machen lassen. Superzeitlupen lassen die Bewegungen von Jäger und Beute oder bei der Balz zu kleinen Kunstwerken werden. Alles in allem lässt die DVD erahnen, wie kristallklar und detailreich die Bilder erst auf der DVD sein müssen.

Auch diesmal richtet sich der Blick der Kameras nicht auf die weiten Landschaften und Naturschauspiele, sondern auf das Kleine und Verborgene. Die Folgen enthalten kleine Episoden und Anekdoten, die oft gut, aber immer wieder auch schlecht ausgehen. Nüchtern und direkt wird auch gezeigt, wie sich Bienen durch ihre Stiche selbst töten, wie die kleinen Wanzen zu Kannibalen an ihren Müttern werden und sich aggressive Bienenmännchen im Kampf um die frisch geschlüpften Weibchen gegenseitig massakrieren, bis sie alle mehr oder weniger tot sind.

Im Gegensatz dazu darf auch schon einmal ein Steinbockkitz dem Fuchs davon klettern und ein Kaninchen genügend Haken schlagen, um dem Wiesel zu entkommen. Wie immer sind die kleinen Geschichten sehr ausgewogen und abwechslungsreich, mit prächtigen Bildern und passender Musik unterlegt. Sie sind klar und übersichtlich aufgegliedert, aber auch diesmal gibt es neben Wissenswertem auch Skurrilitäten und überraschende Rekorde der Tiere zu bestaunen, so dass auch der Sensationshunger der Zuschauer gestillt wird.

An Extras gibt es ein schönes Booklet, das auf die Folgen einstimmt und die Weiterführung des Produktionstagebuches.

 

 

Fazit:

 

 

Auch das zweite Volume von „Life – Das Wunder Leben“ wird damit zu einer unterhaltsamen wie lehrreichen Biologiestunde für Jung und Alt. Selbst wenn man sich sonst nicht für das Thema interessiert, so sind die Bilder doch so atemberaubend, dass man sich schnell in den Bann schlagen lassen und einfach nur das, was man sieht, genießen kann. So wird auch der zweite Teil der Serie zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302050625560b5d7427
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DVD:

Das Wunder Leben, Vol. 2

Dokumentarserie, GB, 2009

Präsentator: Sir Richard Attenborough

Musik: George Fenton

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1, RC 2

Anzahl Disks: 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 24. Juni 2011

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 250 Minuten (5 Folgen a 50 min)

 

ASIN: B004TINSF8

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 24.07.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01