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Love Revolution, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Liebe und Zuneigung hat oft etwas mit dem Aussehen zu tun, zumindest wenn man noch sehr jung ist und eher auf die Schale achtet, als den Inhalt. Zumindest bekommt man den Eindruck, wenn Romane, Comics und auch Mangas immer die gleichen Klischees aufwärmen und wiederkäuen. „Love Revolution“ von Yuuki Fujinari macht da keine Ausnahme.

 

Hitomi hat als kleines Mädchen so manch einen Schönheitswettbewerb gewonnen – nun allerdings darf sie sich nicht einmal mehr in der Nähe von diesen sehen lassen, denn jetzt in der Highschool wiegt sie gut und gerne 100 kg, was man ihr auch sehr deutlich ansieht.

Wie das gekommen ist weiß keiner, nicht einmal die Klassenkameraden, die sie in ihre Mitte genommen haben und sie nicht ausgrenzen. Sie wissen nur, dass Hitomi von ihrem Bruder ziemlich verwöhnt wird, der sie eifrig bekocht und gnadenlos verwöhnt.

Bisher machte es Hitomi auch nichts aus, so zu sein, wie sie ist. Das ändert sich allerdings, als fünf hübsche Jungs in die Schule kommen, die neben dem guten Aussehen auch noch Charme haben und sich gegenüber den anderen sehr nett verhalten.

Plötzlich erwacht in dem Mädchen der Wunsch, von ihnen nicht mehr nur als Hindernis oder Randerscheinung wahr genommen zu werden, sondern auch als junges Mädchen, in das man sich verlieben könnte.

So stürzt sie sich auf eine neue Herausforderung, die alle Kraft kosten könnte, die sie noch hat, nämlich das Abnehmen! Denn das ist gar nicht so einfach wie sie denkt, zumal die Menschen um sie herum anderes von ihr gewohnt sind und sie selbst auch einige innere Hürden überwinden muss.

 

Auf den ersten Blick ist die Geschichte sehr amüsant und liebenswert erzählt, da Hitomi nicht ganz zur Witzfigur gemacht und ausgegrenzt wird, da sie durchaus ihre Freunde hat, Häme und Spott von Klassenkameraden einfach nicht vorkommt.

Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack zurück. Denn es ist sehr auffällig, dass alle Figuren sehr realistisch und hübsch gezeichnet werden, nur eine nicht – Hitomi ist karikaturhaft verzerrt, als wolle die Mangaka den LeserInnen den realen Anblick ersparen. Dazu stellt sie das Mädchen als schwache Witzfigur da, die in erster Linie doch die Hilfe der anderen braucht und von alleine kaum einen Anstoß findet.

Damit bedient die Künstlerin gängige Klischees und viele gesellschaftliche Normen, gibt im Prinzip den Tenor wieder, der heute überall zu herrschen scheint: Nur die Hübschen bekommen die Hübschen ab, und man muss selbst eine grazile Schönheit sein, um seinen Traumprinzen zu bekommen.

Das macht die Geschichte leider weniger humorvoll als man denkt. Sicherlich laden manche Szenen zum Schmunzeln ein, andere dagegen stoßen leider auch bitter auf, da sie die Oberflächlichkeit des Mangas um so deutlicher machen.

 

Alles in allem wird “Love Revolution“ zwar sehr freundlich erzählt, aber dennoch ist die Künstlerin leider auch inkonsequent und oberflächlich, denn sie reitet zu sehr auf eingefahrenen gesellschaftlichen Klischees herum, obwohl sie gerade mit dem Thema die klassischen Grenzen hätte durchbrechen können.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Love Revolution, Band 1

Autorin & Künstlerin: Yuuki Fujinari

Otometeki Koi Kakumei Love Revo!! Vol. 1, 2006/08

Übersetzung aus dem Japanischen von Monika Hammond

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 10/2010

ISBN-10: 3770473922

ISBN-13: 978-3770473922

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 21.11.2010, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40