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Lovey Dovey, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Während es im Heimatland der Mangas, Japan, quasi für jede Altersgruppe Mangas gibt, konzentriert sich das entsprechende Verlagsprogramm in Deutschland inzwischen auf Geschichten, die vor allem Mädchen zwischen zehn und fünfundzwanzig Jahren ansprechen wollen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Einzelbände und Reihen im schulischen Umfeld spielen. So auch Lovey Dovey.

 

Die Kirisaki-Schule ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Einer steht allen Schülern offen, sofern die Eltern das Schulgeld aufbringen können. Weiter kommt dort nur der, der auch die harten Prüfungen bei der Aufnahme und am Ende jeden Jahres besteht. Dann gibt es noch eine Spezialschule, auf die vor allem die Kinder begüterter Eltern gehen. Sie müssen sich nicht sonderlich anstrengen, um versetzt zu werden.

Doch damit die Jugendlichen sich ganz auf den Lernstoff konzentrieren und nicht all zu sehr von ihren Gefühlen beeinflusst werden, gibt es eine Regel, die an beiden Schulen gilt: Liebe ist verboten. Dass dieses Gebot eingehalten wird – darum kümmert sich eine sogenannte Schüleraufsicht.

Das kümmert Saika wenig, die vor allem wegen ihres Sandkastenfreundes Keishi auf die Kirisaki-Schule geht. Es genügt ihr, den hübschen, wohlerzogenen und klugen Jungen zu bewundern, der wie sie im offenen Bereich angefangen hat und nicht in der Spezialschule.

Dann aber wirft der arrogante und eingebildete Shin, der alle schlechten Tugenden reicher und verwöhnter Kinder in sich versammelt zu haben scheint, ein Auge auf Saika und macht ganz ungeniert Besitzansprüche auf sie geltend.

Zwar wehrt sich das Mädchen heftig gegen seine Annäherungsversuche, aber das macht sie für ihn noch interessanter und sorgt für ziemliches Chaos in der bisher sehr harmonischen Beziehung zwischen Saika und Keishi.

 

Erfahrene Leser werden das Dreiecksverhältnis zur Genüge kennen. Plötzlich drängt sich ein dritter in eine harmonische Bindung, die seit der Kindheit besteht. Auch wenn er sich wie ein dreister Flegel benimmt und sich das Mädchen heftig gegen die Annäherung wehrt, so ist doch eines nicht von der Hand zu weisen – in seiner Begierde ist er wesentlich interessanter, als der sicher geglaubte und platonisch angehimmelte Freund.

In dieser Hinsicht weicht die Geschichte absolut nicht von ihren klassischen Vorbildern ab und bietet auch keinerlei Überraschung. Um das ganze noch ein wenig dramatischer zu machen, schwebt das Verbot wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Helden. Aus diesem Grund gibt es auch nur wenige humorvolle Szenen.

Das dürfte vor allem diejenigen ansprechen, die noch nicht so viele Geschichten in dieser Art kennen. Wer inhaltlich nicht so viel findet kann statt dessen eher die hübschen und detailreichen Zeichnungen genießen, die hin und wieder auch einmal sehr klar ausgearbeitete Hintergründe zeigen.

 

Alles in allem ist „Lovey Dovey“ ein Manga, der sich vor allem an weibliche Teenager wendet, die ähnliche Erlebnisse vielleicht aus ihrem eigenen schulischen Umfeld kennen und das Wirrwarr im Kopf der Heldin nachvollziehen können.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Lovey Dovey, Band 1

Autorin & Künstlerin: Aya Oda

Aus dem Japanischen von Costa Caspary

Asa mo hiru mo yoru mo, Vol.1, Japan 2007

Manga-Taschenbuch, 192 Seiten

Egmont Manga & Anime, 11/2009

ISBN-10: 377047175X

ISBN-13: 978-3770471751

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 24.12.2009, zuletzt aktualisiert: 20.04.2019 08:39