Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.04- 1960-1961
 
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Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.04- 1960-1961

Rezension von Christoph Weidler

 

In den Vereinigten Staaten kannte man das Erdöl schon seit vielen Jahren, jedoch nur als Heilmittel, dessen Erfolge zudem meist auf Einbildung beruhten ...

Eines schönen Tages dann entdeckte man, dass Erdöl ein hervorragender Brennstoff war. Jetzt wurde die Flüssigkeit auf einmal sehr geschätzt. Doch war es meist reiner Zufall, ob man Erdöl fand oder nicht ... Doch das sollte sich ändern ...“

 

Mit diesen Worten leitete Goscinny 1960 das neue, von Morris gezeichnete Lucky-Luke-Abenteuer ein und widmet sich hiermit wieder einmal einer historischen Begebenheit als Kernpunkt einer Story. Neben den „Run“ des Goldrausches in den USA oder der Jagd nach den Edelsteinen in Afrika und Australien löste die Entdeckung des Erdöl als Energielieferant einen der ganz großen Hypes der Geschichte aus in dem Menschen jeglicher Alters- und Gesellschaftsschichten alles stehen und liegen ließen und sich der Jagd nach dem „schwarzen Gold“ widmeten um so den Traum vom großen Reichtum zu erfüllen. Morris und Goscinny setzen diese Geschehnisse in dem Abenteuer „Im Schatten der Bohrtürme humorvoll um und als Mittelpunkt der Story steht Edwin L. Drake, der 1859 die erste erfolgreiche Erdölbohrung durchführte. Und wo der Reichtum fast greifbar ist, sind die Schurken auch nicht weit und mit der Figur des raffgierigen Barry Blunt findet Drake einen hinterlistigen und mit allen Wassern gewaschenen Gegner. Zum Glück steht Luke dem Erdölpionier zur Seite und gemeinsam können sie seinen Machenschaften Einhalt gebieten.

Mit „Im Schatten der Bohrtürme“ ist Morris und Goscinny eine rundum gelungene Story und Umsetzung gelungen, gerade für die Luke-Abenteuer mit leichten historischen Bezug haben Beide ein Händchen, wie sie in vielen Abenteuern bewiesen haben, und so kann sich „Im Schatten der Bohrtürme“ in dieser Reihe perfekt einfügen und sprüht vor Humor, witzigen Dialogen und vielen kleinen lustigen Momentaufnahmen.

 

Doch auch die Story „Familienkrieg in Painful Gulch“ steht dem vorherigen Abenteuer in Punkto Storyboard und Umsetzung in nichts nach. Es erzählt die Geschichte zweier völlig durchgedrehten Familienclans, welches sich schon seit Generationen in den Haaren liegen ohne das einer der beiden Seiten noch genau sagen was eigentlich der Auslöser dieses Streites war. Zum Glück sind beide Seiten, so hasserfüllt sie auch sind, schießsicher wie ein Geier beim Murmel spielen, ansonsten wäre der sonst beschauliche Ort Painful Gulch schon lange von Leichen überseht und beide Clans hätten sich schon lange regelrecht ausgerottet. Luke gelangt eher zufällig in den anhaltenden Familienstreit und durch die ständigen Belästigungen der zwei Clans genervt übernimmt er den Posten des Bürgermeisters von Painful Gulch und versucht mit List und leichten Druck den Zwist der beiden Clans zu beenden.

Eine Story voller Gags und schrulliger Typen und Charaktere.

 

Einer der großen Klassiker in der Reihe „Lucky Luke“ ist aus meiner Sicht die Geschichte um „Billy the Kid“, welche Morris und Goscinny 1961 zum besten geben. Erzählt wird auf humorvolle Weise und im typischen listreichen Lucky Luke Stil die Geschichte von Henry McCarthy, alias William H. Bonny alias Billy the Kid, welcher in seinem jungen aber wilden Leben zu einem Mythos und meistgefürchteten Outlaw des Wilden Westen wurde. Im Alter von 21 Jahren wurde Billy the Kid am 14. Juli 1881 durch den Sheriff Pat Garrett erschossen. Billy the Kid sorgt schon seit Jahrzehnten für immer wieder neu dargestellten Filmstoff und so haben sich hier auch Goscinny und Morris dieser Legende angenommen, aber anstatt Kid als gewissenlosen Outlaw darzustellen bieten sie ihren Lesern einen verzogenen Jungen mit Revolverheldenallüren und einer Vorliebe für Himbeer-Bonbons, heißem Kakao und Sahne-Törtchen. Nichts desto trotz bleibt Kids Gefährlichkeit unterschwellig vorhanden und es kommt zum großen Showdown zwischen Luke und Kid, vor dem sich auch ein Gary Cooper (12 Uhr mittags) nicht verstecken braucht.

„Billy the Kid“ ist ein weiteres Luke-Abenteuer mit historischem Hintergrund, welches äußerst humorvoll und storymäßig gelungen umgesetzt wurde. Aus meiner Sicht mit einer der besten Lucky-Luke-Abenteuer überhaupt.

 

Nach anfänglichen Orientierungsversuche für ihren Helden Luke aus den ersten Jahren seiner Umsetzung, zeigen Morris und Goscinny hier nun in den Jahren 1960 bis 1961 was Luke ausmacht: Humor, List, Köpfchen, Coolness und die schnellste Revolverhand im Wilden Westen. Eines der besten Bände dieser Reihe.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202402280045533f57003f
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Comic:

Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.04- 1960-1961

Zeichnungen: Morris / Text: René Goscinny

Gebundene Ausgabe: 158 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (Juli 2003)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3770421361

ISBN-13: 978-3770421367

Erhältlich bei Amazon

 

 

Lucky Luke Geschichten in diesem Band:

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Im Schatten der Bohrtürme

Familienkrieg in Painful Gulch

Billy the Kid

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Erstellt: 04.03.2008, zuletzt aktualisiert: 31.12.2023 11:30, 5958