Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.15- 1975-1977
 
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Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.15- 1975-1977

Rezension von Christoph Weidler

 

Mit der Geschichte „Die Daltons und der Psycho-Doc“ hat Goscinny, sehr zu seiner Freude, mit seiner humorvollen Interpretation eines Freudschen Psychiaters damals für einen wahren Diskussionskrieg bei ernsthaften Anhängern der Freud’schen Theorie gesorgt. Dabei hat er mit seiner Figur des Professor Dr. Dr. Otto von Himbeergeist rein nur eine sehr gute Karikatur des deutschen Schauspielers Emil Jannings, welcher als Professor Unrat an der Seite von Marlene Dietrich in dem Film „Der blaue Engel“ (1930) auch heute noch teilweise bekannt ist, umgesetzt. Es ist doch immer wieder interessant, wie auch Comics bei den ernsthaften Professoren für Gesprächsstoff sorgen können.

 

Zur Story: Professor Dr. Dr. Otto von Himbeergeist möchte im Geiste von Sigmund Freud beweisen, dass alle Verbrecher „heilbar“ sind. Und um diesen Beweis antreten zu können, widmet er sich den schwierigsten Fall – den Daltons. Ein Unterfangen, welches neben dem Gefängnisdirektor auch Lucky Luke zu großen Unbehagen verhilft. Doch der Doc ist sich seiner Sache sicher, aber die Daltons erweisen sich als problematischer als gedacht – und Professor Dr. Dr. Otto von Himbeergeist entdeckt an sich Seiten die er bisher nicht kannte.

 

Mit „Der Kaiser von Amerika“ widmet sich Goscinny einen weiteren Psychopathen, und setzt diesen mit viel Humor um. Ein interessanter Werdegang, wie er laut Goscinny jederzeit real passieren könnte. Ein harmloser aber reicher Spinner der seine Umwelt mit seinen Verrücktheiten amüsiert, wird zur Marionette von Schlauköpfen und Ehrgeizlingen, welche ihn manipulieren und als er an Macht gewinnt wird aus der Spinnerei ein für alle Seiten gefährlicher Moment.

 

Zur Story: Der Rancher Smith I. glaubt er ist der Kaiser von Amerika, ein harmloser Spinner, der mit seiner Verrücktheit in der Umgebung für viele Lacher sorgt. Doch dann wird er von anderen manipuliert, und die Mischung aus seinem Geld und Wahnsinn, plus der Intelligenz und Skrupellosigkeit der Männer hinter ihm, sorgen für eine explosive Mischung und Smith I. macht sich auf „sein“ Amerika mit Waffengewalt und einer großen Armee zurückzuerobern. Einzig Lucky Luke scheint die letzte Rettung zu sein um diesen Wahnsinn zu stoppen.

 

In „Der singende Draht“ geht es wieder um einen historischen Hintergrund – die Eroberung des Wilden Westens durch den Telegrafen. Die Verlegung der 2.560 km langen Verbindung zwischen den Telegrafenendstationen Carson City und Omaha mit Salt Lake City ist historisch belegt, und Goscinnys humorvolle Interpretation dieses Ereignisses äußerst gelungen. Viele historisch bekannte Persönlichkeiten haben hier auch entsprechend ihren Auftritt gefunden, wie z.B. Abraham Lincoln, Buffalo Bill und noch einige andere.

 

Zur Story: Die Verbindung zwischen den Telegrafenendstationen Carson City und Omaha mit Salt Lake City ist beschlossene Sache. Durch eine Wette und die damit verbundene Prämie sind beide konkurrierende Bautrupps hoch motiviert und werden durch gezielte Sabotageakte noch angeheizt. Allein Lucky Lukes Umsicht ist es zu verdanken, dass das Vorhaben zu einem guten Ende führt.

 

Die Jahre 75 bis 77 laufen für Morris und Goscinny in den gewohnt erfolgreichen Bahnen, Lucky Luke ist auf absoluten Erfolgskurs und hat eine große Fangemeinde um sich gescharrt, doch dann passiert das was fast das Ende der Reihe bedeutet – am 5. November 1977 stirbt Goscinny im Alter von nur 51 Jahren an Herzversagen. Ein großer Schock nicht nur für alle die ihn persönlich kannten, sondern auch für die ganze Comicwelt.

Auch wenn der Verlust von Goscinny für Morris und die Lucky Luke Reihe sehr groß ist, zeigen zum Glück die nachfolgenden Jahre das es weiter gehen kann und auch geht. Dennoch wird man Goscinnys Händchen für die wunderbaren Storys um Lucky Luke nie vergessen – er ist und bleibt einer der beiden Ziehväter von Lucky Luke!

 

Diese Gesamtausgabe Bd. 15 ist ein von den Geschichten, der Umsetzung, der Gestaltung und den Hintergrundinformationen ein sehr gelungenes Band und durch mit teilweise der letzten Geschichten aus der Feder von Goscinny ein wichtiges und äußerst gutes Band. Klare Empfehlung!

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024022800341584e361dd
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Comic:

Lucky Luke Gesamtausgabe Bd.15- 1975-1977

Autor: Morris, Goscinny

Gebundene Ausgabe: 158 Seiten

Verlag: Ehapa Comic Collection - Egmont Manga & Anime (September 2006)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3770421477

ISBN-13: 978-3770421473

Erhältlich bei Amazon

 

 

Lucky Luke Geschichten in diesem Band:

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Die Daltons und der Psycho-Doc

Der Kaiser von Amerika

Der singende Draht

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Erstellt: 28.10.2007, zuletzt aktualisiert: 31.12.2023 11:30, 5159