Madeleine lebt mit ihrem Vater ein gutes, wenn auch einfaches Leben. Dabei ist der Präsident sogar ihr Onkel. Doch der legt ihrem Vater und ihr sogar eine Auswanderung nahe, weil er glaubt, dass seine Verwandtschaft mit einer Halbfae seiner Karriere schaden könnte. Kurz darauf verschwindet der Präsident jedoch spurlos, und Staatssekretär Eugen de Tresbigod, der die Macht an sich reißt, verdächtigt Madeleines Vater der Entführung.
Die Welt, in der S. de Trieste seine Geschichte ansiedelt, ist selbst für das Fantasy-Genre außergewöhnlich. So lässt sich beispielsweise auch kein exaktes Subgenre angeben. Havenbourg ist definitiv ein magisches, in mancher Hinsicht sogar märchenartiges Land, das aber so modern ist, einen Präsidenten statt des Genre-üblichen Königs zu haben. Es werden allerdings auch zahlreiche Bezüge zu realen Orten gemacht. Aber ist Havenbourg nun ein vor normalen Menschen verborgenes Land unserer Welt, die Story also eine Urban-Fantasy, oder existiert dieses Land in einer Parallelwelt? Auch erweist es sich als kompliziert, das Alter der Zielgruppe dieses Buches zu definieren. Die märchenhaften Elemente lassen an eine recht junge Zielgruppe denken. Allerdings existieren zahlreiche Anspielungen, die sich wohl nur Erwachsenen oder zumindest älteren Jugendlichen erschließen. Das könnte sich als Zielgruppenproblem erweisen. Wer diese Geschichte in eine Schublade stecken will, dem dürfte es also gleich in mehrerer Hinsicht schwerfallen, eine passende zu finden.
Auch die Handlung folgt keinem der im Genre typischen Muster und erweist sich als überraschend komplex. Man muss dieses Buch schon bewusst lesen, um allen Handlungsfäden bei der recht großen Vielzahl an handelnden Charakteren folgen zu können. Dass das Ende relativ offen ist, verwundert nicht. Schließlich ist Band 2 bereits angekündigt.