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Malfuria - Die Hüterin der Nebelsteine von Christoph Marzi

Serie: Malfuria Bd.2

Rezension von Nadine Dilger

 

Nach seiner erfolgreichen Lycidas-Trilogie, für die er sogar den deutschen Phantastikpreis gewann, startete Christoph Marzi eine neue Trilogie: Malfuria. Dies ist nun schon der zweite Teil, in dem Catalina Soleado und Jordi Marí allerhand Abenteuer bestehen müssen.

 

Der Rabenfedernsturm Malfuria kommt nach Barcelona und rettet Catalina Soleado in letzter Sekunde vor den Schatten und ihrer Mutter Sarita Soleado.

Als Catalina in Malfuria erwacht, trifft sie auf die Möchtegernhexe Makris de los Santos, mit der sie sich anfreundet. Gleichzeitig ist sie unglücklich und wütend auf Malfuria, dass es sie mit sich genommen hat und ihren Freund, Jordi Marí, noch immer in Gefahr ist.

Malfuria steuert Xaracca an, dem früheren Heimatort von Nuria Niebla, Catalinas Großmutter. Man dachte, Nuria Niebla sei tot, als sie jedoch die Sagrada Família mit ihrer Macht als Kartenmacherin verändert hat um Catalina zu retten, ist klar, dass Nuria Niebla noch am Leben sein muss. Agata La Gataza, das Oberhaupt der Hexenschaft, hofft, dass sie Nuria Niebla in Xaracca zu finden kann und erhofft sich von ihr Hilfe gegen die Schatten und insbesondere gegen die Mephistia, die laut einer Prophezeiung Malfuria zerstören wird.

In Xaracca angekommen treffen Makris de los Santos und Catalina jedoch nicht auf Catalinas Großmutter, sondern tappen in eine Falle von Kassandra Karfax. Nur mit viel Glück können die beiden entkommen. Durch den Aquamarin, den Nuria Niebla ihrer Enkelin geschenkt hat, findet Catalina endlich heraus, wo sich ihre Großmutter die ganze Zeit über aufgehalten hat: in Lisboa, der Stadt am Ende der Welt.

 

Jordi Marí hat sein Gedächtnis verloren. Als die Schatten über die Stadt Barcelona herfallen, trifft er auf einen geheimnisvollen Mann namens Kopernikus, der von den Schatten befallen ist, sich aber wieder von ihnen lösen kann, was bisher noch niemandem gelungen ist. Obwohl Jordi merkt, dass Kopernikus nicht das ist, was er vorgibt zu sein und irgendetwas im Schilde führt, flüchten die beiden zusammen zum Leuchtturm, indem Jordi aufgewachsen ist. Ihre Idee dabei ist, dass das Licht der Scheinwerfer die Schatten vorerst vertreiben kann und sie in Sicherheit sind.

Im Leuchtturm angekommen treffen die beiden auf Jordis Vater, Malachai Marí. Mit aller Kraft versuchen die drei, die Schatten vom Leuchtturm fernzuhalten, doch es nützt nichts. In letzter Sekunde können Jordi und Kopernikus auf einem selbst gebastelten Fluggerät Malachais aus dem Leuchtturm fliegen. Für Jordis Vater ist kein Platz, weshalb er den Schatten zum Opfer fällt.

Mit dem seltsamen Fluggerät, das aussieht wie ein Kolibri und Pájaro genannt wird, können die beiden fliehen und treffen auf ein fliegendes Piratenschiff, als der Pájaro kaputt zu gehen droht. Auf dem Falken, so der Name des Piratenschiffs, müssen sie wieder vor den Schatten fliehen und fliegen in Richtung Lisboa.

 

 

Die Geschichte an sich finde ich ziemlich ansprechend. Es sind viele interessante Ideen eingebaut, wie zum Beispiel Malfuria, der ein Sturm aus Rabenfedern ist und gleichzeitig das Herz der Hexenheit darstellt. In Malfuria kann man wohnen, die Räume sind unendlich und man kommt selten zweimal in denselben Raum, weil sich die Zimmer stetig verändern. Doch nicht nur die Idee wurde in der Geschichte gut umgesetzt, den es gibt zum Beispiel auch Menschen, die Buchstaben in ihrem Gesicht haben, welche sich ebenfalls ständig verändern und sich zu neuen Wörtern und Sätzen zusammentun. Was die Ideen angeht, hat Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine einige, die sich zu einer guten Geschichte zusammenbauen lassen.

 

So weit, so gut – aber gestört haben mich an dem Buch schon einige Sachen. Ganz besonders gestört hat mich nämlich, dass er sich seine Ideen abschaut – und zwar von seinen eigenen Büchern. Seine Vorliebe für Großstädte konnte man schon in seiner Lycidas-Trilogie erkennen, da die meiste Handlung in Metropolen wie London, Paris oder Alexandria stattfanden. Auch in Malfuria ist das wieder so, nur dort eben in Barcelona, Madrid und Lisboa. Das ist aber noch nicht das einzigste, was er von seinen anderen Werken beinahe eins zu eins übernimmt. In der Lycidas-Trilogie waren es Mr. Fox und Mr. Wolf, die gegenseitig ihre Sätze beendeten und ergänzten. Es scheint, als gäbe es auch in Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine wieder einen Mr. Fox und einen Mr. Wolf, nur diesmal offensichtlich unter den Namen Pérez und Reverte. Auch die beiden sind ein Team, auch die beiden sind böse und noch wichtiger: auch hier werden wieder gegenseitig Sätze beendet oder ergänzt. Die Ähnlichkeit ist hier sehr offensichtlich und das finde ich irgendwie schade. Christoph Marzi hat auch so viele gute Ideen, warum denn dann auch noch Ideen aus den eigenen Büchern klauen, obwohl die zwei Charaktere ziemlich nebensächlich sind und man das sicher gut hätte umgehen können?

 

Jordis Vater, Malachai Marí, wurde schon im ersten Band von Malfuria als elenden, aggressiven Säufer und Versager dargestellt, der keine besonders gute Beziehung zu seinem Sohn hat und ihn auch des öfteren schlägt, weil er denkt, dass Jordi ebenfalls ein Versager ist. Komischerweise scheint er in Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine wie ausgewechselt zu sein, als hätte er während Jordis Abwesenheit eine komplette Veränderung durchgemacht. Zwar trinkt er immer noch und lässt ansatzweise noch seine alten Verhaltensweisen durchleuchten, aber im Großen und Ganzen scheint er auf einmal ein völlig anderer Mensch zu sein. Er ist plötzlich viel netter zu seinem Sohn und ist allgemein irgendwie freundlicher als im ersten Band. Diese beinahe komplette Verwandlung seines Charakters finde ich ziemlich unrealistisch, da weder erklärt wird warum das so ist, noch gibt es irgendeinen anderen Grund, weshalb er sich so verändert haben sollte.

 

Der Schreibstil in Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine ist in etwa gleich wie schon im ersten Teil. Zwar sind mir einige, ungewollte Wiederholungen aufgefallen, was aber nicht allzu schlimm ausfällt. Christoph Marzi schreibt sehr detailreich und sein Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen, sodass man das Buch schnell durchgelesen hat.

 

Auch hier kommen wieder spanische Namen vor, vor allem für Straßen, Städte und andere Orte. An sich nicht weiter schlimm, aber eine Karte von den Städten, insbesondere Barcelona, wäre zur Orientierung sehr hilfreich gewesen.

 

Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine hat seine Mängel, aber auch einige gute Seiten. Ich fand es zum Beispiel sehr spannend und es war ziemlich schnell durchgelesen, weil der Schreibstil sehr flüssig war. Glücklicherweise ist das Buch auch zu keiner Zeit vorhersehbar, weil es immer andere Wendungen in der Handlung nimmt, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Vor allem am Ende des Buches ist das so. Das Ende ist meiner Meinung nach nämlich das Beste am ganzen Buch.

 

 

Fazit

Malfuria – Die Hüterin der Nebelsteine ist, wie schon sein Vorgänger, ein gutes Buch für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger. Man darf nicht zu viel erwarten, da es schon den einen oder anderen Mängel hat und mit der Lycidas-Trilogie nicht mithalten kann, man kann aber auch nichts falsch machen, wenn man sich das Buch kauft.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Malfuria - Die Hüterin der Nebelsteine

Serie: Malfuria Bd.2

Autor: Christoph Marzi

Gebundene Ausgabe: 348 Seiten

Verlag: Arena (August 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3401061275

ISBN-13: 978-3401061276

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 23.08.2007, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53